[Featured] Crowdsourcing-Plattform mit Semantic-Web-Ambitionen
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Ob Facebook, Wikipedia oder Twitter: Die erfolgreichsten Unternehmen unserer Zeit setzen auf Crowdsourcing. Durch die Web 2.0-Plattformen entstehen oftmals gigantische Datenmengen, die vom Nutzer getagt und gefiltert werden müssen, um sinnvoll eingesetzt werden zu können. Zu dieser Herausforderung des Semantic Web will die Erklärmaschine Twick.it einen Beitrag leisten.
Die Erklärmaschine verbindet die enzyklopädische Struktur von Wikipedia mit der Usability von Twitter: In bester Web 2.0-Manier kann jeder mitmachen, Themen erklären und die Erklärungen von anderen Nutzern bewerten. Einzige Herausforderung: Die Erklärung, welche auch Twick genannt wird, darf nicht länger als 140 Zeichen sein. Alles Unwichtige muss weggelassen werden. Die Kurzerklärungen bieten also konzentrierte Information auf einen Blick, was besonders für Onliner interessant ist, die mit Handys surfen. Für weiterführende Informationen kann ein Follow-Link zu einer beliebigen URL gesetzt werden. Die beste Erklärung wird durch die Bewertungen der Community ermittelt und bei folgenden Suchanfragen an oberster Stelle gelistet. Die Erklärmaschine dient gewissermaßen als Sprungbrett für Informationssuche. Außerdem erkennt sie anhand semantischer Algorithmen automatisch die wichtigsten Schlagworte und verwandte Themen. Twick für Twick entsteht damit eine Folksonomie, mit der sich die Crowdsourcing-Plattform in Richtung Semantic Web bewegt.
10.000 Erklärungen von 730 Nutzern
Twick.it wächst rasch: Ein halbes Jahr nach dem Start der Beta-Phase haben sich 730 Nutzer angemeldet und fast 10.000 Twicks geschrieben. Diese stehen unter der Creative Commons Lizenz und können von externen Diensten weiterverwendet werden. Dazu steht eine offene API-Schnittstelle zur Verfügung. Mit einem Tool Tip zum Beispiel können die Erklärungen auf anderen Websites und Blogs angezeigt werden. So bekommt der Leser die gesuchte Information, ohne das momentan geöffnete Browser-Fenster verlassen zu müssen. Darüber hinaus sind weitere Anwendungsmöglichkeiten für die Mini-Erklärungen denkbar – für Smartphones zum Beispiel wurden schon eine Mobile Website und ein Augmented Reality Layer entwickelt. Doch auch Offline können die Mini-Erklärungen sinnvoll eingesetzt werden: Aktuell sorgt ein Erklärwettbewerb zum NRW-Tag in der Stadt Siegen für Aufmerksamkeit. Damit zeigt Twick.it eindrucksvoll, dass der Siegeszug der Crowdsourcing-Plattformen noch nicht am Ende ist.
