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Social Media Mitarbeiter

Der ideale Social Media Verantwortliche

Eine aktuelle Studie des BVDW ergab unter anderem, dass in jedem vierten Unternehmen in Deutschland eigene Mitarbeiter für das Thema Social Media zur Verfügung stehen. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch auch, dass drei Viertel der Befragten diese nicht nutzen. Das häufigste Klischee (aber auch heute noch nicht gänzlich unwahr) ist die Behauptung, dass Praktikanten die Social-Media-Verantwortlichen in deutschen Unternehmen sind. Doch bei allem Respekt für arbeitswütige und clevere Praktikanten – Social Media in und für Unternehmen sind ein komplexes, vielschichtiges Thema mit vielen Kontaktpunkten innerhalb und außerhalb des Unternehmens. Weiterlesen

Mitarbeiter zum Bloggen motivieren

Bloggen passiert von allein. Ein Experte, Bastler oder Denker hat Lust sich zu einem bestimmten Thema zu äußern, möchte seine Gedanken mit anderen teilen und beginnt einen Blog. In Unternehmen ist dieses intrinsische Motiv zum Bloggen meist nicht vorhanden. Die Motivation einer Organisation sich einen Blog anzuschaffen, verfolgt andere, strategische Ziele. Die Probleme sind vorprogrammiert, wenn das Marketing nicht alle Informationen hat, um Inhalte zu gestalten oder es an Autoren mangelt. Es gilt andere Zielgruppen im Unternehmen um Input zu bitten und zum Schreiben anzuregen.

Mitarbeiter sollten auch gemeinsam Artikel erarbeiten.
Gemeinsames Schreiben an Artikeln ist abwechslungsreich und motivierend. (Bildquelle: Okinawa Soba)

Was hält Mitarbeiter vom Bloggen ab?

Wichtigkeit – Die Bedeutung von Social Media wird unterschätzt.
Ziele – Ziele wurden nicht definiert oder kommuniziert.
Organisation – Es gibt keinen Redaktionsplan.
Beteiligung – Die Mitarbeiter fühlen sich nicht als Teil des Projekts.
Hemmnisse – Ängste vor Rechtschreibung und schriftstellerischen Fähigkeiten hemmen.
Wissensstand – Zu wenig Expertise um sich zu einem Thema zu äußern.
Zeit – Perfektionisten machen aus einem Blogbeitrag eine Wissenschaft.
Zurückhaltung – Mitarbeiter möchte nicht großspurig mit Wissen protzen (passiert vor allem bei Menschen aus technischen Berufen).
Geheimhaltung – Mitarbeiter möchte sein Wissen nicht in der Community preisgeben.

Motivierende Elemente beim Bloggen

Wichtigkeit – Erfolge auch von anderen Unternehmen früh aufzeigen. Dazu gehören später auch Zahlen aus Analytics sowie Tweets zu den Beiträgen und eine Zusammenfassung der Kommentare.
Ziele – Die Kommunikationsziele in einem Kick-off Meeting erläutern und dem Ganzen durch eine wichtige Führungsperson im Unternehmen Gewicht verleihen. Wenn Sie schon bei der Zielsetzung die Autoren im Auge haben und Sie partizipieren lassen, können Sie viele Schwierigkeiten in der Zukunft vermeiden.
Organisation – Inhaltliche Besprechung mit den „Ziel“-Mitarbeitern ansetzen und gemeinsam Inhaltsideen generieren, festhalten, zukünftig frisch halten und UMSETZEN.
Beteiligung – Frühzeitig wichtige Stakeholder und zukünftige Autoren im Unternehmen abholen und ihre Meinung achten.
Hemmnisse – Klar machen, dass sich das Marketing/ PR um den Feinschliff kümmert und die Artikel gerne überarbeitet: „Es ist nicht schlimm wenn Du einen Fehler machst. Wir helfen!“.
Wissensstand – Hilfestellung anbieten und die Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern fördern. Übernehmen Sie die Rolle des Moderators, wenn das Zusammenbringen von Mitarbeitern keine Erfolge zeigt. Seien Sie präsent und voller mitreißender Begeisterung.
Zeit – Empfehlen Sie dem Mitarbeiter, sich auf ein einziges Thema zu beschränken und nur die wesentlichen Kernaussagen für Sie zusammen zu fassen. Anschließend schreiben Sie den anderen Teil der Story selbst.
Zurückhaltung – Erlauben Sie es, dass der Mitarbeiter unter einem Pseudonym veröffentlicht oder ein anderer Mitarbeiter den Beitrag in seinem Namen veröffentlicht.
Geheimhaltung – Zeigen Sie dem Mitarbeiter auf, dass seine Aussagen keinen Schaden verursachen, sondern seinem Expertenstatus erhöhen.
Machen Sie klar, wie Leute aus den Suchmaschinen auf die Inhalte gelangen können, und dass das geteilte Wissen wertvoll für die Kaufentscheidung sein kann.

