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Facebook Graph Search – Wie sie funktioniert und wie Unternehmen von ihr profitieren können

Galt es beim Facebook Marketing bisher den Blickwinkel auf die Sichtbarkeit innerhalb des Newsfeeds zu konzentrieren, muss dieser seit kurzem auch auf einen weiteren Bereich ausgeweitet werden. „Graph Search“ heißt das neue Feature des Social Media Giganten, welches neben Newsfeed und Timeline als dritte Säule innerhalb der Plattform fungieren soll und seit einigen Tagen in der Beta-Phase getestet wird.


Doch welche Funktionen und Besonderheiten bringt die neue Suchfunktion mit sich und lassen sich daraus neue Möglichkeiten und Herausforderungen für Unternehmen ableiten?

Die Funktionen der Graph Search

Die „Graph Search“ ist eine empfehlungsbasierte Suchmaschine mit sozialem Hintergrund. Dabei wird die Reihenfolge der Ergebnisse nach Relevanz der Ereignisse individuell für den User von Facebook festgelegt. Jedoch wird nicht, wie bei einer Websuche, das gesamte Web nach Schlagworten durchsucht, sondern ausschließlich die Facebook Datenbank und deren umfangreiche User-Informationen. User können finden, was ihre Freunde durch „Likes“, „Comments“ oder „Shares“ empfohlen haben. In der aktuellen Testversion können beispielsweise Fotos nach „Likes“ gefiltert werden. Durch Suchbegriffe wie: „Bilder, die meine Freunde mögen“ werden die relevanten Suchergebnisse für den User ermittelt.


Darüber hinaus können weiterführende Interessen oder Orte recherchiert werden. Hierbei kann der User auch mehrere Attribute miteinander verbinden, so können Suchanfragen, wie „wo gehen meine Kollegen am häufigsten in Frankfurt essen“ ermittelt werden. Außerdem kann die Suche über den eigenen Freundeskreis hinausgehen. So kann beispielsweisenach Freunden von Freunden, welche die gleichen Interessen wie der Suchende haben, gefiltert werden.
Die „Graph Search“ greift dabei auf Informationen zu, welche der User in seinen Privatsphäre-Einstellungen als „öffentlich“ markiert hat. Auf diese Weise soll die ungewollte Freigabe persönlicher Informationen durch die Sichtbarkeit innerhalb der Suchergebnisse für jeden User gewährleistet werden.

Neben den neuen Funktionen für den User, liefert die „Graph Search“ auch Möglichkeiten und Herausforderungen für Unternehmen und Marken. Es stellt sich die Frage, inwieweit die Sichtbarkeit innerhalb der Suchergebnisse beeinflusst und optimiert werden kann. Wie kann beispielsweise erreicht werden, dass das eigene Restaurant in der Suchanfrage eines Users an oberster Stelle erscheint?

Möglichkeiten und Herausforderungen für Unternehmen

Nach der Veränderung des Edgeranks im September 2012, sind Unternehmen und Marken mit der Einführung der „Graph Search“ erneut vor die Herausforderung gestellt, ihre Inhalte auf Marken-/Unternehmens-Seiten anzupassen. Sollte sich die neue Suche als fester Bestandteil im Facebook-Kosmos etablieren, stehen Unternehmen von nun an – neben der klassischen Suchmaschinenoptimierung – vor der Aufgabe auch ihre Facebook Seite zu überarbeiten und nach „Facebook-SEO-Kriterien“ zu verändern.

