Social Media Mitarbeiter

Der ideale Social Media Verantwortliche

Eine aktuelle Studie des BVDW ergab unter anderem, dass in jedem vierten Unternehmen in Deutschland eigene Mitarbeiter für das Thema Social Media zur Verfügung stehen. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch auch, dass drei Viertel der Befragten diese nicht nutzen. Das häufigste Klischee (aber auch heute noch nicht gänzlich unwahr) ist die Behauptung, dass Praktikanten die Social-Media-Verantwortlichen in deutschen Unternehmen sind. Doch bei allem Respekt für arbeitswütige und clevere Praktikanten – Social Media in und für Unternehmen sind ein komplexes, vielschichtiges Thema mit vielen Kontaktpunkten innerhalb und außerhalb des Unternehmens.
Darum sollte auch diese Disziplin durch professionell „hauptamtliche“ und qualifizierte Mitarbeiter betrieben werden. Die zwei häufigsten Berufsbezeichnungen in diesem Umfeld sind der/die Social Media Manager/-in (SMM) sowie der/die Community Manager/-in (CM). Dass beide Bezeichnungen nicht ganz trennscharf sind, liegt vor allem daran, dass sie häufig in nur einer Person vereint sind. Dies trifft vor allem in kleineren Unternehmen zu. In größeren Unternehmen beziehungsweise bei der Betreuung verschiedener oder besonders großer Communitys hingegen werden meist beide Rollen personell unterschiedlich besetzt anzutreffen sein.

BVDW Social Media in Unternehmen 2014

Was müssen die Social Media Verantwortlichen mitbringen?

Community Manager Wie der Name schon besagt liegt hier der Fokus auf der Community und deren Planung, Aufbau, Pflege sowie Optimierung. Dazu wird in einem gewissen Maße strategisches Denken vorausgesetzt, aber vor allem sehr gute Fähigkeiten im Bereich Moderation, Organisation, Konflikt- und Krisenmanagement sowie sehr gute Sprach-/Sozialkompetenz und überdurchschnittliche Empathie-Fähigkeit. Der Community Manager erarbeitet im Tätigkeitsalltag Teilstrategien für seinen Bereich, moderiert/pflegt die Community und erstellt Redaktionspläne je nach Unternehmen in direkter Zusammenarbeit mit Kreativen/ Grafikern, dem Marketing oder dem Service. Eine gute Definition des Community Managers bietet dazu der BVCM.

Social Media Manager Das Berufsbild Social Media Manager beschreibt einen mehr strategischen, beratenden und übergreifenden Ansatz – im Vergleich zum Community Manager. Geläufig sind ebenfalls Bezeichnungen wie Social Media Consultant oder Social Media Strategist. Der Social Media Manager denkt also sehr strategisch, kennt sich in für ihn relevanten Disziplinen wie Marketing, PR und Vertrieb aus und versteht es, mit diesem Wissen Social Media in Kommunikations- und Marketing-Konzepte zu integrieren. Darüber hinaus nimmt er einerseits die Monitoring-/Frühwarnfunktion ein (wenn das Unternehmen diese systematisch nutzt) und andererseits eine informierende beziehungsweise verbindende Funktion für andere Abteilungen des Unternehmens war. Eine gute Definition des Social Media Managers bietet der BITKOM.

Social Media Management – Erfolg kommt von innen

„Social Media“ ist laut Google Trends seit 2007 ein in Deutschland via Google gesuchter Begriff. Erst seit 2011 kommt der Social Media Manager als Suchbegriff hinzu. Dies geht einher mit der Professionalisierung dieser Disziplin. Speziell nach innen hat es diese „Spezies“ an Managern weniger mit Media, umso mehr jedoch mit Social zu tun: Er oder sie muss Prozesse managen, Strategien definieren, an der Schnittstelle zu angrenzenden (Online-) Marketingdisziplinen denken. Und damit aufklären, erklären, motivieren. Denn wie schon Oliver Kahn feststellte: Erfolg kommt von innen.