Die Motivierten

Das Leichteste ist es, Mitarbeiter, die ohnehin Lust haben, etwas zum Blog beizusteuern darin mit aller Macht zu unterstützen. Oft helfen Korrekturlesen und die Aufbereitung von Grafiken und Bildern. Diese Menschen sind Ihre erste Anlaufstelle und die Quelle für Inhalte. Fragen, Ideen und Anmerkungen sollten Sie Ihnen möglichst schnell beantworten und alles daran setzen, diese Mitarbeiter bei der Stange zu halten. Motivierend sind vor allem die Auswertung von Analytics-Zahlen, das Feedback in den Kommentaren und Twitter.

Die Experten

Die Experten in einem Unternehmen sind knappe Ressourcen. Ihre Zeit ist heilig und sollten sie mit Menschen aus Vertrieb und Entwicklung zusammenarbeiten, wissen Sie, dass sie oft wenig Lust haben, die Aufgaben des Marketing zu übernehmen. Umso wichtiger ist es, sich nicht über die fehlende Unterstützung aufzuregen (keine Opferhaltung einnehmen), sondern Lösungen zu finden. Bieten Sie an, dass die Inhalte nur in Bullet-Points und Stichwörtern an Sie übergeben werden müssen. Setzen Sie Zieltermine mit einer entsprechend langen Reaktionszeit vorab. Wenn Sie merken, dass das nicht hilft, führen Sie Interviews mit dem Experten durch. Ein Diktiergerät (neudeutsch: Smartphone) und ein kurzer Fragenkatalog helfen dabei, wesentliche Informationen in einem 15 Minuten Meeting aufzuzeichnen. Das Interview ist auch delegierbar. Anschließend schreiben Sie selbst die Inhalte, veröffentlichen Sie aber unter dem Namen des Experten und geben Sie Feedback zu den Reaktionen.
Richtige Blogger werden das alles mit Kopfschütteln lesen und sagen, dass sei nicht authentisch. Ich gebe Ihnen recht – ist es nicht. Wir leben in einer unvollkommenen Welt und manchmal brauchen wir ein paar Hilfsmittel um Dinge zu beschleunigen. Mit dem Erfolg kommt die Motivation  – MACHEN Sie erstmal.

Lesen Sie auch

Social Media Strategie – Vom Inhalt zur Brand-Community
Monitoring – Social Media Ziele messen

Die 6 wichtigsten Social Media Guidelines für Mitarbeiter

Das Social Media Marketing wird von vielen Mitarbeitern durchgeführt, um dafür zu sorgen, dass die Kommunikation im Web funktioniert und zielgerichtet ist, sollten Sie folgende sechs Punkte in den Social Media Guidelines erfassen.


Tipps und Tricks zur Einführung von Social Media
im Unternehmen finden Sie in diesem Buch.

1. Ziele und das Ergebnis klarstellen

Machen Sie klar, warum Sie im Social Web aktiv sind und welche Ziele Sie verfolgen. Wenn Sie es nicht wissen, woher dann Ihre Mitarbeiter. Definieren Sie das Ergebnis und schaffen Sie die Rahmenbedingungen.

2. Geheime Informationen beschützen

Vertrauliche Informationen müssen geheim bleiben und über zukünftige Entwicklungen, Finanzen oder schwebende Kundenverträge darf nichts ins Web gelangen. Stellen Sie sicher, dass auch zufällige Veröffentlichungen vermieden werden, z.B. weil sich ein Mitarbeiter über Foursqare bei einem Neukunden eincheckt („Max M. checked in @ Google Headquarter“) – clevere Konkurrenten sehen so etwas.

3. Keine persönlichen Angriffe und die Netiquette beachten

Wenn Mitarbeiter für das Unternehmen bloggen, kommentieren und zwitschern, dann sollten Sie auf keinen Fall schlecht über andere Kollegen, Vorgesetzte, Kunden oder Partner sprechen. Im Verlauf von Online-Diskussionen mit einzelnen Kontakten passieren solche Fehler schnell und können sehr schädlich sein.
Geben Sie Ihren Mitarbeitern Hilfestellung bei der „Netiquette“ mit auf dem Weg, damit Sie geteilte Informationen mit dem Urheber verlinken und sich dem Regelwerk des Netzes anpassen.

