Social Media erfolgreich im Unternehmen einführen

Ziehen, schieben, drücken – Das Leben als Social Media Projektmanager ist oft ein Kraftakt voller Überzeugungsarbeit. Die Ängste vor der Macht der Community, Widerstände aus dem Management und die technischen Schwierigkeit um die Marke ins Social Web zu befördern, erschweren dem verantwortlichen Projektmanager die Aufgabe. Mit diesen Tipps verwirklichen Sie Ihr Social Media Projekt und gewinnen die Herzen Ihrer Projektteilnehmer.

Der Erfolg Ihres Social Media Projekts ist abhängig von der Unterstützung Ihres Führungsteams und Ihrer Mitarbeiter. (Bildquelle: tibchris)

Sofortmaßnahmen umsetzen aber Aktionismus vermeiden.

Wenn ein Unternehmen seine Marken ins Social Web befördern möchte ist meist schon klar, dass gewisse Basics früher oder später einfach eingeführt werden müssen. Als Sofortmaßnahmen sehe ich deshalb die Sicherung von Accountnamen auf Twitter, der Like-Page auf Facebook und häufig auch von Slideshare, Scribt-Account und Youtube-Channel. Oft haben einzelne Mitarbeiter schon Accounts für das Unternehmen gesichert und Sie als Projektmanager müssen diese Zugangsdaten zusammensuchen und zentral „managen“. An dieser Stelle sei aber davor gewarnt, gleich die ersten Posts zu schreiben oder mit dem wilden Getwitter zu starten. Denn Aktionismus führt nur dazu, dass Sie ziellos im Web herumschwirren.

Verstehen Sie die Ziele & Strategien, Wettbewerber und bisherigen Maßnahmen der Marke.

Wenn Sie als externer Berater im Unternehmen die Konzeption und Umsetzung der Social Media Aktivitäten managen sollen, müssen Sie die Marke kennenlernen. Die Ausgangsbasis ist immer eine Ist-Analyse der bisherigen Maßnahmen. Stellen Sie Fragen zu den Aktivitäten und hinterfragt Sie deren Erfolge in der Vergangenheit. Als nächstes beschäftigen Sie sich mit den Wettbewerbern im Social Web. Wurde vom Konkurrenten ein Blog angelegt und liegt dieser seit Monaten brach? Zu welchen Themen schreiben die Wettbewerber? Wer folgt ihnen und haben sie aktiv genutzte Accounts auf Twitter? Wurde Social Media in das gesamte Marketing integriert oder handelt es sich um zersplitterte Einzelaktionen des Wettbewerbers?

Kenne die Ängste und Wünsche deiner Projektteilnehmer – Die Stakeholderanalyse.

In jedem Unternehmen gibt es zwei Gruppen von Menschen. Die einen, die möglichst schnell die Social Media Kanäle nutzen möchten und die anderen, die dem Social Web skeptisch gegenüberstehen. Die erste Gruppe sitzt Ihnen im Nacken, weil sie möglichst schnell Erfolge sehen möchte. Die andere versucht Sie zu bremsen, was weitaus gefährlicher sein kann. Meist gibt es für die Vorbehalte Gründe, die wenn Sie sie erkannt haben, mehr oder weniger leicht aus dem Weg zu räumen sind. Identifizieren Sie die wichtigsten Entscheidungsträger im Unternehmen und finden Sie heraus, was Sie von Social Media erwarten und was sie abschreckt.
Oft gibt es auch Meinungsverschiedenheiten zwischen Personen unterschiedlicher Abteilungen. Es ist Ihre Aufgabe alle Widerstände aus der Welt zu schaffen, die Ihr Projek gefährden. Ein guter Projektmanager geht auf die Wünsche und Ängste vorbehaltlos ein und wird sie in der weiteren Planung berücksichtigen. Arbeiten Sie abteilungsübergreifend und sorgen Sie dafür, dass man Ihr Projekt wahrnimmt.

