Social Media im Personalmarketing – (K)eine Frage des Alters?

Vor einer Woche durfte ich Herrn Howest von der iBusiness einige Fragen zum Thema Social Media im Recruiting beantworten. Der Artikel erschien am Freitag auf iBusiness unter dem Titel „Social Recruiting wird zum Mittel gegen die Personalnot“ (geschlossene Plattform). Hier nun noch ein zwei Gedanken zum Thema HR und Social Media …

Warum möchten Unternehmen Social Media in Personalmarketing einsetzen? Welche Vorteile haben Sie davon?

Es sind vor allem drei Triebkräfte, die Unternehmen derzeit dazu drängen, neue Bewerber über die Social Media Kanäle zu gewinnen: Zum einen die gehypte Berichterstattung rund um Facebook, die VZ-Gruppe und andere Plattformen des Social Web, zweitens die neuen Möglichkeiten auch für Angestellte seinen Arbeitgeber zu bewerten (wie beispielsweise auf www.kununu.com) – Unternehmen möchten durch Social Media Monitoring auf Bewertungen reagieren und Einfluss nehmen. Drittens natürlich die tatsächliche Reichweite mit der bestimmte Zielgruppen in den Netzwerken angesprochen werden können.

Die Vorteile einer gelungenen Social Media Strategie im Recruiting sehe ich wie folgt: Die Targeting-Möglichkeiten zum Beispiel auf Facebook lassen sich zielgenau auf die demografischen Faktoren, Bildungsstand und Interessen des „Ideal“- Bewerbers abstimmen. Die Streuverluste sind geringer.

Außerdem zeigen Unternehmen, die sich mit einem Blog oder einer eigenen Twitter-Präsenz aufstellen, dass sie (vermutlich) ein innovativer Arbeitgeber sind – Imagegewinn durch junge Kanäle. Im Idealfall einer authentischen und gelungenen Strategie, führt der Dialog mit den Zielgruppen zu einem nachhaltigen Empfehlungsmarketing. Unternehmen können so z.B. als heißer Tipp unter Absolventen gehandelt werden. Um das zu erreichen sollten Unternehmen aber nicht nur nach außen blicken, sondern vielmehr ihre bisherigen Mitarbeiter als Zielgruppe begreifen, sie um Feedback bitten und dies dann auch ernst nehmen.

Unternehmen möchten vor allem junge Bewerber über die Kanäle erreichen, ist dies der richtige Weg?

Ich glaube, dass die Möglichkeiten mit Social Media Bewerber zu erreichen weniger vom Alter abhängt als von der Branche und den jeweiligen Jobanforderungen. Während Twitter beispielsweise geeignet sein mag um Bewerber für Marketing-Tätigkeiten oder Agenturen zu gewinnen, ist es sicher kein Tool um hochqualifizierte Entwickler zu erreichen. Die Frage nach dem „Wer tummelt sich auf welchem Kanal?“ erfordert einige Recherchearbeit. Über die Targeting-Möglichkeiten auf Facebook lassen sich natürlich nahezu alle Richtungen zielgenau bewerben, obwohl auch hier nur ein Teil der Zielgruppe unterwegs ist. Social Media kann „nur“ eine unterstützende Rolle im Recruiting spielen und sollte dabei zur Gesamtstrategie passen. Wer sich nur auf Social Media verlässt, dem entgehen herausragende Bewerber, die vielleicht datenschutzrechtliche bedenken haben oder sich aus anderen Gründen nicht im Social Web aufhalten.

Erfolgreiches Recruiting im Social Web in 7 Punkten

1. Die Kommunikation muss authentisch sein. Wenn Sie die Bewerber enttäuschen oder ein zu geschöntes Bild Ihres Unternehmens abbilden, können Sie Social Media als Kanal vergessen.
2. Ihre Mitarbeiter sind die wichtigsten Botschafter für neue Bewerber. Sorgen Sie dafür, dass Sie „empfehlenswert“ sind – das fängt bei einer fairen Vergütung für Praktikanten an und erstreckt sich über die Arbeitsatmosphäre und Förderung der Mitarbeiter.
3. Die Personalabteilung braucht Ressourcen für Monitoring und das Bespielen der Kanäle. Zudem brauchen Unternehmen beim Einstieg in die Thematik oft Unterstützung, weil selbst junge Mitarbeiter, die Bandbreite und Nutzungsmöglichkeiten der Tools nicht kennen.
4. Planung, Vorbereitung, Analysen und Schulungen zu Beginn des Social Media Projekts ersparen Unternehmen Enttäuschungen – Social Media ist nur in den richtigen Händen eine Wunderwaffe.
5. Social Media ist ein Teil der Gesamtstrategie und muss in den Personalmarketing-Mix passen.
6. Bestimmen Sie die richtigen Ziele und messen Sie einzelne KPIs. Das Web lädt dazu ein, unendliche Zahlen zu erheben – die Kunst ist es wenige richtige als Erfolgsmesser zu bestimmen.
7. Testen und verwerfen gehört zum Social Web dazu, wenn Sie dafür bereit sind, kann Ihnen Social Media sicher weiterhelfen.

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Über Albert Pusch

Albert Pusch ist Inbound Marketing Berater und hilft Technologie-Unternehmen bei der Online Lead-Generierung. Er ist Mitgründer von Socialmedia-blog.de und Autor zahlreicher Fachbeiträge auf den führenden Blogs zu Technologie und Marketing. Salesforce.com zählte ihn 2012 zu den Top5 Social Media Influencern in Europa. Bis 2012 verantwortete die Marketing-Abteilung eines Technologie-Unternehmens im eCommerce mit drei Geschäftseinheiten in neun Ländern. Er studierte Marketing-Kommunikation an der Hochschule Pforzheim und in Yogyakarta (Indonesien). Albert Pusch ist Diplom-Betriebswirt (FH) und zertifizierter PR-Referent. Google+

4 Gedanken zu „Social Media im Personalmarketing – (K)eine Frage des Alters?

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  3. Christian

    Hallo,

    finde das ein spannendes Thema. Sehe das selber aber sehr kritisch, da ein Facebook-Profil vll. auch ein verzehrtes Bild eines Bewerbers vermitteln kann. Ich habe aber auch keine Lust immer alles zu kontrollieren.
    Wurde in dem Interview darüber gesprochen, wie stark das in die Bewertung des Bewerbers einfließt?

    Stay Focused

  4. Pingback: Personalmarketing mit Social Media in 5 Schritten | socialmedia-blog.de

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