4. Trennen Sie Geschäftliches von Privatem

Nicht jeder private Blog muss als solcher gekennzeichnet sein, aber wenn eine Verwechslungsgefahr besteht, dann muss klar zwischen Mitarbeiteräußerung und Privatperson getrennt werden. Ein Verweis auf der jeweiligen Plattform, dem Profil oder im About-Teil ist sinnvoll. Außerdem sollten Mitarbeiter Social Media nur in den Pausen privat nutzen. Gerade wenn Social Media neu in Ihrem Unternehmen ist, müssen Sie den Mitarbeitern allerdings Zeit zugestehen, in denen Sie mit den neuen Tools probieren und „spielen“ können, vielleicht finden Sie dabei Wege, Ihre Arbeit noch besser zu machen.

5. Fördern Sie das Teamwork

Spielen Sie im Team. Ein Mitarbeiter, der eine Idee zu einem Beitrag für den Blog hat, sollte nicht zwangsläufig dazu verdonnert werden, diese Inhalte auch selbst zu erstellen. Bieten Sie Hilfestellungen und fördern Sie die Teamarbeit, denkbar wäre, dass der Mitarbeiter einzelne Punkte zusammenfasst und das Marketing-Team daraus einen fertigen Artikel erstellt. Schaffen Sie eine Umgebung, in der die Mitarbeiter Lust haben sich einzubringen und keine Angst, dass man Sie mit den neuen Aufgaben alleine lässt. Damit bauen Sie Reaktanzen ab und fördern das abteilungsübergreifende Zusammenspiel – kommunizieren Sie diese Denke.

6. Sprechen Sie menschlich und persönlich

Im Gegensatz zu vielen anderen Marketing-Aktivitäten hat Social Media einen gewissen Spaßfaktor, diesen darf man in der Kommunikation spüren. Erklären Sie Ihren Mitarbeitern, dass Sie in einer normalen Sprache kommentieren und schreiben sollen. Es geht nicht darum sterile Botschaften heraus zu posaunen, sondern darum, sich mit Menschen auszutauschen.

Ihre Guidelines sollten auf zwei A4 Seiten passen und gemeinsam mit den Unternehmensrichtlinien an die Mitarbeiter ausgehändigt werden. Passen Sie die Richtlinien im Laufe der Zeit an und überlegen Sie schon vorab, ob Sie spezielle Einschränkung aufgrund Ihres Geschäftsmodells brauchen. Wenn die Mitarbeiter die Richtlinien in einem Workshop gemeinsam erstellen, fördern Sie deren Akzeptanz (Social Media Engagement funktioniert am besten Buttom-up).

Fast ein Jahr später…

(Update 21.04.2011) Neue Mitarbeiter sind im Unternehmen angekommen. Sie haben nicht an den Guidelines mitgearbeitet – doch wer holt diese Mitarbeiter ab?

Weisen Sie Neulinge gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit auf die Richtlinien hin, dann gibt es später keine bösen Überraschungen. Wenn die Guidelines gleich zum Start schriftlich oder digital ausgegeben werden, sorgen Sie für Klarheit vom ersten Tag.

Tipp: Die Old-Boy (und Girls) ab mittlerem Management könnten Sie belächeln, wenn Sie Ihnen mit Social-irgendwas kommen. Denken Sie an Punkt 1. Mit dem Verständnis wächst die Akzeptanz.

Nutzen Sie zudem die ersten Tage, um den „Neuen“ auch persönlich die Richtlinien aufzeigen. Das kann entweder in einem formellen Meeting oder bei einem Kaffee in der Kantine sein. Klar, dass ein 3-Mann-Unternehmen anders miteinander kommuniziert als ein Großkonzern.

Lassen Sie die Regeln nicht verstauben.

Ob die Guidelines im Unternehmens-Wiki oder Intranet landen ist egal, nur in den seltensten Fällen graben die Mitarbeiter das tote Papier wieder aus – vermutlich erst dann, wenn es zu spät ist. Bedenken Sie daher, dass nur, wenn Sie regelmäßig die Guidelines kommunizieren, diese gelebt werden können. PR, HR oder Marketing sollte sich einigen wer verantwortlich ist.

 

Weitere lesenswerte Beiträge und Unternehmensrichtlinien:
[pdf] BVDW – Social Media Richtlinien
40 Social Media Guidelines (Beispiele)

Buch-Tipp
Ich habe die englische Version von Tamar Weinbergs Buch (Original-Titel:The New Community Rules) als sehr gut empfunden. Die deutsche Übersetzung finden Sie hier.