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Eignet sich Pinterest als Social Commerce-Plattform?


F-Commerce sollte die Zukunft sein und ist für viele schon Vergangenheit. Für viele Brands lohnt sich jetzt ein Blick auf die Social Commerce-Möglichkeiten des Newcomers Pinterest.

Aufsteigender Stern
Noch hat Pinterest in Deutschland eine verglichen geringe Reichweite. Die Page liegt im Ranking der meistbesuchten Webseiten des Landes auf Platz 64. Der Abstand zu anderen Sharing Sites wie Facebook (Platz 2), YouTube (Platz 4) und Twitter (Platz 17)  ist also beachtlich.
Trotzdem: Pinterest ist seit Monaten der aufsteigende Stern am Social Media-Himmel. In den USA liegt die Site auf Platz 16 im Alexa-Ranking und ist damit die drittbeliebteste Social Website – vor Google+ oder LinkedIn. Gegründet wurde Pinterest 2010, nach so kurzer Zeit hatten Twitter & Facebook weniger Nutzer. Bezogen auf die Commerce-Möglichkeiten des Netzwerks schreibt AllThingsD diese Woche „No one knows for sure what Social Commerce will be in the future, but it’s starting to look a lot like Pinterest.“
Ein wenig Skepsis ist da natürlich angebracht. Auch andere Sites wurden angepriesen und sind tief gefallen. Wir können uns dazu ja mal in Google+ austauschen. Sobald ich mich einlogge. Irgendwann. Vielleicht.

Was ist an Pinterest also anders und wieso ist die Plattform für bestimmte Brands wirklich interessant?

Pictures of you, Pictures of me
Bei Pinterest dreht sich alles um Fotos. User sammeln sie an ihrer Pinnwand, legen Boards zu Themen an, liken, kommentieren, teilen. Und genau das machen auch Brands. Und einige tun das bereits sehr geschickt, teilweise um Affinität zur Marke herzustellen, teilweise um direkt den Absatz zu steigern.
In Facebook haben viele Brands versucht ihre E-Commerce Stores 1:1 abzubilden und sind damit gescheitert. Zu Recht. Sie bieten keinen Mehrwert und die Usability ist schlecht. Sucharita Mulpuru (Foster Research) beschrieb im Februar ein weiteres Problem des F-Commerce: „There was a lot of anticipation that Facebook would turn into (…) a place where people would shop. But it was like trying to sell stuff to people while they’re hanging out with friends at the bar.”
Ich bin weniger pessimistisch was F-Commerce betrifft und Menschen konsumieren auch in einer Bar. Pinterest bietet aber wirklich ein besseres Umfeld für Commerce - gerade für Brands, die visuelle Anreize bieten.

Virtueller Schaufensterbummel
Norstrom schloss vor einigen Monaten den eigenen Facebook-Store (u.a. taten das auch Gamestop und Gap) und entdeckte Pinterest als Plattform. Das Modelabel bietet Boards mit Fotos aus dem aktuellen Katalog und zu Themen wie „French Charm“ oder „Nordstrom Wedding Suites“. Die Benutzeroberfläche von Pinterest eignet sich für solche Fotosammlungen, alles funktioniert intuitiv. User beschäftigen sich mit dem, was ihnen ins Auge fällt. Sie schlendern an Schaufenstern entlang und betreten (per Klick) interessante Geschäfte.
Sony verfolgt eine ähnliche Strategie auf Pinterest. Boards mit Titeln wie „Brand New Sony Products“ oder “Stuff You Say You Want” laden zum schnell Blick/Klick ein. Ästhetische Produktfotos werden gerne geteilt – weniger als in Facebook wird das als Social Spam wahrgenommen.
Große, einladende Schaufenster bringen Traffic – das ist im Netz nicht anders als im klassichen Einzelhandel. Pinterest hat bereits höherer Traffic-Raten als Twitter, die Bereitschaft der User Links anzuklicken ist in Pinterest überdurchschnittlich hoch. Und im Gegensatz zu Facebook Postings und Tweets generieren Pins über eine längere Zeit Traffic.

Zielgruppe
Wenn man über Schaufenstertouren spricht, lohnt sich ein Blick auf die Pinterest Demographie. 4 von 5 Nutzern sind weiblich, Sony bietet entsprechend ein Board mit dem Titel „For the moms“. Andere Brands fokussieren sich noch stärker auf die weibliche Kundschaft: Nordstrom widmet sich in jedem vierten Board dem Thema Hochzeitsdress, WholeFoods bietet „How Does Your Garden Grow“ und „Super HOT Kitchens“ Boards – na gut, ich gebe auch als Mann zu, dass einige der Küchen verdammt stark aussehen.