Um die interne Kommunikation zu verbessern, gehen Sie mit gutem Beispiel voran und bloggen Sie im Intranet über Ihr Projekt.

Lernen Sie die Kunden kennen.

Um festzustellen, was sich die Kunden wünschen, müssen Sie mit Mitarbeitern sprechen, die in ständigen Kontakt mit Ihrer Zielgruppe stehen (Vertrieb- und Service-Mitarbeiter). Warum kaufen die Kunden das Produkt? Welche Interessen verfolgen Unternehmen und die Zielgruppe gleichermaßen? Wo finden Sie Ihre Kunden im Social Web (Monitoring)? Auf diese Weise lassen sich schnell Schnittpunkte für die Content-Erstellung ermitteln und die später geplanten Maßnahmen am Nutzen für die Zielgruppe bewerten.

Besuchen Sie Messen mit Ihren Vertriebsmitarbeitern, interviewen Sie Kunden und spüren Sie ‘Markenbotschafter” im Netz auf.

Schulen Sie die Mitarbeiter.

Nicht nur die Entscheidungsträger können Ihr Projekt scheitern lassen, auch vernachlässigte Mitarbeiter neigen, dazu Ihnen Steine in den Weg zu legen. Oft helfen Einführungsveranstaltungen und freiwillige Workshops, in denen Sie den Mitarbeitern Beispiele für erfolgreiche Social Media Auftritte zeigen. Ich beginne meist mit einer lustigen Geschichte, die auf einer emotionalen Ebene „angreift“.
Die Samsung-Kampagne „Nonja“ ist ein schöner Einstieg, der Ihnen die Aufmerksamkeit aller Teilnehmer sichert. Anschließend können Sie Ihre Teilnehmer mit Beispielen aus der jeweiligen Branche ködern. Schließlich skizzieren sie, wie das eigene Unternehmen sein Potenzial nutzen sollte und wie die Mitarbeiter dazu beitragen können.

Seien Sie nützlich.

Social Media muss dem Unternehmensziel dienen und so sollten Sie sich als Problemlöser sehen. Gehen Sie auf Mitarbeiter zu und bieten Sie Ihnen Ihre Hilfe an. Eine Eventmanagerin wird sich freuen, wenn Sie ihr zeigen, wo sie die nächsten Teilnehmer einer Messe auf Xing antrifft. Ein Pressesprecher wird staunen, wenn Sie ihm seine Medienkontakte auf Twitter zeigen und wie er mit diesen in Kontakt bleiben kann. Und ein HR-Manager dem Sie eine maßgeschneiderte Stellenanzeige auf Facebook schalten, wird sicher auch Ihre anderen Maßnahmen unterstützen. Diese kleinen Maßnahmen zielen weiterhin darauf ab, die Mitarbeiter für Ihren Auftrag zu gewinnen. Wenn man Ihnen vertraut, dann können Sie die großen Hürden leichter überwinden. Vernachlässigen Sie die menschliche Ebene und Sie werden scheitern.

Planen Sie die Schritte und Phasen der Umsetzung.

Für die Neueinführung von Social Media halte ich mich grundsätzlichen an die Regeln aus dem Projektmanagement, ergänze sie aber um folgende drei Phasen: Verständnis-Implementierung-Interaktion

  • Verständnisphase: Hier zeigen Sie den Mitarbeitern, welche Tools es gibt, wie sie in der Praxis angewendet werden. Präsentationen und Dialog stehen während dieser Phase im Vordergrund. Ihr Ziel ist es „Verbündete“ zu finden und sie auf das gemeinsam das Ziel einzuschwören.
  • Implementierungsphase: Jetzt geht es darum die beschlossenen Ziele und Strategien technisch umzusetzen und dem Social Web Ihren Markenstempel aufzudrücken. Ihre Zeit werden Sie vor allem mit Designern und Programmierer verbringen. Halten Sie sich an Ihre ausgearbeitet Strategie und machen Sie nicht zu viele Kompromisse.
  • Interaktionsphase: Es geht los! Ihre ersten Artikel sind geschrieben, die ersten Menschen vor allem Mitarbeiter haben Sie für die neuen Tools als „Fans“ gewonnen und nun nutzen Sie die alten Kanäle des Unternehmens um die neuen Tools bekannt zu machen. In dieser Phase müssen Sie wachsam sein und die externen Stimmen abfangen und bewerten. Aus Ihrem Projekt muss schließlich Routine werden.

