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Der Einstieg in die Social Communities

Social Media

Heute ist Freitag, ich habe gerade Mittagspause und frage mich, was ich an diesem schönen sonnigen Freitagabend unternehmen kann. Alles klar, kurz bei Facebook eingeloggt und einen Rundruf in Form eines Pinnwandeintrags starten. Nach Feierabend setze ich mich in die Bahn und logge mich mit meinem Mobile wieder ein, um nachzusehen, was für Antworten eingegangen sind. Meine Freunde haben in der Zwischenzeit über das Thema diskutiert und auch schon alles Weitere geplant. Ich gebe von unterwegs nur noch kurz mein OK, dass ich dabei bin. Perfekt, jetzt muss ich nur noch Heim, mich umziehen und es geht auf die Piste. So wird wohl in Zukunft die Freizeitplanung vermehrt bei unserer Gesellschaft aussehen.

Ich möchte Ihnen mit diesem Artikel meinen Einstieg in den Bereich Social Media beschreiben.

Eigentlich hielt ich bis vor kurzer Zeit noch nicht so viel von den Social Communities.

Vor Ewigkeiten hatte ich mich bei Portalen, die die ersten Gehversuche in diesem Bereich darstellten, angemeldet. Hierunter gehörte zum Beispiel Party.de. Dieses Portal bot dem User jedoch wenige Möglichkeiten an. Man konnte sich Private Messages (PM’s) schicken und seinen Freunden was auf die Pinnwand schreiben. Dies war es aber auch schon gewesen, sodass ich schnell das Interesse daran verlor.

Jahre später habe ich mich bei StudiVZ bzw. das mittlerweile existierende Tochterprojekt MeinVZ angemeldet. Bei dieser Community konnte ich bereits Verbesserungen erkennen, aber das Grundprinzip blieb, bis auf die Neuerung der Gruppengründung. Der schlussendliche Spaß- bzw. Sucht-Faktor blieb aber aus.

Vor kurzem habe ich mich bei Facebook – ein Urgestein der Social Communities – angemeldet. Ich merkte sofort, dass die Macher des Portals ihre Hausaufgaben gemacht haben. Neben den Funktionen auf die Pinnwand schreiben, PM’s schicken, Gruppenfunktion wird einem genau das geboten, was bislang immer gefehlt hat. In einer Timeline sieht man sämtliche Aktivitäten seiner Freunde aufgelistet, die allesamt kommentiert werden können, sodass diese nur noch durchzugehen sind. So ist man im Vergleich zu den vorgenannten Communities auf einen Blick über das komplette Geschehen seiner Freunde informiert ohne sämtliche Pinnwände durchsehen zu müssen. Es lassen sich, wie zu Anfang beschrieben, schnell Planungen durchführen, die ohne diese Möglichkeiten immer sehr zeitaufwändig waren.

Facebook schlägt zudem auch noch Freunde im Rahmen des Freundes-Freunde-Prinzip vor. Durch dieses Prinzip ist es ein leichtes die Freundesliste anwachsen zu lassen. Des Weiteren kann man Facebook das einmalige Recht einräumen, den eigenen Emailaccount (Posteingang und -ausgang, Adressbuch) durchzusehen, ob die vorhandenen Email-Adressen bei Facebook registriert sind. Im Falle eines Treffers würde ein Freundschaftsvorschlag unterbreitet werden. Diese Funktion ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, da der Datenschutz aus meiner Sicht erheblich leidet.

Datenschutz vs. Social Communities

dsDas Thema Datenschutz ist ein wichtiger Aspekt, der nicht außer Acht gelassen werden sollte. Die jünsgste Datenpanne bei SchülerVZ (ist ein Tochterprojekt von StudiVZ) hat gezeigt, dass die Daten bei den Communities nicht sicher aufgehoben sind. Gerade weil solche Portale Unmengen von Daten horten, sind sie ein großes Ziel von Hackern, die die Daten sammeln und weiterverkaufen oder in sonstiger Weise Missbrauch betreiben. Die User-Daten sind sehr viel Wert! Es sei also zu überlegen, welche Daten Preis gegeben werden.

Es sollte auch nicht in Vergessenheit geraten, dass durch solche Portale unter Umständen Daten veröffentlicht werden, die online nicht auftauchen sollen, wenn man sich zum Beispiel in einer Bewerbungsphase für eine neue Arbeitsstelle befindet. Personaler nutzen heutzutage solche Communities, um über den Bewerber mehr herauszufinden, als die Bewerbung hergibt. Alleine eine einfache Suche über Google kann einem Personaler schon viel Preis geben und Profile bei Communities offen legen. Ich kann deshalb an jeden Community-User nur appellieren, sich die Zeit zu nehmen, die Privatsphäreeinstellung gründlich durchzusehen.

Es gibt es bei den meisten Portalen heutzutage die Einstellungsmöglichkeit, dass die Profile nicht in Suchmaschinen auftauchen sollen. Des Weiteren kann eingestellt werden, dass das vollständige Profil auch für nicht befreundete, aber angemeldete User in der jeweiligen Community nur eingeschränkt sichtbar ist und nur die Freunde es vollständig einsehen können. Ebenso kann man die Freunde in Kategorien einteilen, zum Beispiel in privater Freundeskreis, Firma, usw. All dieses sollte unbedingt beachtet werden. Es kam in der Vergangenheit in den USA schon zu einer Kündigung eines Arbeitsverhältnisses, weil eine Arbeitnehmerin nicht daran gedacht hat, dass sie ihren Arbeitgeber bei sich unter die allgemeinen Freunde aufgenommen hat und sie über ihn schlecht geredet hat.

Ein weiter Grund, weshalb nicht zuviel Daten veröffentlicht werden sollten, ist der, dass Unternehmen anfangen, die Social Communities nach Daten zu durchforsten, um diese zu Marktforschungszwecken zu verwenden. Wo diese Daten schlussendlich landen, ist oft ein Geheimnis, sodass für mich die Veröffentlichung der eigenen Daten einen faden Beigeschmack mit sich zieht.

Mein Résumé: Online Communities werden die Welt positiv verändern, aber jeder sollte seinen Beitrag daran leisten, nicht zu viel von sich Preis zu geben.

Wie stehen unsere Leser zum Thema Datenschutz in Social Communities?

[Grafik: Hanns Kronenberg]