Kategorie-Archiv: Themen

Amazon und Facebook bauen ihren Social Commerce Vorsprung weiter aus

Amazon und Facebook haben in den vergangenen Tagen gleich mehrmals die Diskussion um Social Commerce beflügelt. Amazons „Facebook Page“ und der Amazon powered Facebook Store für die P&G Make-Up Marke MaxFactor verknüpfen die beiden Internet-Größen sehr eng miteinander. Dies stellt nicht nur einen großen Schritt für beide Unternehmen und deren Nutzer dar, sondern zeigt in Anbetracht der hohen Kunden- bzw. Mitgliederzahlen beider Plattformen, dass Social Commerce (und in diesem Fall ebenso der sog. F-Commerce) eine ernst zu nehmende Entwicklungsstufe erreicht hat.

Amazon verwendet bereits seit Jahren eigene Social Commerce Funktionen, um den Kunden bei seinen Kaufentscheidungen zu Unterstützen und Customer Insights zur Angebotsoptimierung zu gewinnen. Doch die jüngsten Entwicklung zeigen, dass man sich bei Amazon nicht auf Erfolgen ausruht. Das Thema Social Commerce wird kontinuierlich vorangetrieben und erreicht mit der Verknüpfung mit Facebook einen weiteren Meilenstein. Dies gilt ebenso für Facebook, denn auch im kalifornischen Palo Alto arbeitet man mit Hochdruck an Commerce-Funktionen und -Schnittstellen, die das Netzwerk weiter in Richtung Social Commerce öffnen sollen.

Aber was haben die beiden Online-Riesen da genau umgesetzt?

Amazon USA bietet Kunden, die ihr Amazon- und Facebook-Konto verknüpfen, die Möglichkeit Geschenktipps aus den Wunschlisten ihrer Freunde und Social Recommendations, anhand der in Facebook hinterlegten Interessen zu Filmen, Musik und Büchern, zu erhalten. Gleichzeitig erfassen beide Dienste weitere, wertvolle Informationen über das Kaufverhalten und die Einflüsse ihrer Nutzer.

Doch Amazon U.K. geht noch einen Schritt weiter, und implementiert zusammen mit Facebook für Procter & Gamble einen Facebook-Store für die Marke Makeup Max Factor. Dem User wird so ermöglicht über das Shopping- und Payment-System von Amazon innerhalb von Facebook einzukaufen. Lagerung, Bezahlung und Lieferung werden dabei von Amazon übernommen, wodurch diese Kombination sehr interessant für weiter (Marken-) Hersteller werden wird, denn im Gegensatz zu bisherigen Facebook-Shop-Lösungen ist es nun nicht mehr notwendig ein eigenes Shop- und Logistik-System zu unterhalten. So lassen sich Commerce-Funktionen ohne erhöhten Aufwand in bestehende Marken- und Unternehmens-Facebookseiten integrieren.


Auch Facebook wird durch die Verbindung mit diesem prominenten E-Commerce-Pionier gestärkt da, ohne längere Etablierungsphase eines eigenen Paymentsystems (über den Spiele- und Geschenkbereich hinaus), eine seriöse und unkomplizierte Social Commerce Ebene im Facebook-System entsteht. Letztlich unterstreichen beide Plattformen damit ihren Führungsanspruch im Social Commerce. Auf der einen Seite stellt Amazon seinen Privat- und Geschäftskunden nun eines der umfassendsten Social Commerce Toolkits bereit und auf der anderen Seite zeigt Facebook, dass die Plattform nun endgültig bereit ist, eine zuverlässige Basis für ernst zu nehmenden E-Commerce (im Fall Facebook auch oft als F-Commerce bezeichnet) zu liefern.

(Quelle der Grafik oben links und weiter Neuigkeiten zum Thema: socialcommercetoday.com )

Kampagneneinblicke I: Social Media beim Red Bull Air Race

Am Samstag und Sonntag werde ich als Red Bull Air Race Reporter über das letzte Rennen der Saison berichten. Ich werde in der Boxengasse umherspringen und versuchen den Piloten auf die Pelle zu rücken. Gleichzeitig ist es die Gelegenheit, hinter die Kulissen einer der spannendsten Marken der Welt und ihren Umgang mit Social Media zu blicken …

Welche Plattformen nutzt Red Bull? Wie kommunizieren sie?