Wie begegnen Sie den Widerständen?

Welche Social Media Ängste schrecken das Management ab?

Wie begegnen Sie den Widerständen?

Welche Erfahrung haben Sie gemacht?

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Social Commerce in der Praxis Teil 6: Social Shopping Portale


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Durch den Siegeszug der Social Media finden immer mehr Social Commerce-taugliche Funktionen ihren Weg in Online-Shopping-Portale. Sie ermöglichen die Weiterentwicklung der herkömmlichen Portale zu Social Shopping-Portalen. Dabei stellen Preisvergleiche, Bewertungen, Social Bookmarking und Kommunikationsmöglichkeiten mit dem Social Graph die Basisfunktionen dar. In der Praxis finden sich zusätzlich viele weitere, portalspezifische Dienste und Funktionen aus dem Social Commerce Toolset wie:

- Erstellen eigener Mode-Outfits (z.B. polyvore.com)
- Style- und Shopping-Berater (z.B. thisnext.com)
- Trend- und Themen-Blogs (z.B. stylr.de)
- Wunsch- und Pick-Listen (z.B. amazon.de)
- Communities und Foren (z.B. pikaba.com)

Social Shopping-Portale setzten sich also durch verschiedene Einzelkomponenten aus dem Social Commerce-Repertoire zusammen und erzeugen dadurch Mehrwerte und Zusatznutzen, die eine höhere Bindung an das Portal erzeugen als herkömmliche, meist leicht austauschbare Shopping Portale der ersten Generation. Außerdem rückt durch die Verwendung der genannten Funktionen vor allem das Entdecken neuer Produkte und die Erleichterung der Kaufentscheidung durch die Hilfe der Community in den Vordergrund.

Best Practice

Das im Jahre 2006 gegründete Stuttgarter Unternehmen edelight ist ein Paradebeispiel für die neue Generation der Shopping-Portale und vereint nahezu alle zuvor genannten Tools und Eigenschaften. Basierend auf persönlichen Produktempfehlungen der Nutzer hat edelight im Laufe der Jahre das Portal immer weiter ausgebaut und mit Social Media-Elementen wie Themen-Blogs, Bewertungen, benutzergenerierten Kollektionen, Wunschlisten und professionellen Geschenk- und Produkt-Beratern aufgewertet. Damit wurde das eigene Motto „zu 100% von Menschen für Menschen“ konsequent verfolgt und weiterentwickelt. So bietet das Portal heute über 650.000 Userempfehlungen aus mehr als 8.400 internationalen Quellen und bindet eine große Nutzergemeinschaft, die über die Vielzahl an Funktionen und Diensten bei ihren Kaufentscheidungen unterstützt und beraten wird. Dabei wird eine Produkt- und Interessenvielfalt abgedeckt, die zur Zeit nur von wenigen vergleichbaren Diensten im deutschsprachigen Raum erreicht wird.

Von Menschen für Menschen

Das Potential der neuen Social Shopping Portale ist groß. Liegt der Fokus heute noch tendenziell im Mode-, Lifestyle- und Beautybereich, so ist leicht erkennbar, dass in Zukunft viele weitere Produktbereiche ihren Weg in Social Shopping- Portale finden werden. Nahezu alle Produktgruppen mit einer gemeinschaftsfähigen Relevanz lassen sich mit den neuen Portalen verbinden. Ob Heimwerker, Autoliebhaber, passionierte Sportler oder sonstige aktive Interessengruppen – sie alle verbindet eine Leidenschaft oder zumindest ein gemeinsames Interesse an Produkten und Erfahrungen, das in Social Shopping- Portalen aufgegriffen und monetarisiert werden kann.