Mix der Boards
Die Beispiele zeigen: Brands sollten einen gesunden Mix an Boards bieten. Das gelingt Sony etwas besser als Nordstrom, wo es sich wirklich nur um einen netten Modekatalog handelt. Der Elektronikgigant zeigt aufregende Bilder, die mit ihren Kameras geschossen wurden, oder Sony Art. Natürlich dreht es sich auch hierbei um die Produkte, auch hier findet man immer wieder Links zu E-Commerce-Präsenzen.
Als Beispiel für einen Brand mit einem bunten Mix aus Boards kann wieder WholeFoods nennen. Die Boards unterstreichen die Firmenkultur, das Fabel für gesundes, qualitativ hochwertiges Essen und das soziale Engagement. Das schafft Affinität zur Marke. Darauf beschränkt sich WholeFoods aber auch, E-Commerce ist nicht das Ziel

Emotionen & Affinität
Auch Sony spielt mit Emotionen und schafft Affinität. „Places we would like to live“ zeigte Wohnräume, die Sony Produkte gerne ihre Heimat nennen würden. In Boards wie „Sony Retro“ oder „Classic Ads“ werden alte Produkte und Anzeigen des Unternehmens präsentiert, einige Unternehmen tun das inzwischen ja auch in ihrer Facebook Chronik. Sprechen User über solche Produkte, drücken sie ihre Liebe zu einer Marke stärker als mit einem einfachen Like aus und verraten dabei etwas über sich. User sprechen in sozialen Netzwerken gerne über sich. SocialCommerceToday schreibt dazu richtigerweise: „80% of your social media output will be vanity posts about you. Talking about yourself is verbal masturbation and you’re addicted.“ Und ein Retro-Board bspw. bietet dem Nutzer dafür einen für Brands angemessenen Raum.

Deals
Deals und Vergünstigungen sind das was User sich von Unternehmen im Social Web wünschen, diese bietet auch Sony.
„We’ll offer an exclusive Deal on Pinterest to reward our pin-friends for their dedicated pinning.“
Erreicht das gepinnte Produkt innerhalb von 48 Stunden soundso viele Repins, dann wird der Deal freigeschaltet und alle Teilnehmer erhalten einen Discount-Code, eine Art GroupBuy also.

Ausblick
Es deutet einiges darauf hin, dass Pinterest sich für Commerce-Aktivitäten eignet. Dazu passen die ersten Erfolgsmeldungen von Sony: Seit man dort selbst aktiv ist, hat sich der Traffic verachtfacht und liegt 2 ½ mal höher als Visits von Twitter-Usern. Und da hat Sony nicht 3.000 Follower sondern über 80.000. Pinterest ist laut einer Studie von Shop.org bereits das Netzwerk, in dem User durchschnittlich den meisten Brands folgen, und ich wage eine Prognose: Über Pinterest wird Nordstrom länger, erfolgreicher und kostengünstiger Kleidung an die Zielgruppe bringen.

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23 Antworten to "Eignet sich Pinterest als Social Commerce-Plattform?"

  1. Sylvio sagt:

    Hallo Zusammen,

    auch ich beobachte gespannt die Entwicklung von Pinterest und wie sich dieses Format auch für den Einsatz im E-Commerce einsetzen lässt. Grunsätzlich sehe ich da schon potentzial, speziell für Shops, die auf Rich Media sezten. Erste Ansätze einer reinen E-Comemrce Lösung sind auch schon un US of A zu finden: http://opensky.com/

    Auch wir testen Pinterest als möglichen Kanal…

    VG
    Sylvio

  2. fschuetz sagt:

    Schade, dass wir keine E-Commerce-Seite haben und daher die Möglichkeiten von Pinterest (noch) nicht so recht einschätzen können. Uns macht Pinterest zwar “Spaß”, aber als Trafficlieferant bisher eher mau.

    Wer uns trotzdem auf Pinterest mal besuchen möchte: http://pinterest.com/yasnigmbh/

  3. Andreas Cirikovic sagt:

    @Sylvio: Danke für Deine Einschätzung und den Link!
    @fschuetz: Ja, denke der Traffic lohnt sich hauptsächlich, wenn die User direkt zu Angeboten auf E-Commerce-Plattformen geleitet werden (Guter Artikel zum Thema Traffic & Pinterest: http://www.copyblogger.com/pinterest-analytics/). Viel Erfolg Euch mit der Präsenz.

  4. Sam sagt:

    Mit dieser Frage habe ich mich in einer meiner letzten Beiträge auch beschäftig und bin zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Pinterest spielt seine User über die visuellen Reize an und wer kennt nicht das Sprichwort “Bilder sagen mehr als tausend Worte”. Ich meine, keiner kauft sich doch ein Paar Schuhe weil da eine detaillierte Schuh-Beschreibung beliegt.. Nein! Wir kaufen uns Klamotten weil sie uns optisch ansprechen und was ist da nicht besser als eigene Bilder zu verwenden? Umso individuelle das Bild umso interessanter für den User/potenziellen Käufer. Da Facebook im gleichen Atemzug auch nachlässt könnte ich mir eine Zukunft mit Pinterest durchaus vorstellen.

