Kategorie-Archiv: Marketing

Social Commerce in der Praxis Teil 5: Shopping Clubs

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Online-Schnäppchen-Jagd auf die exklusive Art – Shopping-Clubs setzen auf drei wesentliche Eigenschaften: Exklusivität, zeitlich und in ihrer Menge begrenzte Angebote und hohe Preisnachlässe auf original Markenware. Dazu treten sie als geschlossene Communities auf, die nur von Mitgliedern per Log-In genutzt werden können. Um Mitglied zu werden, müssen sich Interessenten häufig bei der Community bewerben oder von einem bereits eingetretenen Freund eingeladen werden. Allerdings lockern derzeit viele Anbieter diese Restriktionen oder setzten von Beginn an auf eine offene Registrierung. Ähnlich den Groupbuying-Portalen offerieren Shopping-Clubs die Angebote ihren Nutzern ebenfalls zeitlich und in ihrer Menge begrenzt. Jedoch handelt es sich hier meist um Markenprodukte in einer Verkaufsaktion mit größerer Auswahl, im Vergleich zu einem einzelnen Angebot im Groupbuying.

Um die Attraktivität und Exklusivität zu steigern, gestalten Shopping-Clubs eine eigene Markenwelt zu den einzelnen Aktionen, die mit ansprechenden E-Mail-Newslettern, Flash-Filmen und thematisch angepassten Shop-Seiten dem Nutzer die Produkte der (Marken) Aktion entdecken lassen. Dabei haben Markenhersteller die Möglichkeit, neben aktueller Ware beispielsweise auch Restposten, Testprodukte oder Auslaufmodelle anzubieten. Auch hier genießen die anbietenden Hersteller Planungssicherheit, da eine Begrenzung der Stückzahlen wiederum in die Exklusivität einzahlt und in Shopping-Clubs üblich ist. Auch der Club-Betreiber selbst ist abgesichert, da die Bestellungen beim Hersteller meist erst nach Ablauf der Aktion und mit den exakten Stückzahlen erfolgt. Und das Konzept geht auf: Wie eine Studie von Anfang 2010 belegt; so kennen knapp 70% der deutschen Onliner bereits Shopping-Clubs und sind zu über 30% bereits Mitglied in einem davon. Auch die Umsätze 2009, beispielsweise des internationalen Markführers Vente Privée aus mit 680-700 Mio. Euro oder dem deutschen Marktführer Brands4Friends mit 80 Mio., unterstreichen den zunehmenden Erfolg.

Best Practice

Der im Jahre 2008 (verhältnismäßig spät) gestartete deutsche Shopping-Club „Bands4Friends“ stellt einen typischen Vertreter dieser Portale dar. Die ansprechend, aber wenig informativ gestaltete Startseite verdeutlicht die exklusive Ausrichtung und die Vorraussetzung eines eigenen Accounts um Zugang zu erhalten. Ist der Nutzer angemeldet, erhält er eine Übersicht über die laufenden Aktionen und kann die Angebote in Augenschein nehmen. Einzelne Aktions-Seiten bieten dann eine direkte Bestellmöglichkeit und zeigen einen Counter, der die verbleibende Zeit bis zum Ende der Aktion anzeigt. Über einen weiteren Button kann der Nutzer auch in diesem Shopmodell Freunde anwerben und einen Bonus für zukünftige Bestellungen erhalten.

Exklusives Online-Shopping – bei dem alle gewinnen

Das System der Shopping-Clubs ist einfach aufgebaut und für Unternehmen leicht einsetzbar, da die Implementierung und Abwicklung von den Clubbetreibern übernommen wird. Hersteller genießen dabei eine Vielzahl an Vorteilen. Zunächst ermöglichen der exklusive Rahmen der Clubs und das Aussperren von (Preis-) Suchmaschinen, das Image von Premium-Marken, trotz hohen Preisnachlässen, zu schützen und die Positionierung in hochpreisigen Segmenten beizubehalten. Des weiteren können durch die meist großen Reichweiten der Clubs hohe Absatzzahlen generiert, aber zugleich auch Respostenbestände oder Überproduktionen planbar und „markenschonend“ über Mengenbegrenzungen abgebaut werden. Ein weiterer Vorteil liegt in der Vermarktung der Aktionen und Angebote, denn diese wird von den Clubs, in Form von markengerechte Aktionswelten, selbst übernommen.

