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Social Media Nutzerzahlen und Trends in Deutschland 1/2010


10 aktuelle Zahlen zu Facebook, StudiVZ, Twitter & Co. sowie den Gewohnheiten der deutschen Onliner im Social Web.

(Update 18.04.2011) 76 Prozent aller Internetnutzer sind in Online-Communities, das sind 40 Millionen Deutsche.

 

Neue Social Community Besucherzahlen


“Facebook, YouTube und Wikipedia sind die beliebtesten Social Media Seiten in Europa und in den USA”

Mit diesen Worten eröffnete die Nielsen Media Research Online Division ihre neuste Pressemitteilung zu den jüngsten Social Community Untersuchungen. Hier das interessante Ergebnis in einer kurzen Übersicht:


Facebook ist in den USA, UK und Italien die meistbesuchteste Social Media Seite. In Deutschland belegen Wikipedia und YouTube mit je über 13 Mio. Besuchern die vorderen Plätze. Gefolgt von Facebook auf Platz 3 mit knapp 7 Mio. Besuchern. Dies entspricht einem Zuwachs von knapp 200 Prozent seit Ende 2008. Auf internationaler Ebene verzeichnet Facebook den größten Zuwachs an Unique Audience im Vergleich der Netzwerke.


StudiVZ verzeichnet seit Ende 2008 einen Rückgang um 14 Prozent auf jetzt gut 3,5 Mio. Besucher. Im Verbund der VZ-Netzwerke erreicht das Trio allerdings noch knapp 8 Mio. Besucher. Zusammen mit Facebook erreichen die beiden Netzwerke knapp 12 Mio. Besucher, die von zu Hause aus mindestens einmal auf mindestens einer dieser Seiten surften. Dies ist gut ein Drittel der aktiven Internetnutzer in Deutschland.


Twitter schafft es nur in den USA und UK in die Top 10 der Social Media Seiten. Doch es besteht noch Hoffnung, denn Twitter verzeichnet international ein Wachstum von mehreren 100 Prozent. In UK und Deutschland sind es über 1.000 Prozent im Vergleich zu Ende 2008. Damit erreicht Twitter in Deutschland 1,5 Mio. Unique User. Allerdings muss gerade bei Twitter beachtet werden, dass immer mehr User Twitter-Clients für Smart Phones und Desktop-Rechner verwenden. Inwieweit diese Zugriffe in der Untersuchung erfasst wurden ist unbekannt.



Das Schlusslicht bildet MySpace. Es geht in allen untersuchten Ländern abwärts. In den USA, Spanien, Schweiz und UK gelingt noch eine Platzierung in den Top 10. In Deutschland reicht es mit 3 Mio. Besuchern jedoch nicht mehr.



Zum Abschluss überraschte auf der deutschen Bestenliste das Koch-Forum Chefkoch. Die Austauschplattform für Rezepte und Küchen-Tipps erreichte im Dezember letzten Jahres knapp 5 Mio. Besucher. “Damit ist Deutschland das einzige Land im weltweiten Vergleich mit einem Web 2.0 Angebot aus der Kategorie Essen&Kochen in der Top-10 Social Media Liste.”



Die Pressemitteilung steht auf der Webseite der Nielsen Media Research GmbH zum Download bereit.


5 Tools zur User- und Trendanalsye im Social Web

Es ist enorm wichtig seine Interessenten, Kunden und Fans zu kennen, sei es um die richtigen Adressaten zu finden oder zielgerichtete Inhalte und Produkte zu liefern. Diese Tatsache macht auch bei Social Web Aktivitäten keine Ausnahme. Das Verständnis für den Kunden und seine Wünsche sowie das Erkennen von Trends und Sammeln von Consumer-Insights durch Monitoring sind klare Stärken des Social Web. Die Fülle an persönlichen Erfahrungen, Meinungen und Empfehlungen in Blogs, Tweets und Social Communities sind meist frei zugänglich und lassen sich heute immer besser für User- und Trendanalysieren nutzen. Dazu stehen eine Menge Tools und Dienste zur Verfügung, die das Durchforsten des Daten-Dschungels erleichtern sollen. Wir möchten in diesem Beitrag einige kostenfreie Einsteiger-MonitoringTools vorstellen, die trotz unkomplizierter Bedienung wertvolle Informationen liefern.

Newsshift – Der erste Überblick.