Dabei entstehen neben den klaren Mehrwerten für die Nutzer wiederum nennenswerte Vorteile für Shopbetreiber und Hersteller. So werden zum einen die eingebundenen Produkte und Dienstleistungen „erlebbarer“, und zum anderen werden, ähnlich der zuvor genannten Shopping-Formen, neue und weitreichende Kunden- und Nutzergruppen erschlossen. Gleichzeitig sorgt diese Masse an aktiven Benutzern für einen stetig wachsenden Informationsfluss an Verbraucher-Insights, Produktfeedbacks, Trends und Meinungen, die Unternehmen dabei helfen, ihre Produkte weiter zu verbessern und in ihrer Bekanntheit zu steigern. Dabei liegt der überwiegende Aufwand zur Ausschöpfung dieser Potentiale wiederum bei den Nutzern und Portalbetreibern, die stetig darum bemüht sind, den Besuchern die bestmöglichen Produkte mit der bestmöglichen Beratung und Unterstützung zu offerieren.

Somit bestätigt sich auch in diesem Fall das von Eric Qualman gezogene Fazit aus der „Social Revolution“:

Die heutigen Gewinner sind großartige Produkte und Dienste – was letztlich bedeutet, dass die Menschen gewinnen“.

Dies war der letzte Teil der Reihe. Hier geht’s zu den vergangenen Beiträgen:

Social Commerce in der Praxis Teil 1: Portable Social Graph
Social Commerce in der Praxis Teil 2: Social Media Stores
Social Commerce in der Praxis Teil 3: Co-Shopping
Social Commerce in der Praxis Teil 4: Groupbuying
Social Commerce in der Praxis Teil 5: Shopping Clubs


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Social Commerce in der Praxis Teil 5: Shopping Clubs


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Online-Schnäppchen-Jagd auf die exklusive Art – Shopping-Clubs setzen auf drei wesentliche Eigenschaften: Exklusivität, zeitlich und in ihrer Menge begrenzte Angebote und hohe Preisnachlässe auf original Markenware. Dazu treten sie als geschlossene Communities auf, die nur von Mitgliedern per Log-In genutzt werden können. Um Mitglied zu werden, müssen sich Interessenten häufig bei der Community bewerben oder von einem bereits eingetretenen Freund eingeladen werden. Allerdings lockern derzeit viele Anbieter diese Restriktionen oder setzten von Beginn an auf eine offene Registrierung. Ähnlich den Groupbuying-Portalen offerieren Shopping-Clubs die Angebote ihren Nutzern ebenfalls zeitlich und in ihrer Menge begrenzt. Jedoch handelt es sich hier meist um Markenprodukte in einer Verkaufsaktion mit größerer Auswahl, im Vergleich zu einem einzelnen Angebot im Groupbuying.

Um die Attraktivität und Exklusivität zu steigern, gestalten Shopping-Clubs eine eigene Markenwelt zu den einzelnen Aktionen, die mit ansprechenden E-Mail-Newslettern, Flash-Filmen und thematisch angepassten Shop-Seiten dem Nutzer die Produkte der (Marken) Aktion entdecken lassen. Dabei haben Markenhersteller die Möglichkeit, neben aktueller Ware beispielsweise auch Restposten, Testprodukte oder Auslaufmodelle anzubieten. Auch hier genießen die anbietenden Hersteller Planungssicherheit, da eine Begrenzung der Stückzahlen wiederum in die Exklusivität einzahlt und in Shopping-Clubs üblich ist. Auch der Club-Betreiber selbst ist abgesichert, da die Bestellungen beim Hersteller meist erst nach Ablauf der Aktion und mit den exakten Stückzahlen erfolgt. Und das Konzept geht auf: Wie eine Studie von Anfang 2010 belegt; so kennen knapp 70% der deutschen Onliner bereits Shopping-Clubs und sind zu über 30% bereits Mitglied in einem davon. Auch die Umsätze 2009, beispielsweise des internationalen Markführers Vente Privée aus mit 680-700 Mio. Euro oder dem deutschen Marktführer Brands4Friends mit 80 Mio., unterstreichen den zunehmenden Erfolg.