Kaum ein Unternehmen hat eine derart starke Markenausrichtung, wie das von Dietrich Mateschitz gegründete Energy-Drink-Imperium. Mit seinen Extrem-Sport-Sponsorings, Events und PR-Aktionen erreicht Red Bull die Medien über nahezu alle Kanäle und läd seine Marke kontinuierlich auf.

Ihr merkt schon, ich bin nicht ganz unvoreingenommen – widersprecht mir gerne, aber für mich ist Red Bull der Inbegriff strategischer Markenführung.

Ich freue mich riesig auf die Action vor Ort. Außerdem wird es eine spannende Case-Study zum Thema Blogger-Relations und ich würde mich freuen, wenn ihr eure Gedanken, Ideen und Anregungen hier mit mir teilt.

Das Rennen am Eurospeedway Lausitz wird (für die Klassiker) von Sky übertragen und auf der Red Bull Air Race Seite finden sich zahlreiche Videos zu den Rennen. An dieser Stelle schon einmal meinen herzlichen Dank an das Red Bull Team in München, das mich zum Rennen eingeladen hat.

[Featured] Crowdsourcing-Plattform mit Semantic-Web-Ambitionen

Ob Facebook, Wikipedia oder Twitter: Die erfolgreichsten Unternehmen unserer Zeit setzen auf Crowdsourcing. Durch die Web 2.0-Plattformen entstehen oftmals gigantische Datenmengen, die vom Nutzer getagt und gefiltert werden müssen, um sinnvoll eingesetzt werden zu können. Zu dieser Herausforderung des Semantic Web will die Erklärmaschine Twick.it einen Beitrag leisten.

Die Erklärmaschine verbindet die enzyklopädische Struktur von Wikipedia mit der Usability von Twitter: In bester Web 2.0-Manier kann jeder mitmachen, Themen erklären und die Erklärungen von anderen Nutzern bewerten. Einzige Herausforderung: Die Erklärung, welche auch Twick genannt wird, darf nicht länger als 140 Zeichen sein. Alles Unwichtige muss weggelassen werden. Die Kurzerklärungen bieten also konzentrierte Information auf einen Blick, was besonders für Onliner interessant ist, die mit Handys surfen. Für weiterführende Informationen kann ein Follow-Link zu einer beliebigen URL gesetzt werden. Die beste Erklärung wird durch die Bewertungen der Community ermittelt und bei folgenden Suchanfragen an oberster Stelle gelistet. Die Erklärmaschine dient gewissermaßen als Sprungbrett für Informationssuche. Außerdem erkennt sie anhand semantischer Algorithmen automatisch die wichtigsten Schlagworte und verwandte Themen. Twick für Twick entsteht damit eine Folksonomie, mit der sich die Crowdsourcing-Plattform in Richtung Semantic Web bewegt.

10.000 Erklärungen von 730 Nutzern
Twick.it wächst rasch: Ein halbes Jahr nach dem Start der Beta-Phase haben sich 730 Nutzer angemeldet und fast 10.000 Twicks geschrieben. Diese stehen unter der Creative Commons Lizenz und können von externen Diensten weiterverwendet werden. Dazu steht eine offene API-Schnittstelle zur Verfügung. Mit einem Tool Tip zum Beispiel können die Erklärungen auf anderen Websites und Blogs angezeigt werden. So bekommt der Leser die gesuchte Information, ohne das momentan geöffnete Browser-Fenster verlassen zu müssen. Darüber hinaus sind weitere Anwendungsmöglichkeiten für die Mini-Erklärungen denkbar – für Smartphones zum Beispiel wurden schon eine Mobile Website und ein Augmented Reality Layer entwickelt. Doch auch Offline können die Mini-Erklärungen sinnvoll eingesetzt werden: Aktuell sorgt ein Erklärwettbewerb zum NRW-Tag  in der Stadt Siegen für Aufmerksamkeit. Damit zeigt Twick.it eindrucksvoll, dass der Siegeszug der Crowdsourcing-Plattformen noch nicht am Ende ist.

10 Tipps für die Online-PR (Whitepaper)

PDF Tipps zur Online-PRSocial Media und SEO verändert die klassischen Bereiche der Werbung und Public Relations. Welche Bedeutung haben Suchmaschinen auf die Gestaltung von Headlines und Bildern in Pressemitteilungen? Oder wie kann ich über unterschiedliche Kanäle Journalisten und Blogger erreichen?

