Social Proof – Vertrauen verkauft

Wenn Menschen sich bei einer Entscheidung unsicher sind, greifen unterbewusste Mechanismen ein, die uns Entscheidungen erleichtern. Eines dieser Phänomene heißt Social Proof. Dabei orientieren wir uns an den Meinungen und Handlungen Anderer.

Der Herdentrieb des Menschen ist nicht nur an den Finanzmärkten zu beobachten, sondern in den verschiedensten Lebenssituationen – auch im Web lassen sich Konzepte wie der Social Proof nutzen.(Bildquelle: Ed Thomas)

Das Marketing nutzt Referenzaussagen und Testimonials seit ewigen Zeiten. Nun ergeben sich durch die Werkzeuge sozialer Netzwerke neue Möglichkeiten den Social Proof zum Erreichen unterschiedlicher Ziele einzusetzen.

Der Social Proof ist auch für die Erfolge sozialer Netzwerke verantwortlich. Gruppenzwang oder freundlicher formuliert der „soziale Druck“ auf den Einzelnen wächst, wenn die Gefahr besteht, von bestimmten Aktivitäten seiner Freunde und Bekannten ausgeschlossen zu sein. Menschen sind Herdentiere und gehören gerne einer Gruppe an …

Welche Ziele lassen sich mit dem Social Proof erreichen?

Auf Webseiten kann das Marketing den Social Proof einsetzen um Handlungen zu beeinflussen.

  • Kaufentscheidung beeinflussen
  • Besucher überzeugen, sich anzumelden, etwas zu abonnieren oder herunter zu laden etc.
  • Informationen mehr Glaubwürdigkeit verleihen
  • Anfragen generieren über Kontaktformulare (Lead-Generierung z.B. im B2B-Umfeld)

So nutzen Unternehmen den Social Proof …

1. Bewertungen im Online-Handel

Amazon Bewertungen

Im Online-Handel zählen Bewertungen von Produkten, wie hier im Beispiel von Amazon, zum Social Commerce.
Sternebewertungen und Reviews zu den Produkten schaffen vertrauen, was sich in den Conversion Rates bemerkbar macht. Als Nebeneffekt wird durch die geschriebenen Kommentare mehr einzigartiger Content auf den Seiten produziert. Hochwertige und einzigartige Inhalte auf den Webseiten erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer besseren Position in den Rankings der Suchmaschinen.

2. Institutionen müssen be- und anerkannt sein


Auch Institutionen können Vertrauen schaffen, hierfür muss die Zielgruppe die Institutionen kennen und als vertrauenswürdig einstufen.

3. Bewegung signalisiert Aktivität

Xing zeigt Aktivität an
Auf der Xing-Startseite, wird den Besuchern der Eindruck vermittelt, dass es sich um ein lebendiges Forum handelt und „echte“ Menschen sich gerade in diesem Moment auf Xing aufhalten.

4. Freunde beeinflussen die Content-Auswahl

Friend Feed Content Website
Auf der CNN-Seite wird mir im Activity Feed angezeigt, welche Artikel meine Freunde geteilt haben. So wird mein Freundeskreis genutzt, um mir relevante Informationen zukommen zu lassen.

5. Likes und Shares zeigen Relevanz

Social Proof Blogs
Die Anzahl der Shares in den verschiedenen Netzwerken, signalisieren dem Nutzer, dass es sich um einen besonders hochwertigen Artikel handelt. So steigt mit der Anzahl der Likes und Kommentare auch die „Teilbereitschaft“ neuer Besucher.

6. Eine bestehende Gruppe zieht neue Mitglieder an

Fanpage auf Website
Und natürlich zeigen auch prominent eingesetzte Fan-Boxen, dass eine Webseite auch von anderen Menschen „geliked“ wird.

Mehr zum Social Proof
Zahlreiche Studien und Veröffentlichungen zum Thema Social Proof gibt es von Robert B. Cialdini, zum Beispiel im diesem Buch Yes! Andere überzeugen – 50 wissenschaftlich gesicherte Geheimrezepte.
„Wie viele Menschen braucht es um eine Bewegung auszulösen“ und viele andere spannende Fragen stellt sich Malcolm Gladwell in Tipping Point: Wie kleine Dinge Großes bewirken können.

Dieser Beitrag wurde am von in How-To, Marketing, Social Commerce veröffentlicht. Schlagworte: , , , .

Über Albert Pusch

Albert Pusch ist Inbound Marketing Berater und hilft Technologie-Unternehmen bei der Online Lead-Generierung. Er ist Mitgründer von Socialmedia-blog.de und Autor zahlreicher Fachbeiträge auf den führenden Blogs zu Technologie und Marketing. Salesforce.com zählte ihn 2012 zu den Top5 Social Media Influencern in Europa. Bis 2012 verantwortete die Marketing-Abteilung eines Technologie-Unternehmens im eCommerce mit drei Geschäftseinheiten in neun Ländern. Er studierte Marketing-Kommunikation an der Hochschule Pforzheim und in Yogyakarta (Indonesien). Albert Pusch ist Diplom-Betriebswirt (FH) und zertifizierter PR-Referent. Google+

8 Gedanken zu „Social Proof – Vertrauen verkauft

  1. Pingback: Social Proof – Vertrauen verkauft

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    Ich versuche mich jedesmal zurückzuhalten wenn Ich so etwas sehe. Auch wenn ich den Gedanken toll finde Freundschaftempfehlungen mit in meiner Suche zu sehen gibt es für mich immer Bedenken wenn man das langfristig überdenkt.

    Unabhängige Medien Angebote finde ich persönlich einfach erhlicher

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