Neben den vielen klaren Vorteilen existiert jedoch eine grundlegende Gefahr im System der Marken-Clubs: Der Verlust der Exklusivität durch eine zu große Anzahl verschiedener Clubs mit ähnlichem Angebot und gleicher Zielgruppe. Dies würde zum einen dazu führen, dass der Schutz der Marke nicht mehr gewährleistet werden kann, da sich die verbilligten Preise überall finden lassen, und zum anderen werden Probleme bei der Erreichung der nötigen Reichweiten auftreten. Doch dieser Problematik kann entgegengewirkt werden. Einen Ansatz zur Lösung hat beispielsweise der Versandriese Otto bereits umgesetzt und fokussiert mit seinem übernommenen Shopping-Club limango Frauen und Familien und damit eine wesentlich spitzere Zielgruppe als breit aufgestellte Clubs wie Brands4Friends oder Vente Privée.

Hier geht’s zu den weiteren Teilen der Reihe:
Social Commerce in der Praxis Teil 1: Portable Social Graph
Social Commerce in der Praxis Teil 2: Social Media Stores
Social Commerce in der Praxis Teil 3: Co-Shopping
Social Commerce in der Praxis Teil 4: Groupbuying


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Bachelor Thesis – Social Commerce in der praktischen Umsetzung

Welche Social Media Tools ermöglichen den neuen E-Commerce?

Endlich hat meine Bachelor Thesis ihren weg ins Web gefunden!
Vielen Dank an Syzygy und Paul Marsden für die Unterstützung und Inspiration!

Hier eine kurze Beschreibung und das gesamte Dokument via Slideshare:
Ich freue mich über Feedback und Sharing!

Die Fülle an Möglichkeiten und Informationen, die heute durch das Social Web entstehen, beflügelt seit einiger Zeit die Debatte um die Monetarisierung und nutzenbringende Verwendung der Social Media in unternehmerischen Prozessen. In diesem Zusammenhang stehen heute Forschungsthemen wie Social Web Monitoring, Social Customer Relationship Management und Social Commerce im Fokus der Diskussion.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit konkreten Social Media Anwendungen und Diensten, die dazu geeignet sind, Kaufentscheidungen im E-Commerce positiv zu beeinflussen und Konsumenten durch Mehrwerte im Bereich Social Commerce zu loyalisieren. Dazu wird das Forschungsthema Social Commerce marketingpolitisch betrachtet und durch erfolgreiche Umsetzungen aus der Praxis veranschaulicht. Auch die Nutzung von Social Software, im Zuge der Umsetzung von Social Commerce in tiefgreifenden Unternehmensprozessen, wird in einem Theorieteil der Arbeit vorgestellt.

Die Arbeit ist in fünf Kapitel aufgeteilt, wobei Kapitel eins die Einführung und Kapitel fünf Fazit und Ausblick darstellt. Das zweite Kapitel soll dem Leser zunächst den Themenbereich der Social Media näherbringen und die heutigen Basisanwendungen und –dienste vorstellen sowie ihre Funktionsweise kurz erläutern. Kapitel drei beschäftigt sich mit der Definition des Themenbereiches Social Commerce. Dabei wird die theoretische und praktische Auslegung des Themas untersucht, um eine möglichst umfassende Definition des Begriffes Social Commerce zu finden. In Kapitel vier werden schließlich, aufbauend auf die Erkenntnisse der vorherigen Kapitel, konkrete Social Media Anwendungen und Dienste vorgestellt, die dazu geeignet sind, Kaufentscheidungen im E-Commerce positiv zu beeinflussen und Konsumenten durch Mehrwerte im Bereich Kommunikation und Kooperation zu loyalisieren. Dabei werden erfolgreiche Umsetzungen aus der Praxis zur Veranschaulichung geliefert und jeweils ein Fazit im Hinblick auf den Aufwand und Nutzen für Unternehmen, Stärken und Schwächen der Anwendung oder des Dienstes, sowie die entstehenden Mehrwerte des Social Commerce für Konsumenten gezogen.



Hier einige aufbereitete Auszüge:

Social Commerce in der Praxis Teil 1: Portable Social Graph
Social Commerce in der Praxis Teil 2: Social Media Stores
Social Commerce in der Praxis Teil 3: Co-Shopping
Social Commerce in der Praxis Teil 4: Groupbuying