Newsshift

Newsshift ist ein Dienst der Finacial Times Group und bietet die Möglichkeit Online-Nachrichten, Nachrichtenportale, Tageszeitungen (online) und Blogs nach Begriffen zu durchsuchen. Im Ergebnis werden jedoch nicht nur die bloßen Artikel angezeigt, sondern ebenfalls eine sehr informative Trendanalyse mitgeliefert. Dabei wertet Newsshift die Stimmungslage nach positiv und negativ Beiträgen aus, zeigt die Verteilung auf die einzelnen Plattformen und identifiziert bei der Suche nach Marken oder Produkten die stärksten Konkurrenten. Außerdem steht eine sehr brauchbare Vorschlags-Funktion zur Verfügung, mit deren Hilfe relevante Begriffe mit dem Suchwort verknüpft und so spezifischere Ergebnisse erzielt werden können.

Technorati/GoogleBlogSearch – WER schreibt WAS über mich auf Blogs?


technorati

Mit Technorati und der Google Blog-Suche stehen zwei mächtige Blog-Suchmaschinen und -Indexer zur Verfügung, die es erleichtern, der riesigen Informationsflut der Blogosphäre Herr zu werden. Verschiedene Ranking-Systeme und Suchoptionen helfen dabei, Blogs und deren Hinhalte auf Meinungsführer, aktuelle Trends und Interessen der Community zu durchsuchen. Außerdem haben Blogger die Möglichkeit ihre Blogs einzutragen, um die eigene Bekanntheit zu steigern und andere, themenverwandte Inhalte zu entdecken.

Mentionmap – WER schreibt über mich und mein Themengebiet bei Twitter?


mentionmap

Das Twitter-Visualisierungstool von asterisq hilft dabei, User-Netzwerke zu analysieren und kann einige fundamentale Fragen für die Kommunikation mit der Community beantworten.

  • Wer sind meine Follower?
  • Mit wem stehen sie in Kontakt?
  • Über was tauschen sie sich aus?
  • Wem lohnt es sich zu folgen?

Dazu zeigt Mentionmap die Vernetzung der User durch Linien nach Häufigkeit der Kontakte, gemeinsamer Hashtags und Direct Messages. Es lassen sich so schnell neue User mit gleichen Interessen, aktuelle Themen und Querverbindungen erkennen – Wichtige Informationen für den erfolgreichen Einsatz von Twitter im Social Media Mix.

Tweet Grid – WER schreibt WAS über mich bei Twitter?


Tweet Grid

Twitter bietet bereits mit der eigenen Timeline und der neuen Listen-Funktion zwei einfache Möglichkeiten die Gedanken und Meinungen der eigenen Follower im Auge zu behalten. Wie steht es aber um unbekannte User, die weder selbst folgen, noch mit den eigenen Followern in Kontakt stehen? Tweet Grid ist hier ein sehr hilfreiches Tool wenn es um die Identifikation von unbekannten Twitter Usern geht, die sich mit bestimmten Themen befassen. Dazu bietet Tweet Grid die Möglichkeit Twitter in Echtzeit auf selbst definierte Begriffe zu durchsuchen. Der große Vorteil gegenüber anderen Tools wie z.B. search.twitter.com liegt neben der Möglichkeit bis zu 9 (!) Begriffe gleichzeitig zu suchen darin, dass die Ausgabe in Echtzeit aktualisiert wird und so die Inhalte über längere Zeit verfolgt und ausgewertet werden können.

Social Mention – Der Alles-Könner.


Social Mention

Socialmention stellt ein sehr ambitioniertes Social Web Monitoring Projekt da. Hier gibt es kein “entweder / oder”. Das Tool durchsucht über 80 verschiedene Dienste des Social Web auf gewünschte Begriffe. “Searching content from across the universe…” heißt es während die Suchanfrage bearbeitet wird, und dies scheint keines Falls eine Übertreibung zu sein. Socialmention durchsucht neben klassischen Blogs, Newsseiten und Twitter ebenfalls zahlreiche Communities wie Facebook oder YouTube. Entsprechend mächtig fällt auch die Präsentation der Suchergebnisse aus. Neben der klassischen Auflistung der Inhalte nach Aktualität, wird auch hier die generelle Stimmung (positiv/negativ) ermittelt und relevante Hashtags, User und Keywords angezeigt. Zusätzlich werden vier eigene Messgrößen (strength, sentiment, passion, reach) angegeben. Dabei wird der Anteil des Begriffes im Tagesgespräch, das Verhältnis von positiven Stimmen zu negativen Stimmen und der Grad des Einflusses im Social Web errechnet.