Quelle: Futurebiz

6 Kriterien zur Facebook SEO für Graph Search

  1. Der Fokus einer Facebook Seite muss auf der Generierung von Aktivität auf der eigenen Seite liegen. Unternehmen und Marken müssen einmal mehr verstärkt in Interaktion investieren, wobei die Generierung von relevantem Content für die jeweilige Fanbase als Voraussetzung angesehen werden muss. Je höher die Interaktion auf der Seite, desto wahrscheinlicher wird eine gute Platzierung innerhalb der Suchmaschinenergebnisse.
  2. Da nur unmittelbar geteilte Fotos von Freunden eines Users erscheinen, sollten Marken und Unternehmen verstärkt auf den Einsatz von Grafiken und Bildern setzen und Links in den Hintergrund rücken.
  3. Eine ständige Erweiterung und engere Bindung der Community sollte neben den inhaltlichen Aspekten berücksichtigt werden. Je enger die Verbindung zwischen Marke und Fan, desto besser ist die Sichtbarkeit der Seite in den Suchergebnissen.
  4. Um die bestmöglichen Suchergebnisse zu gewährleisten, sollten Seitenbetreiber darauf achten, dass die Informationen auf der eigenen Seite vollständig ausgefüllt sind. Je detaillierter die Angaben über Unternehmen oder Marken auf der Seite sind, desto glaubwürdiger erscheinen die Unternehmen und desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für eine Erweiterung der Fanbase.
  5. Zusätzlich zu den allgemeinen Informationen sollte vor allem darauf geachtet werden, dass die Ortsangabe des Unternehmens auf der Facebook Seite vollständig ist. Auf diese Weise können „Check-Ins“ angelegt werden, welche die Aktivität der User anregt und zu einer Verbesserung der Platzierung innerhalb der Suche führt.
  6. Nicht nur innerhalb des sozialen Netzwerkes kann etwas für die Verbesserung der Sichtbarkeit der Suchergebnisse getan werden. Durch die Implementierung des Like-Buttons auf der eigenen Website, werden User dazu aufgefordert ihr Interesse an der Seite auf Facebook zu veröffentlichen. Wird dies getan, steigt die Sichtbarkeit innerhalb der Facebook Suchergebnisse.

Neben den veränderten Kriterien für die eigene Facebook Seite eines Unternehmens, bietet die neue „Graph Search“ auch Vorteile für Unternehmen, welche nicht in direktem Zusammenhang mit der eigenen Präsenz stehen. Unternehmen bekommen detailliertere Informationen über die Fans ihrer Seite, durch beispielsweise Suchanfragen wie „Schauspieler, die mein Restaurant mögen“ (vorausgesetzt die Privatsphäre-Einstellungen des Users erlauben dies).
Auch im Hinblick auf Business-Kontakte und Recruiting bietet die „Graph Search“ neue Möglichkeiten. So kann bei öffentlich zugänglich gemachten Informationen beispielsweise der berufliche Werdegang eines Users in Zusammenhang mit dem Wohnort gebracht werden (z.B. „Architekten in Frankfurt, die studiert haben“), wodurch qualifizierte Ansprechpartner identifiziert werden können. Auf diese Weise bekommen spezialisierte Netzwerke, wie Xing oder LinkedIn Konkurrenz.

Graph Search vs. Google Search, plus your world

Die soziale Suche, die es jetzt auch ins Facebook-Universum geschafft hat, kommt uns bereits bekannt vor, denn der Empfehlungscharakter ist auch Bestandteil der „Google Search, plus your world“ – Googles sozialer Suche.

Art der Suche

Der auffälligste Unterschied dieser beiden Formen der sozialen Suche ist die Tatsache, dass die „Graph Search“ keine Websuche darstellt, sondern sich innerhalb der sozialen Plattform bewegt. Somit ist die Suche um die Funktionen der Plattform herum aufgebaut und verlangt ausführlichere Suchkriterien anstatt einzelner Schlagwörter. Während die „Graph Search“ ihren Kern also innerhalb des sozialen Netzwerks hat und sich von dort aus durch die Verbindung zu „Bing“ ausweitet, geht Google in umgekehrter Reihenfolge vor. Hierbei wird der soziale Faktor der Suche aus der Plattform in die Websuche ausgelagert.