Social Commerce in der Praxis Teil 4: Groupbuying

Zusammen geht es einfacher – diese Devise ist nicht neu, und hat sich stets bewährt. Eine Art dieses Konzept via Internet auf die breite Online-Shopping-Gemeinde anzuwenden entwickelte sich in den letzten drei Jahren unter dem Begriff “Groupbuying”. Anstelle der breiten Produktpalette üblicher Online-Shops werden den Interessenten einzelne Angebote offeriert, die nur eine begrenzte Gültigkeit besitzen (meist 24 Stunden), und erst ab einer bestimmten Anzahl an Käufern in Anspruch genommen werden können. So ergeben sich mehrere Vorteile: zum einen wird der Gemeinschaftsgedanke der Social Media genutzt, und zum anderen entsteht eine gewisse Exklusivität. Eine nahtlose Integration von Empfehlungen an Freunde über Social Media, nutzt zudem den Word-of-Mouth-Effekt voll aus, und belohnt den empfehlenden Kunden. Group-Buying Plattformen sind häufig auf das Anbieten von rabattierten Dienstleistungen spezialisiert, und bieten sie, lokal differenziert, über städtespezifische Versionen ihrer Portale an. Somit entsteht einerseits ein Markt für Angebote wie Wellness oder Freizeitaktivitäten, die vorher meist nicht online Verfügbar waren, und andererseits können lokal zugeschnittene Angebote neue Präferenzen bei den Nutzern schaffen. Die „Live-Shopping“- Komponente beeinflusst schließlich durch die zeitliche Limitierung der Angebote ebenfalls die Kaufentscheidung der Interessenten.

Best Practice

Einer der bekanntesten Group-Buying Dienste ist Groupon. Das Projekt entstand Ende 2008 in den USA aus der Kooperations- und Kollaborations-Plattform ThePoint und beschäftigt heute bereits über 300 Mitarbeiter in der Firmenzentrale in Chicago und über 600 weitere in Europa. Im Laufe des ersten Halbjahres 2010 übernahm Groupon schließlich auch die deutsche Group-Buying Variante „City Deal“, und ist nun nach eigenen Angaben der größte Group-Buying-Dienst weltweit. Der Name „Groupon“ setzt sich aus den englischen Wörtern Group und Coupon zusammen und beschreibt sehr treffend das Angebot des Portals: Als Gruppe vergünstigte Angebote (Coupons) erhalten. Dabei hält sich Groupon wie viele ähnliche Dienste zum einen an Dienstleistungen statt an einzelne Produkte und zum anderen auf eine lokale Ausrichtung über Subseiten für einzelne Städte.

Versöhnung von Online-Shopping und lokalen Dienstleistern

Group-Buying Dienste bieten durch ihre Ausrichtung auf Dienstleitung und regionale Differenzierung eine Art „Versöhnung von Online-Shopping und Lokalen-Dienstleistern“. Regionale klein- und mittelständische Unternehmen finden in Group-Buying-Portalen ebenso wie große, national agierende Unternehmen einen optimalen Partner für gezielte Verkaufsförderung und einen neuen Zugang zu tausenden potentiellen Käufern. Dabei profitieren die Unternehmen in vielerlei Hinsicht vom Group-Buying-System. Beispielsweise können spezielle Angebote erstellt werden, um ungenutzte Kapazitäten zielgenau auszuschöpfen, oder neue Dienstleistungen bzw. neue Unternehmen können einer breiten Masse vorgestellt werden und durch Kennenlernangebote ins Gespräch kommen.

Dabei wirken diese Angebote gleich in zweifacher Weise; zum einen erzeugen sie Werbekontakte, denn die Nutzer werden per Mail und die Portal-Homepage über den Dienstleister und sein Portfolio informiert, und andererseits werden direkt Verkäufe generiert, die Interessenten direkt zu (zahlenden) Kunden machen. Gleichzeitig besteht eine gewisse Sicherheit durch Planbarkeit für die anbietenden Unternehmen, da Mindest- und Höchstmengen angegeben werden können, vor deren Erreichung das Angebot nicht gültig wird bzw. nach deren Überschreitung das Angebot deaktiviert wird. Zudem wirkt auch die Live-Shopping-Komponente auf die Kaufentscheidung der Konsumenten. Die zeitlich limitierten Angebote fördern die, im Online-Shopping eher seltenen, klassischen Impulskäufe, da tagelange Produktrecherche, ausgiebige Preis-, Shop- und Produkt-Vergleiche in diesem System entfallen. Neben dem System der Portale selbst, kann letztlich auch der Betreiber den interessierten Unternehmen wertvolle Informationen liefern. Es können beispielsweise lokale und regionale Präferenzen identifiziert werden, generelle Tendenzen erkannt und der Mix der geschalteten Angebote ohne größere Aufwende optimiert werden.

