Brand Journalism – Erfolgreiche Marken im aktuellen Tagesgeschehen

Wie aus den Marketing-Abteilungen von heute die Social Media-Redaktionsbüros von morgen werden.

„Markenjournalismus“ – jedem Journalisten müssen bei diesem Begriff die Nackenhaare hoch stehen – doch er ist treffend. Unterhaltsam, relevant und aktuell müssen die Inhalte sein, die Unternehmen mit ihrer Community teilen. Anders als von Journalisten erwartet allerdings keiner die plötzliche Unabhängigkeit in der Unternehmenskommunikation, Transparenz fordern die Nutzer dennoch.

 

Markenjournalismus - Brand Journalism
Marketing-Abteilungen müssen heute wie Newsredaktionen arbeiten – die Anforderungen an Mitarbeiter ändern sich. (Bildquelle: Shavar Ross)

Die richtigen Leute beflügeln Ihre Marke
Was junge Start-up Unternehmen bereits gelernt haben, müssen etablierte Marketing-Abteilungen noch lernen, nämlich das Arbeiten in Echtzeit. Rocket Internet und Co suchen auf den Jobbörsen nach zahlreichen Redakteuren und Content-Managern, dabei verwischen die Grenzen von Public Relations und Marketing.

Arbeitsabläufe müssen richtig organisiert sein
Jeden Tag müssen die „neuen Marketer“ Inhalte erstellen, den Dialog mit der Zielgruppe pflegen und anheizen, und mit RSS-Feed und Twitter neue Blogeinträge, Videos und sonstige Inhalte monitoren. All dies ist nur möglich, wenn die Arbeit ähnlich einem Redaktionsbüro organisiert ist.

Der Köder muss dem Fisch schmecken
Die Themen ergeben sich aus dem Wissen um die Zielgruppe und müssen anschließend für Blog, Facebook-Page und Twitter aufbereitet werden. Die Relevanz der Themen entscheidet darüber, ob Inhalte weiterverbreitet werden oder verpuffen. Redaktionsplan, Recherche und unterschiedliche Ressorts helfen bei der Organisation.

In einem Mashable Artikel vergleicht Brian Clark, CEO der GMD Studios, Markenjournalismus mit politischen Kampagnen, bei dem die Botschaften klar formuliert sind, die täglichen Nachrichten um die Marke, sich aber am Tagesgeschehen orientieren.

Knacken Sie den Code der Kunden
Das Hinausposaunen von platten Werbebotschaften gehört nicht zum Brand Journalism. Eine unterhaltsame Form der Marken-Berichterstattung ist ein muss. Allerdings sprechen Marken nicht alle Menschen an, für viele Marken bedeutet es, nicht zu glatt zu sein. Erfahren Sie mehr über die Zielgruppe als die demographischen Basisdaten. Die Marken-Verantwortlichen müssen im Laufe der Zeit ein Umfassendes Bild der Interessen und Wünsche der Konsumenten erhalten. Howard Schultz, CEO der Social Media Erfolgsmarke Starbucks, spricht vom knacken eines Codes, um Gelegenheiten zu schaffen, die Menschen stolz empfinden lassen. Zudem sieht er das Gefühl der Entdeckung als wichtig an, damit Inhalte geteilt werden. (Quelle: Harvard Business Manager Spezial, Okt 2010, S. 59, Manager müssen Schwächen zugeben.)

Bringen Sie die Menschen zum Mitreden
Neben dem eigenen Gestalten der Inhalte sollte es den „Redakteuren“ ein Anliegen sein, die Community-Mitglieder zum Mitreden zu bewegen. Also klopfen sie sich nicht zu viel auf der Brust rum, sondern bringen sie ihre Kunden und Fans zum Mitreden. Nachdem die Tonalität des Dialogs definiert ist, lassen sich Fragen formulieren, provokante Headlines texten oder Aufforderungen zu eigenen Beiträgen starten.

Erzählen Sie Geschichten zu Ihrer Marke
Ein weiteres Tool für emotionale Markenerlebnisse kann Storytelling sein. Eine schöne Form der Marke Leben einzuhauchen und die Menschen und Erlebnisse rund um die Marke sprechen zu lassen. In unserer digitalen Welt können diese Geschichten die unterschiedlichsten Formen annehmen. „Was geschieht mit der Marke weltweit?“

Schaffen Sie Ordnung im Chaos des Webs
Zum Bereich des Markenjournalismus gehört auch das Sammeln, Ordnen und Bereitstellen der wichtigsten Links für die Zielgruppe (Aggregation von Inhalten). In der Flut von Nachrichten rund um die unterschiedlichsten Themen sind Menschen dankbar für verlässliche Quellen. Zeigen Sie Ihnen wo sie die besten Inhalte finden.

Schicken Sie Ihre Leute raus
Messen, Kongresse und Veranstaltungen lassen Netzwerke zwischen Ihren Kunden und Mitarbeitern entstehen. Außerdem ergeben sich Geschichten und Inhalte – Social Media passiert zu einem großen Teil im Netz, ein bedeutender Teil geschieht offline – in der realen Welt.

In den Kommentaren: Wie sieht die Kommunikationsabteilung der Zukunft aus – diskutieren Sie mit!

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Über Albert Pusch

Albert Pusch ist Inbound Marketing Berater und hilft Technologie-Unternehmen bei der Online Lead-Generierung. Er ist Mitgründer von Socialmedia-blog.de und Autor zahlreicher Fachbeiträge auf den führenden Blogs zu Technologie und Marketing. Salesforce.com zählte ihn 2012 zu den Top5 Social Media Influencern in Europa. Bis 2012 verantwortete die Marketing-Abteilung eines Technologie-Unternehmens im eCommerce mit drei Geschäftseinheiten in neun Ländern. Er studierte Marketing-Kommunikation an der Hochschule Pforzheim und in Yogyakarta (Indonesien). Albert Pusch ist Diplom-Betriebswirt (FH) und zertifizierter PR-Referent. Google+

3 Gedanken zu „Brand Journalism – Erfolgreiche Marken im aktuellen Tagesgeschehen

  1. Flo

    Ja…dem Artikel kann ich nicht zu 100% zustimmen. Auch wenn es vielen Redakteuren die Haare am Rücken aufstellt, ist es doch das, was 3/4 der Redakteure machen. Vor allem im Internet. Die Frage ist nur, wie weit lässt man sich beeinflussen und wie weit darf man gehen. Dies ist allerdings auch nur möglich, wenn man einen Kunden hat, der dem Redakteur (in einem bestimmten Rahmen versteht sich) freiheiten lässt. Viele Unternehmen sind sehr sehr vorsichtig was die „neuen“ Medien anbelangt und lassen ungern „mal machen“, da die Angst immernoch zu groß ist. Ein guter Markenjournalist ist also vor allem jemand, der das Vertrauen der Marke hat und auch „frei“ arbeiten kann.

  2. Pingback: Mit Brand Journalism Marken etablieren! | KONZEPT4

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