Best Practice

Der im Jahre 2008 (verhältnismäßig spät) gestartete deutsche Shopping-Club „Bands4Friends“ stellt einen typischen Vertreter dieser Portale dar. Die ansprechend, aber wenig informativ gestaltete Startseite verdeutlicht die exklusive Ausrichtung und die Vorraussetzung eines eigenen Accounts um Zugang zu erhalten. Ist der Nutzer angemeldet, erhält er eine Übersicht über die laufenden Aktionen und kann die Angebote in Augenschein nehmen. Einzelne Aktions-Seiten bieten dann eine direkte Bestellmöglichkeit und zeigen einen Counter, der die verbleibende Zeit bis zum Ende der Aktion anzeigt. Über einen weiteren Button kann der Nutzer auch in diesem Shopmodell Freunde anwerben und einen Bonus für zukünftige Bestellungen erhalten.

Exklusives Online-Shopping – bei dem alle gewinnen

Das System der Shopping-Clubs ist einfach aufgebaut und für Unternehmen leicht einsetzbar, da die Implementierung und Abwicklung von den Clubbetreibern übernommen wird. Hersteller genießen dabei eine Vielzahl an Vorteilen. Zunächst ermöglichen der exklusive Rahmen der Clubs und das Aussperren von (Preis-) Suchmaschinen, das Image von Premium-Marken, trotz hohen Preisnachlässen, zu schützen und die Positionierung in hochpreisigen Segmenten beizubehalten. Des weiteren können durch die meist großen Reichweiten der Clubs hohe Absatzzahlen generiert, aber zugleich auch Respostenbestände oder Überproduktionen planbar und „markenschonend“ über Mengenbegrenzungen abgebaut werden. Ein weiterer Vorteil liegt in der Vermarktung der Aktionen und Angebote, denn diese wird von den Clubs, in Form von markengerechte Aktionswelten, selbst übernommen.

Neben den vielen klaren Vorteilen existiert jedoch eine grundlegende Gefahr im System der Marken-Clubs: Der Verlust der Exklusivität durch eine zu große Anzahl verschiedener Clubs mit ähnlichem Angebot und gleicher Zielgruppe. Dies würde zum einen dazu führen, dass der Schutz der Marke nicht mehr gewährleistet werden kann, da sich die verbilligten Preise überall finden lassen, und zum anderen werden Probleme bei der Erreichung der nötigen Reichweiten auftreten. Doch dieser Problematik kann entgegengewirkt werden. Einen Ansatz zur Lösung hat beispielsweise der Versandriese Otto bereits umgesetzt und fokussiert mit seinem übernommenen Shopping-Club limango Frauen und Familien und damit eine wesentlich spitzere Zielgruppe als breit aufgestellte Clubs wie Brands4Friends oder Vente Privée.

Hier geht’s zu den weiteren Teilen der Reihe:
Social Commerce in der Praxis Teil 1: Portable Social Graph
Social Commerce in der Praxis Teil 2: Social Media Stores
Social Commerce in der Praxis Teil 3: Co-Shopping
Social Commerce in der Praxis Teil 4: Groupbuying


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Bachelor Thesis – Social Commerce in der praktischen Umsetzung


Welche Social Media Tools ermöglichen den neuen E-Commerce?

Endlich hat meine Bachelor Thesis ihren weg ins Web gefunden!
Vielen Dank an Syzygy und Paul Marsden für die Unterstützung und Inspiration!

Hier eine kurze Beschreibung und das gesamte Dokument via Slideshare:
Ich freue mich über Feedback und Sharing!