Auf meiner persönlichen Website habe ich diese und andere Fragen in 10 Tipps für die Pressearbeit im Netz in einem PDF zusammengefasst. Klickt einfach auf den Button „PDF Download“.

Der Inhalt besteht aus drei Teilen:

1.    10 PR-Tipps für den Online-Erfolg
2.    Wichtige Inhalte und Tipps zur Pressemitteilung
3.    Kostenpflichtige und kostenlose Presseportale (Was mache ich, wenn meine Pressemitteilung abgelehnt wurde?)

Hier sind die 10 Tipps kurz zusammengefasst. Um mehr zu erfahren, solltet Ihr das gesamte Whitepaper lesen …

1.    „Müssen wir in der Zeitung stehen?“ – Print ist tot
Keinen Aufwand für Printmedien betreiben, wenn sie nicht absolut auf meine Zielgruppe zugeschnitten sind.

2.   Auf Anfragen immer vorbereitet sein.
Alle wichtigen Statements müssen klar und jederzeit abrufbar sein.

3.   Spannung erhalten bei Gewinnspielen und Aktionen.
Bei langen Aktionen teilt man das Ganze in drei Phasen auf, um die Presse bei der Stange zu halten. Zum Beispiel Ankündigung, Zwischenstand, Gewinner.

4.    Journalisten nachzutelefonieren bringt oft nichts.
Journalisten reagieren genervt auf Anrufer und oft ist eine Meldung über www.presseportal.de nützlicher und zeitsparender.

5.    Cross-Selling – Darf’s ein bisschen mehr sein?!
Lokal-Redakteure suchen immer nach Aufhängern für Ihre News, schön wenn Ihr sie liefert. Am Ende eines Telefonats kann man immer noch etwas ‚mit verkaufen‘.

6.    Blogs und Newssites – Beobachten, sichtbar werden und pitchen.
Welche Blogs und Medien sind für das Vorhaben interessant? Es ist wichtig die Seiten zu kennen und zu lesen. Kommentare sorgen für Berührungspunkte vor dem Pitch.

7.    SEO schon bei der Planung berücksichtigen.
Wenn eine neue Aktion ansteht, sollte gleichzeitig die Pressearbeit geplant werden. Für die Namensfindung von Events spielt SEO eine wesentliche Rolle.

8.  PR-Berater haben die nötigen Kontakte.
Um Pressetexte zu schreiben und seine Ideen auf das Papier zu bringen helfen PR-Texter. In der zweiten Phase braucht man vor allem die Kontakte der PR-Berater.

9.     Headlines werden von Suchmaschinen höher bewertet.
Natürlich sind gute Headlines wichtig um Journalisten und später die Leser in den Text zu ziehen, gleichzeitig werden Überschriften (<h1>, <h2>, etc.) von Suchmaschinen höher bewertet.

10.    Bilder auf einer extra Seite bereitstellen.
Ein eigener Pressebereich (Landingpage) kann die angebotenen Materialien demonstrieren und macht es den Journalisten einfach, sich zu entscheiden. Zum Bildmaterial gehören auch Videos.

Alle Tipps zur Pressearbeit im Netz in voller länge findet Ihr auf meiner Website …


Die 6 wichtigsten Social Media Guidelines für Mitarbeiter

Das Social Media Marketing wird von vielen Mitarbeitern durchgeführt, um dafür zu sorgen, dass die Kommunikation im Web funktioniert und zielgerichtet ist, sollten Sie folgende sechs Punkte in den Social Media Guidelines erfassen.


Tipps und Tricks zur Einführung von Social Media
im Unternehmen finden Sie in diesem Buch.

1. Ziele und das Ergebnis klarstellen

Machen Sie klar, warum Sie im Social Web aktiv sind und welche Ziele Sie verfolgen. Wenn Sie es nicht wissen, woher dann Ihre Mitarbeiter. Definieren Sie das Ergebnis und schaffen Sie die Rahmenbedingungen.

2. Geheime Informationen beschützen

Vertrauliche Informationen müssen geheim bleiben und über zukünftige Entwicklungen, Finanzen oder schwebende Kundenverträge darf nichts ins Web gelangen. Stellen Sie sicher, dass auch zufällige Veröffentlichungen vermieden werden, z.B. weil sich ein Mitarbeiter über Foursqare bei einem Neukunden eincheckt („Max M. checked in @ Google Headquarter“) – clevere Konkurrenten sehen so etwas.