Diese Aufzählung stellt natürlich nur einen sehr kleinen Teil der verfügbaren Dienste da, und soll einen Einstieg in die User- und Trendanalyse im Social Web geben. Weitere Tools und Links sammeln wir auf unserer Facebook-Fanpage und möchten jeden dazu einladen, seine Erfahrungen und Top- bzw. Flop-Tools mit uns zu teilen.

GoogleWave – Die Revolution?

Google Inc. stellte im Rahmen der Google I/O Konferenz 2009 GoogleWave vor. Den Teilnehmern der Konferenz wurde ein neues, revolutionäres Communication- und Collaboration-Tool versprochen, welches Open Source ist. Bei solch einer Ansage sind natürlich die Erwartungen der Presse und der Google Fangemeinde sehr groß.

GoogleWave soll es dem User ermöglichen, über den Internet Browser ein Interface zu öffnen, mit dem der Benutzer sich in Form von Waves unterhalten kann. Eine Wave ist eine Timeline eines Gespräches, was zwischen einer nicht begrenzten Nutzeranzahl geführt werden kann. Dies ist soweit nichts Neues bis auf den neuen Namen.

Google Wave

Neu ist jedoch z. B. das Realtimeschreiben. Bei den bisherigen Chatprotokollen wie ICQ wurde der geschriebene Text des Gegenübers erst sichtbar, wenn dieser durch bestätigen mit der Entertaste freigegeben wurde. Bei GoogleWave wird in Echtzeit das Geschriebene des Gegenübers bei einem am Bildschirm dargestellt. Ferner ist es in der Wave möglich, sämtliche Texte zu bearbeiten und zu ergänzen. Eine weitere Neuerung, ist die Möglichkeit, in Waves Videos, Bilder, Dateien, Maps von GoogleMaps usw. einzubetten. Wie beim Geschriebenen sieht auch hier der Gegenüber jegliche Einfügung und Veränderung in Echtzeit. Ferner besteht die Möglichkeit, eine Wave für seinen Twitteraccount oder Blog anzulegen. Jeglicher Text, der in dieser Wave geschrieben wird, taucht auch auf dem Blog oder in der Twitter-Timeline auf. Da es sich bei GoolgeWave um ein Open Source Web App handelt, werden in Zukunft wohl noch viele solcher Widgets von Dritten zu erwarten sein.

GoogleWave hat also viel zu bieten. Fraglich ist nur, ob die Usability gewährleistet ist, wofür Goolge bislang immer einstand. Hier lässt GoolgeWave in der Testphase noch einige Wünsche offen. Mal abgesehen davon, dass das Tool bei wachsenden Waves sehr langsam wird und auch die Widgets, wie der Twitter-Bot, bei weitem noch nicht so funktionieren, wie sie sollten, entsteht doch der störende Eindruck, dass GoogleWave bei weitem nicht so leicht zu bedienen ist, wie es die User von anderen Google-Projekten gewohnt sind.

In der Befehlszeile, die sich über der Auflistung der Waves befindet, können zig verschiedene Befehle eingegeben werden, wie z.B. das Anzeigen von öffentlichen deutschen Waves. Dass Google den Usern „zumutet“, verschiedene Befehle auswendig zu lernen, finde ich schon sehr google-untypisch. Es bleibt nur zu hoffen, dass in der Endversion diese Idee aufgegeben wird und dass dafür diese Befehle in einem Drop-Down-Menu ausgewählt werden können. Dies würde die Bedienung erheblich erleichtern.

Ein weiteres Manko war bisher – da GoolgeWave momentan in der Testphase läuft -, dass einem die Pforten hierzu nur durch Invites geöffnet werden. Als ich ein Invite nach wochenlangen warten endlich bekam, war ich zuerst hell auf begeistert. Die Ernüchterung setzte aber schnell ein, da GoolgeWave nur halb soviel Spaß macht, wenn die Freunde nicht dabei sind. Erst jetzt treffen die ersten Bekannten ein, sodass der Spaßfaktor langsam ins rollen kommt. Goolge hat wohl auf seine Umfrage (Link) gehört und verschickt nun haufenweise Invites. Darauf hätte Google aber bereits früher kommen können, dass ein Communication- und Collaboration-Tool ohne eine große Anzahl an Usern nicht viel bringt.

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie sich GoogleWave bis zur Endphase weiterentwickeln wird.

Wer nun Lust bekommen hat, auch einmal in GoogleWave hinein zu schnuppern, kann sich gerne bei uns melden. SocialMedia-Blog hat noch einige Invites zu vergeben.

In diesem Sinne, happy waving!