Die Fülle an Möglichkeiten und Informationen, die heute durch das Social Web entstehen, beflügelt seit einiger Zeit die Debatte um die Monetarisierung und nutzenbringende Verwendung der Social Media in unternehmerischen Prozessen. In diesem Zusammenhang stehen heute Forschungsthemen wie Social Web Monitoring, Social Customer Relationship Management und Social Commerce im Fokus der Diskussion.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit konkreten Social Media Anwendungen und Diensten, die dazu geeignet sind, Kaufentscheidungen im E-Commerce positiv zu beeinflussen und Konsumenten durch Mehrwerte im Bereich Social Commerce zu loyalisieren. Dazu wird das Forschungsthema Social Commerce marketingpolitisch betrachtet und durch erfolgreiche Umsetzungen aus der Praxis veranschaulicht. Auch die Nutzung von Social Software, im Zuge der Umsetzung von Social Commerce in tiefgreifenden Unternehmensprozessen, wird in einem Theorieteil der Arbeit vorgestellt.

Die Arbeit ist in fünf Kapitel aufgeteilt, wobei Kapitel eins die Einführung und Kapitel fünf Fazit und Ausblick darstellt. Das zweite Kapitel soll dem Leser zunächst den Themenbereich der Social Media näherbringen und die heutigen Basisanwendungen und –dienste vorstellen sowie ihre Funktionsweise kurz erläutern. Kapitel drei beschäftigt sich mit der Definition des Themenbereiches Social Commerce. Dabei wird die theoretische und praktische Auslegung des Themas untersucht, um eine möglichst umfassende Definition des Begriffes Social Commerce zu finden. In Kapitel vier werden schließlich, aufbauend auf die Erkenntnisse der vorherigen Kapitel, konkrete Social Media Anwendungen und Dienste vorgestellt, die dazu geeignet sind, Kaufentscheidungen im E-Commerce positiv zu beeinflussen und Konsumenten durch Mehrwerte im Bereich Kommunikation und Kooperation zu loyalisieren. Dabei werden erfolgreiche Umsetzungen aus der Praxis zur Veranschaulichung geliefert und jeweils ein Fazit im Hinblick auf den Aufwand und Nutzen für Unternehmen, Stärken und Schwächen der Anwendung oder des Dienstes, sowie die entstehenden Mehrwerte des Social Commerce für Konsumenten gezogen.



Hier einige aufbereitete Auszüge:

Social Commerce in der Praxis Teil 1: Portable Social Graph
Social Commerce in der Praxis Teil 2: Social Media Stores
Social Commerce in der Praxis Teil 3: Co-Shopping
Social Commerce in der Praxis Teil 4: Groupbuying

Social Commerce in der Praxis Teil 4: Groupbuying

Zusammen geht es einfacher – diese Devise ist nicht neu, und hat sich stets bewährt. Eine Art dieses Konzept via Internet auf die breite Online-Shopping-Gemeinde anzuwenden entwickelte sich in den letzten drei Jahren unter dem Begriff “Groupbuying”. Anstelle der breiten Produktpalette üblicher Online-Shops werden den Interessenten einzelne Angebote offeriert, die nur eine begrenzte Gültigkeit besitzen (meist 24 Stunden), und erst ab einer bestimmten Anzahl an Käufern in Anspruch genommen werden können. So ergeben sich mehrere Vorteile: zum einen wird der Gemeinschaftsgedanke der Social Media genutzt, und zum anderen entsteht eine gewisse Exklusivität. Eine nahtlose Integration von Empfehlungen an Freunde über Social Media, nutzt zudem den Word-of-Mouth-Effekt voll aus, und belohnt den empfehlenden Kunden. Group-Buying Plattformen sind häufig auf das Anbieten von rabattierten Dienstleistungen spezialisiert, und bieten sie, lokal differenziert, über städtespezifische Versionen ihrer Portale an. Somit entsteht einerseits ein Markt für Angebote wie Wellness oder Freizeitaktivitäten, die vorher meist nicht online Verfügbar waren, und andererseits können lokal zugeschnittene Angebote neue Präferenzen bei den Nutzern schaffen. Die „Live-Shopping“- Komponente beeinflusst schließlich durch die zeitliche Limitierung der Angebote ebenfalls die Kaufentscheidung der Interessenten.