3. Keine persönlichen Angriffe und die Netiquette beachten

Wenn Mitarbeiter für das Unternehmen bloggen, kommentieren und zwitschern, dann sollten Sie auf keinen Fall schlecht über andere Kollegen, Vorgesetzte, Kunden oder Partner sprechen. Im Verlauf von Online-Diskussionen mit einzelnen Kontakten passieren solche Fehler schnell und können sehr schädlich sein.
Geben Sie Ihren Mitarbeitern Hilfestellung bei der „Netiquette“ mit auf dem Weg, damit Sie geteilte Informationen mit dem Urheber verlinken und sich dem Regelwerk des Netzes anpassen.

4. Trennen Sie Geschäftliches von Privatem

Nicht jeder private Blog muss als solcher gekennzeichnet sein, aber wenn eine Verwechslungsgefahr besteht, dann muss klar zwischen Mitarbeiteräußerung und Privatperson getrennt werden. Ein Verweis auf der jeweiligen Plattform, dem Profil oder im About-Teil ist sinnvoll. Außerdem sollten Mitarbeiter Social Media nur in den Pausen privat nutzen. Gerade wenn Social Media neu in Ihrem Unternehmen ist, müssen Sie den Mitarbeitern allerdings Zeit zugestehen, in denen Sie mit den neuen Tools probieren und „spielen“ können, vielleicht finden Sie dabei Wege, Ihre Arbeit noch besser zu machen.

5. Fördern Sie das Teamwork

Spielen Sie im Team. Ein Mitarbeiter, der eine Idee zu einem Beitrag für den Blog hat, sollte nicht zwangsläufig dazu verdonnert werden, diese Inhalte auch selbst zu erstellen. Bieten Sie Hilfestellungen und fördern Sie die Teamarbeit, denkbar wäre, dass der Mitarbeiter einzelne Punkte zusammenfasst und das Marketing-Team daraus einen fertigen Artikel erstellt. Schaffen Sie eine Umgebung, in der die Mitarbeiter Lust haben sich einzubringen und keine Angst, dass man Sie mit den neuen Aufgaben alleine lässt. Damit bauen Sie Reaktanzen ab und fördern das abteilungsübergreifende Zusammenspiel – kommunizieren Sie diese Denke.

6. Sprechen Sie menschlich und persönlich

Im Gegensatz zu vielen anderen Marketing-Aktivitäten hat Social Media einen gewissen Spaßfaktor, diesen darf man in der Kommunikation spüren. Erklären Sie Ihren Mitarbeitern, dass Sie in einer normalen Sprache kommentieren und schreiben sollen. Es geht nicht darum sterile Botschaften heraus zu posaunen, sondern darum, sich mit Menschen auszutauschen.

Ihre Guidelines sollten auf zwei A4 Seiten passen und gemeinsam mit den Unternehmensrichtlinien an die Mitarbeiter ausgehändigt werden. Passen Sie die Richtlinien im Laufe der Zeit an und überlegen Sie schon vorab, ob Sie spezielle Einschränkung aufgrund Ihres Geschäftsmodells brauchen. Wenn die Mitarbeiter die Richtlinien in einem Workshop gemeinsam erstellen, fördern Sie deren Akzeptanz (Social Media Engagement funktioniert am besten Buttom-up).

Fast ein Jahr später…

(Update 21.04.2011) Neue Mitarbeiter sind im Unternehmen angekommen. Sie haben nicht an den Guidelines mitgearbeitet – doch wer holt diese Mitarbeiter ab?

Weisen Sie Neulinge gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit auf die Richtlinien hin, dann gibt es später keine bösen Überraschungen. Wenn die Guidelines gleich zum Start schriftlich oder digital ausgegeben werden, sorgen Sie für Klarheit vom ersten Tag.

Tipp: Die Old-Boy (und Girls) ab mittlerem Management könnten Sie belächeln, wenn Sie Ihnen mit Social-irgendwas kommen. Denken Sie an Punkt 1. Mit dem Verständnis wächst die Akzeptanz.

Nutzen Sie zudem die ersten Tage, um den „Neuen“ auch persönlich die Richtlinien aufzeigen. Das kann entweder in einem formellen Meeting oder bei einem Kaffee in der Kantine sein. Klar, dass ein 3-Mann-Unternehmen anders miteinander kommuniziert als ein Großkonzern.

Lassen Sie die Regeln nicht verstauben.