    LG,
    Sam

  5. Ich denke es gibt noch ein weiteres Argument, das dafür spricht, dass sich Pinterest auch bei Social Commerce durchsetzen kann:
    Pinterest kommt sehr spät.
    In den letzten Jahren war Social Media im Allgemeinen so erfolgreich, weil es neu war. So wie Dotcom um die Jahrtausendwende. Nun ebbt dieser Hype allmählich ab und die User fragen sich: Was bringt mir das eigentlich? Wenn sich eine Plattform in dieser Zeit durchsetzt – wie es allem Anschein nach bei Pinterest der Fall ist – dann stehen die Chancen gut, dass die positive Entwicklung langfristig trägt.

  6. Michael sagt:

    Ehrlich gesagt klingt Pinterest nett, aber unsere Erfahrungen bzgl. Traffic und lead generation sind eher durchwachsen. Grund dafür: Pinterest ist in Deutschland einfach kaum bekannt. Ob sich das in der Zukunft ändern wird, da wäre ich eher vorsichtig. Man muss nur sehen, wie Twitter in D vor sich hin dümpelt! Da werden eher andere Social Media Marketing Maßnahmen zielführender sein…

  7. Danny sagt:

    Pinterest ist eigentlich ganz nett aber wirklich traffic erzeugt es leider nicht, wie schon gesagt ist es einfach zu unbekannt.
    Dennoch ist es eine nette Idee und hebt sich von all den anderen Plattformen ab!

  8. Pinterest ist nicht nur für reine E-Commerce-Anbieter von Interesse, sondern sollte eigentlich von all jenen mal näher betrachtet werden die etwas haben was sich visualisieren lässt. Und schon sind wir dann nämlich sehr weit weg von reinen Onlineshops für Klamotten und Wohnungseinrichtungen. ;) Da gibt es so viel mehr zu entdecken.

  9. philipp sagt:

    Seit kurzem gibt es http://www.shoppr.de, eine Social Shopping Plattform mit dem Fokus rein kaufbare Produkte. Und das was ich bei Pinterest vermisse, eine Möglichkeit Produkte privat zustellen, gibt es auch…

  10. Florian sagt:

    Ich sehe in Pinterest eine gute Zukunft für Marketing, es muss aber in Deutschland noch bekannter werden und einige Funktionen eingefügt werden wie etwas die Preisfunktion in Euro!

  11. Da kann ich meinem Vorgänger nur zustimmen. Pinterest müsste viel mehr an seinem Bekanteitsgrag ändern. Bis vor einer Woche wusste ich nicht mal dass es das gibt :D

    Aber nachdem ich diesen Namen gehört habe, habe ich mich informiert und war eigentlich ziemlich überrascht.

    Bin gespannt wie es sich in nächster Zeit entwickeln wird.

  12. hm, ich war gerade zum ersten mal 1-2 min. auf pinterest und habe spontan ein tolles weihnachtsgeschenk für einen lieben freund gefunden, welches ich mit großer wahrscheinlichkeit kaufen werde. ich bin neugierig, die plattform besser kennen zu lernen

  13. @torsten maue: ich finde deinen hinweis sehr wichtig, um die plattform als ganzes zu sehen und sie nicht auf den aspekt als vertriebskanal zu reduzieren

  14. Willi sagt:

    Wir werden in der nächsten Zeit “Pinterest” ebenfalls mal “antesten”. Ich denke, es kann in Ausnahmefällen funktionieren, wenn etwa die Zielgruppe überwiegend weiblich ist, das Produkt abbildbar und zudem in verschiedenen Kontexten (z.B. Produktverwendung) darstellbar ist. Wenn das Ganze dann noch emotional aufladbar ist und nicht ausschließlich Produktbilder dargestellt sind – wunderbar :-)

  15. Diva sagt:

    Also ich habe davon auch schon ein paar Einträge gelsen, damals schon, als das noch nich so bekannt war, hatte es dann aber wieder vergessen. Vielleicht sollte ich mir da mal einen account zulegen, obwohl mir der Sinn immer noch nicht so ganz erschliesst.

  16. Matthias sagt:

    Hallo Andreas,

    wirklich ein sehr interessanter Artikel.
    Ich würd mich dahingehend gern mit dir in Kontakt setzen.
    Würd mich freuen, wenn es eine Möglichkeit über E-Mail-Verkehr gäbe.

    VG,

    Matthias

  17. Hallo zusammen,

    Pinterest ist für den e-commerce wie geschaffen. Durch das Weiterpinnen kann man in sehr kurzer Zeit sehr viele Menschen erreichen. Ich sehe auch immer mehr, dass Unternehmen aktiv auf Pinterest werben und sehr oft Produkte mit Preisen angeboten werden. Ich finde die Vorgehensweise von Sony auch sehr genial, Deals fürs Weiterpinnen anzubieten. Das ist ein zusätzlicher Anreiz.

    Zu diesem Thema habe auch ich einen Blog-Beitrag veröffentlicht: http://crm.vu/Zv3rLz

    Viel Spaß beim Lesen

    Özgür Büber
    Social Media Manager

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