Empfehlungscharakter der Suchergebnisse

Darüber hinaus ermittelt Facebook die Reihenfolge der Suchergebnisse nach eigenen Kriterien, auf Basis der Interaktion der Freunde des Suchenden. Google berücksichtigt in diesem Fall mehrere Faktoren. Google prüft welche persönlichen Angaben der Nutzer auf Google+ gemacht hat, welche Freunde er hat und welchen Marken er folgt. Auf dieser Grundlage wird ein Zusammenhang erstellt und ermittelt, wie die persönlichen Informationen mit den nicht personalisierten Ergebnissen kombiniert werden könnten. Dabei werden die Google+ Daten in die Rangfolge der Suchergebnisse eingebunden. Deutlich wird dies beispielsweise bei der prominenten Platzierung relevanter Google+ Profile von Einzelpersonen und Firmen.
Während Facebook die Aktivität der Freunde in den Mittelpunkt stellt und damit den Empfehlungscharakter auf die Frage „Was würden meine Freunde empfehlen“ konzentriert, gibt Google selbst die Empfehlung an den User. Die Einbindung der Informationen, die der User selbst auf seinem Google+ Profil angibt wird dabei genauso berücksichtigt wie seine eigene Aktivität und die seiner Kontakte.

Art der Suchergebnisse

Ein weiterer Unterschied der beiden Suchmaschinen, ist die Art der Ergebnisse. Während Google vor dem Einloggen Nutzern aus dem gleichen Land identische Ergebnisse zu identischen Schlagwörtern liefert und die Ergebnisse erst nach der Verbindung mit Google+ individualisiert, liefert Facebook ausschließlich individualisierte Suchergebnisse, welche auf keinen anderen Nutzer übertragbar sind.

Facebook setzt den Schwerpunkt seiner neuen Suche deutlich auf die Interaktion der jeweiligen User und Freunde des Suchenden, wobei die für die Plattform typischen Formen des Interesses („Like“, „Comment“ und „Share“) im Mittelpunkt stehen. Die Aktivität und Interaktion als zentrale Begriffe im Fokus der neuen Suche fordern die Anpassung von Unternehmen und Firmen. Sollte die Suche die Testphase überstehen, ist damit zu rechnen, dass weitere Filter und Bereiche impliziert werden. So würde die Suche nach „Posts, die meine Freunde mögen“ die Komplexität von Sichtbarkeit und Interaktion von Unternehmens-Seiten erneut erweitern.

Fazit

Die neue Suche von Facebook wird früher oder später weltweit ausgerollt. Unternehmen sollten also die Zeit nutzen um die genannten Facebook SEO Tipps umzusetzen. Dabei ist die Optimierung der eigenen Facebook Seite nur eine Seite der Medaille. Die Verbindung der eigenen Webseite (und vor allem des Webshops) mit dem Open Graph, durch Facebooks Social Plugins und Funktionen wie „Facebook Login“, helfen dabei innerhalb von Facebook sichtbarer zu werden. Denn so wird es den Nutzern erleichtert ihre Interaktionen mit Websites und -shops für Facebook (und die Graph Search) greifbar zu machen. Und jede dieser (Inter)aktionen zahlt letztlich auf die Sichtbarkeit des Unternehmens oder der Produkte ein und liefert aus Nutzersicht genauere bzw. passendere Ergebnisse.

3 Gedanken zu „Facebook Graph Search – Wie sie funktioniert und wie Unternehmen von ihr profitieren können

  1. bobo

    ich bin mal gespannt ob mich die Facebook suche überzeugen kann. Aber Facebook Plugin und eigene Webseite halte ich für ein NoGo – das will ich meinen Kunden nicht antun…

  2. Daniel Hoffmann

    Hallo bobo,es hat die genannten Vorteile mit Blick auf die Sichtbarkeit in und für Facebook.
    Auch die generelle Reichweite der Website-Inhalte wird durch Sharing-Plugins (nicht nur Facebook, auch Twitter, G+, Xing & Co.)
    begünstigt. Natürlich ist der Datenschutz ein heißes Thema in diesem Zusammenhang. Eine 2-Klick-Lösung, wie sie bereits
    auf vielen Seiten angewendet wird, ist hier jedoch eine sehr guten Lösung.

    Viele Grüße
    Daniel

  3. Pingback: Tools für Facebook Community Manager – Browser Plugin bietet schnelle Hilfe | socialmedia-blog.de

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