Best Practice

Einer der bekanntesten Group-Buying Dienste ist Groupon. Das Projekt entstand Ende 2008 in den USA aus der Kooperations- und Kollaborations-Plattform ThePoint und beschäftigt heute bereits über 300 Mitarbeiter in der Firmenzentrale in Chicago und über 600 weitere in Europa. Im Laufe des ersten Halbjahres 2010 übernahm Groupon schließlich auch die deutsche Group-Buying Variante „City Deal“, und ist nun nach eigenen Angaben der größte Group-Buying-Dienst weltweit. Der Name „Groupon“ setzt sich aus den englischen Wörtern Group und Coupon zusammen und beschreibt sehr treffend das Angebot des Portals: Als Gruppe vergünstigte Angebote (Coupons) erhalten. Dabei hält sich Groupon wie viele ähnliche Dienste zum einen an Dienstleistungen statt an einzelne Produkte und zum anderen auf eine lokale Ausrichtung über Subseiten für einzelne Städte.

Versöhnung von Online-Shopping und lokalen Dienstleistern

Group-Buying Dienste bieten durch ihre Ausrichtung auf Dienstleitung und regionale Differenzierung eine Art „Versöhnung von Online-Shopping und Lokalen-Dienstleistern“. Regionale klein- und mittelständische Unternehmen finden in Group-Buying-Portalen ebenso wie große, national agierende Unternehmen einen optimalen Partner für gezielte Verkaufsförderung und einen neuen Zugang zu tausenden potentiellen Käufern. Dabei profitieren die Unternehmen in vielerlei Hinsicht vom Group-Buying-System. Beispielsweise können spezielle Angebote erstellt werden, um ungenutzte Kapazitäten zielgenau auszuschöpfen, oder neue Dienstleistungen bzw. neue Unternehmen können einer breiten Masse vorgestellt werden und durch Kennenlernangebote ins Gespräch kommen.

Dabei wirken diese Angebote gleich in zweifacher Weise; zum einen erzeugen sie Werbekontakte, denn die Nutzer werden per Mail und die Portal-Homepage über den Dienstleister und sein Portfolio informiert, und andererseits werden direkt Verkäufe generiert, die Interessenten direkt zu (zahlenden) Kunden machen. Gleichzeitig besteht eine gewisse Sicherheit durch Planbarkeit für die anbietenden Unternehmen, da Mindest- und Höchstmengen angegeben werden können, vor deren Erreichung das Angebot nicht gültig wird bzw. nach deren Überschreitung das Angebot deaktiviert wird. Zudem wirkt auch die Live-Shopping-Komponente auf die Kaufentscheidung der Konsumenten. Die zeitlich limitierten Angebote fördern die, im Online-Shopping eher seltenen, klassischen Impulskäufe, da tagelange Produktrecherche, ausgiebige Preis-, Shop- und Produkt-Vergleiche in diesem System entfallen. Neben dem System der Portale selbst, kann letztlich auch der Betreiber den interessierten Unternehmen wertvolle Informationen liefern. Es können beispielsweise lokale und regionale Präferenzen identifiziert werden, generelle Tendenzen erkannt und der Mix der geschalteten Angebote ohne größere Aufwende optimiert werden.

Nächste Woche: (Private) Shopping Clubs

Hier geht’s zu den weiteren Teilen der Reihe:
Social Commerce in der Praxis Teil 1: Portable Social Graph
Social Commerce in der Praxis Teil 2: Social Media Stores
Social Commerce in der Praxis Teil 3: Co-Shopping