Ob die Guidelines im Unternehmens-Wiki oder Intranet landen ist egal, nur in den seltensten Fällen graben die Mitarbeiter das tote Papier wieder aus – vermutlich erst dann, wenn es zu spät ist. Bedenken Sie daher, dass nur, wenn Sie regelmäßig die Guidelines kommunizieren, diese gelebt werden können. PR, HR oder Marketing sollte sich einigen wer verantwortlich ist.

 

Weitere lesenswerte Beiträge und Unternehmensrichtlinien:
[pdf] BVDW – Social Media Richtlinien
40 Social Media Guidelines (Beispiele)

Buch-Tipp
Ich habe die englische Version von Tamar Weinbergs Buch (Original-Titel:The New Community Rules) als sehr gut empfunden. Die deutsche Übersetzung finden Sie hier.

Social Media Konzept beta – Es ist niemals perfekt

Social Media braucht Zeit, frisst Ressourcen und muss strategisch geplant werden, aber Innovation heißt auch, sich in einem gewissen Tempo zu bewegen.

Es wird niemals perfekt sein, es wird nie genug Zeit zum Umsetzen geben, es werden nie genug Ressourcen vorhanden sein. Einiges von dem was Sie im Social Web versuchen, wird einfach verpuffen.

Vielleicht brauchen Sie keine Berater, Gurus oder Experten. Auch kleine Unternehmen haben die Chance, sich von social-media-affinen Mitarbeitern die Möglichkeiten zeigen zu lassen, kombiniert mit dem Wissen aus dem Marketing, lassen sich dann Strategien und schließlich Maßnahmen erstellen und umsetzten.

Setzen Sie Ziele, planen Sie welche Plattformen Sie zum Erreichen nutzen wollen und gestalten Sie den Ablauf. Anschließend haben Sie die Zeit und die Tools herauszufinden, was für Sie funktioniert und was nicht.

Manchmal ähnelt das Social Media Marketing dem Erlernen einer neuen Sprache, am Anfang hapert es vorne und hinten, aber Sie lernen es nur vom Sprechen. Legen Sie los und optimieren Sie anschließend.

Profil löschen oder behalten? – Datenschutz bei Facebook

„Die Diskussion um den Datenschutz im Netz wird derzeit von einer Generation vorangetrieben, die sich in den 80er Jahren gegen die Volkszählungen zur Wehr gesetzt haben.“



Zumindest dachte ich das, als wir unser Statement für das Facebook Special auf jetzt.de abgaben. Nach einigem Recherchieren bin ich nun der Überzeugung, dass auch die digital Natives, also die Nutzer, die eine Welt ohne Handy und Internet nicht erlebt haben, dem Thema Datenschutz auf Facebook sehr kritisch gegenüber stehen.

Bildquelle: philippe leroyer


Wir sind keine Datenschutz-Experte, jedoch denken wir, dass Facebook zahlreiche Vorkehrungen getroffen hat um die persönlichen Daten seiner Nutzer zu schützen. Größere und kommerziell genutzte Netzwerke wie Facebook oder die VZ-Netzwerke bieten mittlerweile sehr ausdifferenzierte Privatsphäre-Einstellungen, die die Kontrolle der persönlichen Daten zum Großteil in die Hände des Nutzers legen.

Inwieweit Mechanismen im Back-End bestehen, um die Datenbanken und FB-Connect-Server zu schützen, wissen die User natürlich nicht im Detail. Wichtig ist, dass sich die User über die Möglichkeiten der Einstellungen genügend informieren und sich der Problematik bewusst sind. Die Medien haben hier ihre Aufgabe erfüllt und in den letzten Monaten sehr ausgiebig darüber berichtet. Diese Aufklärungsarbeit war notwendig und nun liegt es auch an der Mündigkeit der Nutzer, die Verantwortung dafür zu übernehmen, was sie ins Netz stellen und was nicht.