Unternehmensberater und Motivator

Der Bereich Social Media befruchtet eine Vielzahl an Prozessen und Kommunikationswegen in Unternehmen. Der Social Media Manager bildet daher die Schnittstelle zu den einzubindenden Unternehmensbereichen und -abteilungen. Er muss die Influencer im Unternehmen identifizieren und integrieren und bringt sich im Spannungsfeld von Unternehmenskommunikation und -marketing, Human Resources, Betriebsrat, Kundenservice und Unternehmensführung kreativ ein. Hier reicht es nicht, Social Media Guidelines zu formulieren und im Intranet abzulegen. Kommunikationsstärke, Kreativität und Überzeugungskraft gehören zwingend unter die Soft Skills, um die Unternehmensprozesse für Social Media fit zu machen und zu halten. Äußerst spannend ist es, an der Sozialisierung der digitalen Markenführung mitzuarbeiten. Nach einer Horizont-Umfrage sehen 38 Prozent der deutschsprachigen Unternehmen die Integration von Digital Media und Social Media in die gesamte Markenstrategie als aktuelle Herausforderung an.

Kulturschaffender im Unternehmen

Der Umgang mit Social Media hat viel mit Vertrauen zu tun, auch im Unternehmen. Dieses Vertrauen zu erhalten oder auch erst aufzubauen, gehört in den Wirkungsbereich des Social-Media-Verantwortlichen. Sollten Social Media einen Mehrwert für das Unternehmen schaffen, muss dies „gelebt“ werden, muss die Unternehmenskultur Social Media und interne Social-Media-Entwicklungen zulassen, fördern und schrittweise ein Teil davon werden. Grundvoraussetzung bleibt hier die Rückendeckung durch die Geschäftsführung, die sich nicht immer von selbst einstellt. Der Social Media Manager muss im Unternehmen dafür den Weg freimachen, dass Social Media zum Bestandteil aller Kommunikationsformen und -kanäle im Unternehmen werden können und Mitarbeiter als eine der vermutlich am stärksten relevant agierenden Gruppe von Markenbotschaftern einbezogen werden können. Da sich der Umgang mit Social Media in vielen Unternehmen noch in der Beta-Phase befindet, darf sich der Social-Media-Verantwortliche nicht selten als versierter Change Manager beweisen.

Dieser Beitrag stammt aus dem BVDW Social Media Kompass 2014/15 und wurde zusammen mit Boris A. Wollny,Geschäftsführer der Betamodus GmbH verfasst.

3 Gedanken zu „Der ideale Social Media Verantwortliche

  1. Pingback: Die Links aus dem Social Media Newsletter von heute (11.3.2015) - socialmedianewsletter.de

  2. Pingback: Meistgeklickte Links aus dem Social Media Newsletter (KW 11 – 2015) - socialmedianewsletter.de

  3. Lukas

    Wenn man sich die Grafik zu den wenigen Social Media Beauftragen in Unternehmen anschaut, ist es kein Wunder, dass so viele öffentlich gestellte Anfragen in den sozialen Medien unbeantwortet bleiben oder es immer wieder zu Faux-Pas auf den Kanälen kommt, die dann mitunter viral gehen. In beiden Fällen hat man den Eindruck, dass dort sporadisch Praktikanten die Social Media Betreuung übernehmen und das Ganze nur nebenher läuft. Nach meiner Erfahrung würde ich meinen, dass viele Unternehmen die Social Media Kanäle nicht ernst genug nehmen, denn in vielen Fällen wurden von mir gestellte Fragen als Beitrag oder in den Kommentaren nicht beantwortet. Schrieb ich dagegen eine Mail an den Support erhielt ich meist zeitnah und umfassend eine Antwort. Dass viele Kunden aber lieber eine schnelle Antwort über die Suchmaschinen finden möchten anstatt separat eine Mail zu schreiben, scheint vielen Unternehmen immer noch nicht klar zu sein. Deshalb glaube ich auch, dass wenn man schon Social Media Kanäle als Unternehmen unterhält, man diese auch pflegen sollte.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>