Nächste Woche: (Private) Shopping Clubs

Hier geht’s zu den weiteren Teilen der Reihe:
Social Commerce in der Praxis Teil 1: Portable Social Graph
Social Commerce in der Praxis Teil 2: Social Media Stores
Social Commerce in der Praxis Teil 3: Co-Shopping

Social Commerce in der Praxis Teil 3:
Co-Shopping

Endlich auch online gemeinsam mit Freunde shoppen gehen! Co-Shopping überträgt die Erfahrung des gemeinsamen Einkaufens im realen Leben auf den E-Commerce. Dabei wird im Gegensatz zu Social Media Stores von einem bestehenden Onlineshop als Basisplattform ausgegangen. Der Shop wird dann um Social Media Technologien wie Chatfenster, Empfehlungen oder Co-Browsing (das Freigeben des eigenen Bildschirminhaltes) ergänzt, um neue Kooperations- und Kommunikationselemente bereit zu stellen. Über bekannte Social Web Dienste wie Facebook, Twitter oder Instant-Messaging kann der Shopbesucher nun Freunde und Bekannte einladen, mit ihm gemeinsam das Angebot zu erkunden. Das ermöglicht den Usern, sich live während des Online-Einkaufes über Produkte auszutauschen und Empfehlungen abzugeben oder zu erhalten. Ob auf der Suche nach einem gemeinsamen Geschenk oder zur Erleichterung der persönlichen Kaufentscheidung – Co-Shopping Elemente ermöglichen es, das Einkaufserlebnis (wie im klassischen Ladengeschäft) mit Freunden zu gestalten und aufzuwerten.

Best Practice

hautbalace co-shopping

Der deutsche Naturkosmetik-Shop Hautbalance erweiterte bereits vor Monaten als einer der ersten deutschen Shopbetreiber sein Online-Angebot um Co-Shopping Elemente. Dazu wurde die durch Mattel und DecisionStep bekannt gewordene ShopTogether Toolbar um weitere Elemente ergänzt und dem Corporate Design des Online-Shops angepasst. Neben der Möglichkeit, Freunde und Bekannte zum gemeinsamen Einkaufen einzuladen, können Besucher Produkte an ihren Social Graph empfehlen und Kosmetik-Tipps aus den Social Web-Präsenzen von Hautbalance abrufen. Zusätzlich kann der Interessent sich die fünf beliebtesten Produkte der aktuellen Einkäufe anzeigen, und sich so zusätzliche Anregungen und Empfehlungen geben lassen.

Schluss mit der Einsamkeit beim Online-Shopping

Co-Shoppingelemente bieten unabhängig von der Art der Produkte die Möglichkeit, die gewohnte und geschätzte Erfahrung des gemeinsamen Einkaufs auf Onlineshops zu übertragen. Darüber hinaus zeigt sich gerade bei Produkten, die Frauen fokussieren, dass das gemeinsame Einkaufen eher einem „Happening“ gleichkommt und die Dauer des Einkaufes sowie die Intensität des Erlebnisses um ein Vielfaches erhöht. Auch Onlineshops mit Produkten, die ein höheres Maß an Beratung und Information fordern, können von den Möglichkeiten des Co-Shoppings besonders profitieren. Zum einen kann diese Beratungsleistung von Freunden übernommen werden, und zum anderen können Servicemitarbeiter ebenfalls zielgerichtet und in Echtzeit zusätzliche Informationen liefern, ohne zunächst über eine Kundenhotline kontaktiert werden zu müssen.

Diesen Vorteil sieht auch die Inhaberin und Geschäftsführerin Elke Hockauf von Hautbalance als zentrales Argument für die Nutzung von Co-Shoppingelementen und erklärt in einem Pressebericht: „Für Kosmetikkunden ist es sehr wichtig, sich ausführlich mit Freunden, Verwandten und Fachkräften zu beraten. ShopTogether Friends ist dafür perfekt geeignet.“ Schließlich ist laut Pressebericht auch ein klarer Return on Investment in diesem Social Commerce Model zu erkennen, denn seit dem Zeitpunkt der Implementierung verzeichnet der Onlineshop einen Zuwachs an Bestellungen von 15% und eine Erhöhung des durchschnittlichen Bestellwerts um 50%. So zeigt auch dieses Social Commerce Instrument, dass durch die Schaffung neuer Kooperations- und Kommunikationselemente in bestehenden Onlineshops ein klarer, Mehrwert auf Konsumenten- und Unternehmensseite geschaffen werden kann.


Hier geht’s zu den weiteren Teilen der Reihe:
Social Commerce in der Praxis Teil 1: Portable Social Graph
Social Commerce in der Praxis Teil 2: Social Media Stores

Social Commerce in der Praxis Teil 3:Co-Shopping

Endlich auch online gemeinsam mit Freunde shoppen gehen! Co-Shopping überträgt die Erfahrung des gemeinsamen Einkaufens im realen Leben auf den E-Commerce. Dabei wird im Gegensatz zu Social Media Stores von einem bestehenden Onlineshop als Basisplattform ausgegangen. Der Shop wird dann um Social Media Technologien wie Chatfenster, Empfehlungen oder Co-Browsing (das Freigeben des eigenen Bildschirminhaltes) ergänzt, um neue Kooperations- und Kommunikationselemente bereit zu stellen. Über bekannte Social Web Dienste wie Facebook, Twitter oder Instant-Messaging kann der Shopbesucher nun Freunde und Bekannte einladen, mit ihm gemeinsam das Angebot zu erkunden. Das ermöglicht den Usern, sich live während des Online-Einkaufes über Produkte auszutauschen und Empfehlungen abzugeben oder zu erhalten. Ob auf der Suche nach einem gemeinsamen Geschenk oder zur Erleichterung der persönlichen Kaufentscheidung – Co-Shopping Elemente ermöglichen es, das Einkaufserlebnis (wie im klassischen Ladengeschäft) mit Freunden zu gestalten und aufzuwerten.

Best Practice

hautbalace co-shopping

Der deutsche Naturkosmetik-Shop Hautbalance erweiterte bereits vor Monaten als einer der ersten deutschen Shopbetreiber sein Online-Angebot um Co-Shopping Elemente. Dazu wurde die durch Mattel und DecisionStep bekannt gewordene ShopTogether Toolbar um weitere Elemente ergänzt und dem Corporate Design des Online-Shops angepasst. Neben der Möglichkeit, Freunde und Bekannte zum gemeinsamen Einkaufen einzuladen, können Besucher Produkte an ihren Social Graph empfehlen und Kosmetik-Tipps aus den Social Web-Präsenzen von Hautbalance abrufen. Zusätzlich kann der Interessent sich die fünf beliebtesten Produkte der aktuellen Einkäufe anzeigen, und sich so zusätzliche Anregungen und Empfehlungen geben lassen.

Schluss mit der Einsamkeit beim Online-Shopping

Co-Shoppingelemente bieten unabhängig von der Art der Produkte die Möglichkeit, die gewohnte und geschätzte Erfahrung des gemeinsamen Einkaufs auf Onlineshops zu übertragen. Darüber hinaus zeigt sich gerade bei Produkten, die Frauen fokussieren, dass das gemeinsame Einkaufen eher einem „Happening“ gleichkommt und die Dauer des Einkaufes sowie die Intensität des Erlebnisses um ein Vielfaches erhöht. Auch Onlineshops mit Produkten, die ein höheres Maß an Beratung und Information fordern, können von den Möglichkeiten des Co-Shoppings besonders profitieren. Zum einen kann diese Beratungsleistung von Freunden übernommen werden, und zum anderen können Servicemitarbeiter ebenfalls zielgerichtet und in Echtzeit zusätzliche Informationen liefern, ohne zunächst über eine Kundenhotline kontaktiert werden zu müssen.

Diesen Vorteil sieht auch die Inhaberin und Geschäftsführerin Elke Hockauf von Hautbalance als zentrales Argument für die Nutzung von Co-Shoppingelementen und erklärt in einem Pressebericht: „Für Kosmetikkunden ist es sehr wichtig, sich ausführlich mit Freunden, Verwandten und Fachkräften zu beraten. ShopTogether Friends ist dafür perfekt geeignet.“ Schließlich ist laut Pressebericht auch ein klarer Return on Investment in diesem Social Commerce Model zu erkennen, denn seit dem Zeitpunkt der Implementierung verzeichnet der Onlineshop einen Zuwachs an Bestellungen von 15% und eine Erhöhung des durchschnittlichen Bestellwerts um 50%. So zeigt auch dieses Social Commerce Instrument, dass durch die Schaffung neuer Kooperations- und Kommunikationselemente in bestehenden Onlineshops ein klarer, Mehrwert auf Konsumenten- und Unternehmensseite geschaffen werden kann.


Hier geht’s zu den weiteren Teilen der Reihe:
Social Commerce in der Praxis Teil 1: Portable Social Graph
Social Commerce in der Praxis Teil 2: Social Media Stores

Social Commerce in der Praxis Teil 2: Social Media Stores

Mit dem Social Media Store kommt der Berg zum Propheten. Er stellt die logische Konsequenz des aktuellen Social Media Booms für die Entwicklung des E-Commerce dar. Große Social Networks (primär Facebook) bieten seit einiger Zeit die Möglichkeit, Onlineshops innerhalb dieser Netzwerke zu integrieren. Damit wird den Nutzern ermöglicht, dort einzukaufen, wo sie sich primär aufhalten, austauschen und beteiligen. Gleichzeitig stehen ihnen die gewohnten Funktionen wie Bewertungen und Empfehlungen sowie das Teilen und Chatten mit Freunden zur Verfügung. Darüber hinaus ist, dank der Entwicklung neuer Technologien und Schnittstellen, auch die Integration von bestehenden Online-Shops in private Blogs oder Websites möglich. Dadurch können Nutzer von der Expertise eines Blogs oder einer Community profitieren und gleichzeitig relevante Produkte oder Dienstleistungen über Dritte beziehen.

Es lassen sich drei Arten von Social Media Stores beobachten:

1. Statische Shop-Elemente auf Social Media-Auftritten von Unternehmen, die lediglich auf den eigentlichen, externen Onlineshop verlinken.

2. Ein funktionsfähiger (Teil-)Shop auf Social Media-Auftritten von Unternehmen, der eine Auswahl oder die Gesamtheit eines externen Onlineshops bereitstellt, dabei jedoch meist keine Bezahlmöglichkeit im Store bietet. Onlineshops mit Schnittstellen zur Integration in Blogs oder Communities basieren meist auf diesem Verfahren, und leiten den Käufer im letzten Schritt (Bezahlung) auf den eigentlichen, externen Shop weiter.

3. Ein autarker Shop auf Social Media-Auftritten von Unternehmen, der den Einkaufsprozess komplett im Social Network ermöglicht und dabei ohne externen Shop oder externe Zahlungsabwicklung auskommt. Natürlich kann weiterhin ein primärer, externer Shop des Händlers parallel bestehen.


Best Practice


Mit YouTique startet das englische Modelabel French Connection eine der ersten Umsetzungen einer “YouTube Boutique”. Personal Shopping und Kaufberatung stehen im Mittelpunkt der mehrminütigen Clips, welche das YouTube Annotation Tool nutzen um einen “Buy-Button” innerhalb der Clips zu generieren. Damit zählt YouTique zunächst zur ersten Kategorie der Social Media Shops. Es lässt sich jedoch leicht erahnen welches Social Commerce Potential auch in diesem Social Web Dienst steckt. Unternehmen können alle Vorteile einer Video-Produktpräsentation und -Beratung ausschöpfen, Sharing- und Kommentarfunktionen von YouTube nutzen und die virale Performance dieses beliebten Kanals voll ausschöpfen.

In Kooperation mit Amazon und Procter & Gamble ging vor Kurzem bereits der Facebook-Amazon-Store für die Marke Makeup Max Factor online – nur Wochen später folgt jetzt der Pampers Facebook Store, der, neben den bekannten Windeln, Produkte von 29 Procter & Gamble Marken über Amazons Webstore Schnittstelle auf Facebook anbietet. Dem User wird so ermöglicht über das Shopping- und Payment-System von Amazon innerhalb von Facebook einzukaufen. Lagerung, Bezahlung und Lieferung werden dabei von Amazon übernommen, wodurch diese Kombination sehr interessant für weiter (Marken-) Hersteller werden wird, denn im Gegensatz zu bisherigen Facebook-Shop-Lösungen ist es nun nicht mehr notwendig ein eigenes Shop- und Logistik-System zu unterhalten. So lassen sich Commerce-Funktionen ohne erhöhten Aufwand in bestehende Marken- und Unternehmens-Facebookseiten integrieren.

Wenn der Berg zum Propheten kommt

Social Media Stores, verlagern den Ort der Interaktion von der eigenen Shopping-Website auf Social Websites wie Social Networks, Blogs oder Communities. Trotz dieses vermeintlichen Nachteils für den eigentlichen Onlineshop, entstehen zahlreiche Vorteile für Unternehmen und Konsumenten.
Shopbetreiber können ihre Produkte nun zusätzlich Millionen von Nutzern offerieren und profitieren dabei ohne Mehraufwand von den Kooperations- und Kommunikationseigenschaften der Social Networks oder der Expertise von Blogs und Communities, die Kaufentscheidungen positiv beeinflussen können. Technologiedienstleister wie ShopShare, alvenda oder Payvment stellen dazu bereits vollfunktionsfähige und leicht anpassbare Systeme zur Verfügung, die eine Social Media-Store-Integation ohne größeren Aufwand zulassen.

Auf der anderen Seite ermöglichen die Social Media-Stores den Konsumenten dort einzukaufen, wo sie sich bevorzugt aufhalten, sich mit Freunden austauschen und über Produkte und Erfahrungen berichten. Sie können sich im gewohnten Umfeld und über gewohnte Funktionen von ihrem Social Graph beraten lassen, Produkte teilen oder gemeinsam einkaufen.


Hier geht’s zu den weiteren Teilen der Reihe:
Social Commerce in der Praxis Teil 1: Portable Social Graph
Social Commerce in der Praxis Teil 3: Co-Shopping
Social Commerce in der Praxis Teil 4: Groupbuying
Social Commerce in der Praxis Teil 5: Shopping Clubs

Social Media Strategie – Vom Inhalt zur Brand Community

Für die strategische Markenführung im Social Web, müssen Unternehmen ihre Social Media Maßnahmen auf einer Plattform zusammenführen. Beste Möglichkeit ist der Blog. Hier laufen alle Fäden zusammen. Neben den Artikeln können Videos (Youtube, Vimeo), Präsentationen (Scribt, Slideshare) und Bilder (Flickr, Picasa) eingebunden werden.

Binden Sie Ihre Besucher. Die Besucher sollen langfristig an die Marke gebunden werden, so dass sie auch in der Zukunft für die Botschaften des Unternehmens erreichbar sind. Daher sollten sie Anknüpfungspunkte finden, um der Facebook-Page beizutreten, dem Markenprofil auf Twitter zu folgen, den RSS-Feed zu abonnieren oder zum Newsletter anmelden. Die mit der Marke verbundenen Menschen werden zur Brand-Community. Durch die Verknüpfung auf den Profilen sind diese Menschen immer wieder zu erreichen, weil neue Statusmeldungen und Updates automatisch in ihren News Streams der jeweiligen Plattform erscheinen.

Das unten stehende Schaubild verdeutlicht die Strategie der Social Media Aktivitäten, die darauf abzielt neue Menschen zu erreichen und die Besucher der Plattformen zu Mitgliedern der Brand Community zu machen. Demnach sind Besucher der Inhalte auf den Plattformen entweder neue Besucher oder bereits Teil der Brand-Community.

Woher kommen die Besucher? Diese beiden Arten von Besuchern können über verweisende Seiten (Links), Suchmaschinenergebnisse oder durch Eingabe der URL in den Browser direkt auf die Inhaltsseiten gelangen. Die Inhaltsseiten umfassen alle Kanäle, auf denen die Marke aktiv ist und die allesamt auf die zentrale Plattform, in diesem Fall den Blog verweisen.

Optionen auf den Content-Seiten

Connect.Sie schließen sich der Brand-Community an, wenn sie der Marke auf Twitter oder Facebook folgen, den Newsletter oder RSS Feed abonnieren. Dadurch wächst die Community um die Marke und die Menschen bleiben weiterhin erreichbar.

Wachstum. Im Laufe der Zeit wächst die Anzahl der Menschen in der Brand-Community an, was zur Folge hat, dass immer mehr Inhalte geteilt werden und sich im Netz verbreiten. Dieses System ist darauf ausgerichtet, mehr und mehr Menschen der Zielgruppe auf den Plattformen zu „sammeln“. Optimal ist es, wenn ein Teil der Mitglieder zu Markenbotschaftern wird.

Share. Sie teilen die Inhalte mit ihren Kontakten, was neue Besucher auf die Seiten führt.

Response. Sie reagieren auf die Inhalte, indem sie sich in Kommentaren äußern. Die Interaktion kann aber auch via E-Mail Antworten oder durch einen Anruf im Unternehmen erfolgen.

Response-Share-Connect

Social Media Strategie Brand Community

Social Commerce in der Praxis Teil 1: Portable Social Graph

social graphDie praktische Umsetzung von Social Commerce, durch die Verknüpfung von Social Media-Anwendungen und -Diensten mit E-Commerce-Plattformen, erhält seit den letzten 12 Monaten einen spürbaren Zuwachs an Aufmerksamkeit. Grade in den USA bemühte man sich bereits seit einiger Zeit um die Implementierung “Sozialer-Komponenten” in bestehende Online-Shopping Plattformen und die Entwicklung ganz neuer “Social Shopping” Modelle zur Monetarisierung der Social Media.

Auch in Deutschland ist dieser Trend zu spüren. Portale wie CityDeal (jetzt Groupon), edelight oder stylr.de zeigen, dass Social Shopping keine bloße Idee des amerikanischen Marktes ist, sondern auch hierzulande dem großen Begriff Social Commerce ein Gesicht geben kann. Da wir immer häufiger nach praktischen Beispielen und Lösungen zu diesem Thema gefragt werden, möchten wir mit dieser Reihe “Social Commerce in der Praxis” allen Interessierten eine Übersicht über die praktischen Umsetzungsmöglichkeiten geben.

Dazu heute der erste Teil:

Portable Social Graph



Was ist der Portable Social Graph?

Der Portable Social Graph beschreibt im Allgemeinen online verfügbare Information über einen Nutzer und seine sozialen Verknüpfungen von Freunden, Familie und Kollegen. Er zeigt die Aktivitäten des Nutzers, wer ihn beeinflusst und wo seine Interessen liegen. Social Networks machen es möglich, diese Informationen gezielt zu sammeln und gebündelt zur Verfügung zu stellen. Durch die soziale und persönliche Ebene der Informationen geht der Social Graph also weit über die rein technologische Ebene hinaus und eröffnet Unternehmen und Konsumenten neue, persönliche und vernetzte Interaktions- und Informationsmöglichkeiten.

Grundsätzlich ermöglicht der Portable Social Graph dem Nutzer zwei Kernfunktionen im Social Web. Zum einen fungiert er als eine Art „Web-Visitenkarte“, die es erlaubt, sich ohne zusätzliche Registrierung auf Websites wie Shops, Blogs oder Foren anzumelden. Dazu können die benötigten Angaben zur Person, Fotos und andere Informationen aus dem entsprechenden Social Network abgerufen und dem Websitebetreiber zur Verfügung gestellt werden. Die zweite Funktion stellt die eigentliche Interaktion mit dem Social Graph dar. Dabei kann der Nutzer externe Inhalte mit seinem Netzwerk teilen, Freunde um Rat fragen oder sehen, welche Seiten, Produkte oder Aktivitäten anderen gefallen und von ihnen gekauft oder empfohlen werden. Beide Funktionen lassen sich ebenso für die Mobile Web- und App-Integration verwenden. So ermöglichen sie eine vereinfachte und gleichzeitig personalisierte Mobile-Web-Erfahrung auf über Smartphones oder neuen Tablett-Geräten wie dem iPad.

Best Practice

levis friend store

Der Jeanshersteller Levi’s bietet einen sogenannten „Friends Store“ und nutzt dazu die Facebook Social Plugins „Connect“ und „Like Button“ bzw. die “Open Graph API”. In diesem Teil des Onlineshops kann der Nutzer seinem Social Graph zeigen, welche Jeans ihm gefallen, und sich gleichzeitig Empfehlungen seiner Freunde anzeigen lassen, die ebenfalls den Levi’s Friends Store besucht haben. Somit entsteht ein personalisierter Shop, der Lieblingsprodukte des Users und seiner Freunde abbildet.

amazon facebook connect

Der Online-Shopping-Riese Amazon bietet Kunden, die ihr Amazon- und Facebook-Konto verknüpfen (z.Z. nur Amazon.com), die Möglichkeit, Geschenktipps aus den Wunschlisten ihrer Freunde und Social Recommendations anhand der in Facebook hinterlegten Interessen zu Filmen, Musik und Büchern, zu erhalten. Gleichzeitig erfassen beide Dienste weitere, wertvolle Informationen über das Kaufverhalten und die Einflüsse ihrer Nutzer.

Fazit

Der Portabel Social Graph ist ein ideales Instrument für die Verbindung von Social Media und bestehendem E-Commerce zu Social Commerce in eigenen Onlineshops oder Marken- und Unternehmenswebsites. Den Usern wird über vertraute Elemente ihres Social Networks ermöglicht, mit ihrem Social Graph in Verbindung zu treten, um ihre Einkaufserlebnisse zu teilen und sich Rat und Empfehlungen zu Produkten und Dienstleistungen einzuholen, die ihre Kaufentscheidung beeinflussen. Darüber hinaus entfallen die Hürden eines weiteren Registrierungsprozesses. Somit wird ein neues, kooperatives und kommunikatives Shopping-Erlebnis generiert, das klare Mehrwerte auf beiden Seiten schafft.

Denn auch auf Seiten der Unternehmen und Shopbetreiber entstehen Vorteile, die den Einsatz des Portable Social Graph attraktiv machen. So erlangt der Betreiber auf einfache Art und Weise tiefere Einblicke in die Bedürfnisse, Präferenzen und sozialen Verbindungen seiner Besucher und kann personalisierte Angebote bereitstellen oder die bestehende Angebotspalette an die Zielgruppe anpassen. Außerdem bleibt, im Gegensatz zu einem Auftritt innerhalb eines Social Networks, der eigene Shop oder die Marken- und Unternehmenswebsite der Ort der Interaktion. Dabei ist die Nutzung der Social Plugins und Connect-Elemente komplett kostenfrei und leicht in bestehende Websites implementierbar. Letztlich ist allerdings zu beachten, dass es sich bei den genannten Informationen um sehr persönliche und stellenweise weitreichende Details handelt, die mit Respekt vor der Privatsphäre des Nutzers behandelt werden müssen. Facebook trägt diesem Umstand in soweit Rechnung, dass der User im Laufe des Verknüpfungsprozesses die einzelnen Informationsfreigaben aktiv bestätigen muss. Daher ist es ratsam den Besuchern offen zu legen, welche Informationen zu welchen Zwecken genutzt werden, um Irritationen oder Anmeldeabbrüchen vorzubeugen.

Weiter Informationen zum Thema und den bekanntesten Social Graph Technologien gibt es unter:

Facebook Open Graph Best Practice

www.opensocial.org

code.google.com/apis/socialgraph

www.google.com/friendconnect

developers.facebook.com

(Bildquelle oben links: Google Code)


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Social Commerce in der Praxis Teil 3: Co-Shopping