Sozialer Druck auch auf Kinder

Es gibt einen großen sozialen Druck sich in den Plattformen zu engagieren und mit seinen Kontakten und Freunden zu vernetzten. Wer nicht dabei ist, ist out. Das beginnt schon im Kindesalter und bringt neben all den Vorteilen auch Risiken mit sich. Besonders bei Kindern und Jugendlichen stehen die Lehrer, vor allem aber die Eltern vor der Aufgabe zu wissen, was ihre Kinder im Netz tun. Die Eltern haben oft nicht die Medienkompetenz um ihre Kinder „digital“ zu beraten und ihnen die Probleme aufzuzeigen, die bei der Nutzung entstehen. Vielleicht sollte man hier ansetzen und den Eltern mehr Hilfestellungen geben, sich in den neuen Medien zurecht zu finden. Facebook hat hier seine Hausaufgaben gemacht und bietet Hilfestellung für Eltern. (Bildquelle: Lianne Viau)

Facebook verbietet übrigens Kindern unter 13 Jahren grundsätzlich die Nutzung der Plattform. Für die Kontrolle der Mediennutzung im Web sind ausschließlich die Eltern verantwortlich. Auch StudiVZ bietet Eltern und Lehrern Hilfestellung, auf einer eigenen Hilfeseite, die Nutzung ist hier ab 12 Jahren erlaubt.

Mark Zuckerberg, der Gründer von Facebook, proklamierte vor kurzem das Ende der Privatsphäre im Web. Und er hat zum Teil sicher Recht damit. Auch im „offline-leben“ kann man (mit entsprechendem Aufwand) den Aktivitäten der Menschen folgen, sehen, was sie gerne tun, wer ihre Freunde sind und wo sie sich aufhalten. Im Gegensatz zur Offline-Welt, bieten Social Networks schon heute sehr detaillierte Einstellungen um genau dies zu verhindern. Dabei ist es wieder der Nutzer selbst, der bestimmen kann, welche Informationen er an wen preisgibt. Aber diese Mechanismen befreien den Menschen nicht automatisch von der eigenen Sorgfaltspflicht: Jedem muss bewusst sein, dass er persönliche Informationen mit einem größeren Kreis an Menschen teilt und diese Informationen selektieren und vertreten muss. (Bildquelle: jdlasica)

Lösungen des Dilemmas

Wir nutzen alle die Vorteile von Facebook, wir vernetzten uns mit Freunden, Geschäftskontakten und entfernten Bekannten. Es ist möglich mit Menschen Kontakt zu halten, die man einmal im Urlaub getroffen hat oder nur flüchtig kennt. Wir planen Partys und Konzerte über die Event-Funktionen, Unternehmen schaffen Markenauftritte und niemand überprüft dabei die Korrektheit unseres Facebooknamens mit den Daten unseres Personalausweises. Wir sind nicht auf Facebook, weil wir dazu gezwungen werden – es steht uns frei. Das Beste daran, alles ist kostenlos!
Dass man dafür personalisierte Werbung in Kauf nehmen muss und eine Vermarktungsstrategie Geld einbringen muss, sollte jedem intuitiv klar sein.

Wer nicht möchte, dass seine Daten genutzt werden, hat folgende Möglichkeiten, die nach unten hin an „Radikalität“ abnehmen…

  1. …Facebook fernbleiben oder das Profil löschen (dies dauert ungefähr 14 Tage bis die Daten endgültig gelöscht werden).
  2. …einen Nickname verwenden, so dass eine personalisierte Zuordnung unmöglich ist.
  3. …nur selektiv Daten einstellen, deren allgemeine Bekanntheit durch Dritte kein Risiko für den Profilinhaber darstellen.
  4. …sich über die Profileinstellungen genauestens informieren und für die eigenen Zwecke justieren (sollte jeder tun).

Sollten Unternehmen die Daten ihrer Kunden, Mitglieder oder Geschäftspartner missbrauchen, lösen sie damit zwangsläufig einen Skandal aus. Deshalb ist es in ihrem Interesse, dies nicht zu tun. Hier machen mir allerdings Behörden, Versicherungen und Banken mehr Sorgen als die Sozialen Netzwerke.

Weitere lesenswerte Artikel zum Thema:

Philibuster – Facebook Protest die Kinder fressen ihre Revolution
jetzt.de – Facebook Dilemma
[PDF] Infoblatt von SchülerVZ für Eltern und Lehrer

Die Social Media Revolution (Neue Version)

Bereits zum Start des Socialmedia-Blogs im letzten Jahr haben wir das Video „The Social Media Revolution“ des Socialnomics Autors Erik Qualman gezeigt. Die Sammlung an beeindruckenden Social Web Zahlen und Fakten zeigt das rasante Wachstum des Social Webs und visualisiert die „Revolution“ im Netz. Außerdem diente es vielen Beratern und Web-Enthusiasten bei Präsentationen und bei der Überzeugungsarbeit, Social Media in Unternehmen einzuführen.

Heute ist die aktuelle Version des Clips erschienen: