Mitarbeiter zum Bloggen motivieren

Bloggen passiert von allein. Ein Experte, Bastler oder Denker hat Lust sich zu einem bestimmten Thema zu äußern, möchte seine Gedanken mit anderen teilen und beginnt einen Blog. In Unternehmen ist dieses intrinsische Motiv zum Bloggen meist nicht vorhanden. Die Motivation einer Organisation sich einen Blog anzuschaffen, verfolgt andere, strategische Ziele. Die Probleme sind vorprogrammiert, wenn das Marketing nicht alle Informationen hat, um Inhalte zu gestalten oder es an Autoren mangelt. Es gilt andere Zielgruppen im Unternehmen um Input zu bitten und zum Schreiben anzuregen.

Mitarbeiter sollten auch gemeinsam Artikel erarbeiten.
Gemeinsames Schreiben an Artikeln ist abwechslungsreich und motivierend. (Bildquelle: Okinawa Soba)

Was hält Mitarbeiter vom Bloggen ab?

Wichtigkeit – Die Bedeutung von Social Media wird unterschätzt.
Ziele – Ziele wurden nicht definiert oder kommuniziert.
Organisation – Es gibt keinen Redaktionsplan.
Beteiligung – Die Mitarbeiter fühlen sich nicht als Teil des Projekts.
Hemmnisse – Ängste vor Rechtschreibung und schriftstellerischen Fähigkeiten hemmen.
Wissensstand – Zu wenig Expertise um sich zu einem Thema zu äußern.
Zeit – Perfektionisten machen aus einem Blogbeitrag eine Wissenschaft.
Zurückhaltung – Mitarbeiter möchte nicht großspurig mit Wissen protzen (passiert vor allem bei Menschen aus technischen Berufen).
Geheimhaltung – Mitarbeiter möchte sein Wissen nicht in der Community preisgeben.

Motivierende Elemente beim Bloggen

Wichtigkeit – Erfolge auch von anderen Unternehmen früh aufzeigen. Dazu gehören später auch Zahlen aus Analytics sowie Tweets zu den Beiträgen und eine Zusammenfassung der Kommentare.
Ziele – Die Kommunikationsziele in einem Kick-off Meeting erläutern und dem Ganzen durch eine wichtige Führungsperson im Unternehmen Gewicht verleihen. Wenn Sie schon bei der Zielsetzung die Autoren im Auge haben und Sie partizipieren lassen, können Sie viele Schwierigkeiten in der Zukunft vermeiden.
Organisation – Inhaltliche Besprechung mit den „Ziel“-Mitarbeitern ansetzen und gemeinsam Inhaltsideen generieren, festhalten, zukünftig frisch halten und UMSETZEN.
Beteiligung – Frühzeitig wichtige Stakeholder und zukünftige Autoren im Unternehmen abholen und ihre Meinung achten.
Hemmnisse – Klar machen, dass sich das Marketing/ PR um den Feinschliff kümmert und die Artikel gerne überarbeitet: „Es ist nicht schlimm wenn Du einen Fehler machst. Wir helfen!“.
Wissensstand – Hilfestellung anbieten und die Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern fördern. Übernehmen Sie die Rolle des Moderators, wenn das Zusammenbringen von Mitarbeitern keine Erfolge zeigt. Seien Sie präsent und voller mitreißender Begeisterung.
Zeit – Empfehlen Sie dem Mitarbeiter, sich auf ein einziges Thema zu beschränken und nur die wesentlichen Kernaussagen für Sie zusammen zu fassen. Anschließend schreiben Sie den anderen Teil der Story selbst.
Zurückhaltung – Erlauben Sie es, dass der Mitarbeiter unter einem Pseudonym veröffentlicht oder ein anderer Mitarbeiter den Beitrag in seinem Namen veröffentlicht.
Geheimhaltung – Zeigen Sie dem Mitarbeiter auf, dass seine Aussagen keinen Schaden verursachen, sondern seinem Expertenstatus erhöhen.
Machen Sie klar, wie Leute aus den Suchmaschinen auf die Inhalte gelangen können, und dass das geteilte Wissen wertvoll für die Kaufentscheidung sein kann.

Die Motivierten

Das Leichteste ist es, Mitarbeiter, die ohnehin Lust haben, etwas zum Blog beizusteuern darin mit aller Macht zu unterstützen. Oft helfen Korrekturlesen und die Aufbereitung von Grafiken und Bildern. Diese Menschen sind Ihre erste Anlaufstelle und die Quelle für Inhalte. Fragen, Ideen und Anmerkungen sollten Sie Ihnen möglichst schnell beantworten und alles daran setzen, diese Mitarbeiter bei der Stange zu halten. Motivierend sind vor allem die Auswertung von Analytics-Zahlen, das Feedback in den Kommentaren und Twitter.

Die Experten

Die Experten in einem Unternehmen sind knappe Ressourcen. Ihre Zeit ist heilig und sollten sie mit Menschen aus Vertrieb und Entwicklung zusammenarbeiten, wissen Sie, dass sie oft wenig Lust haben, die Aufgaben des Marketing zu übernehmen. Umso wichtiger ist es, sich nicht über die fehlende Unterstützung aufzuregen (keine Opferhaltung einnehmen), sondern Lösungen zu finden. Bieten Sie an, dass die Inhalte nur in Bullet-Points und Stichwörtern an Sie übergeben werden müssen. Setzen Sie Zieltermine mit einer entsprechend langen Reaktionszeit vorab. Wenn Sie merken, dass das nicht hilft, führen Sie Interviews mit dem Experten durch. Ein Diktiergerät (neudeutsch: Smartphone) und ein kurzer Fragenkatalog helfen dabei, wesentliche Informationen in einem 15 Minuten Meeting aufzuzeichnen. Das Interview ist auch delegierbar. Anschließend schreiben Sie selbst die Inhalte, veröffentlichen Sie aber unter dem Namen des Experten und geben Sie Feedback zu den Reaktionen.
Richtige Blogger werden das alles mit Kopfschütteln lesen und sagen, dass sei nicht authentisch. Ich gebe Ihnen recht – ist es nicht. Wir leben in einer unvollkommenen Welt und manchmal brauchen wir ein paar Hilfsmittel um Dinge zu beschleunigen. Mit dem Erfolg kommt die Motivation  – MACHEN Sie erstmal.

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10 Gedanken zu „Mitarbeiter zum Bloggen motivieren

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  2. Nina Kalmeyer

    Ein guter und längst fälliger Artikel! Ein paar Anmerkungen habe ich dazu: Ich finde es besser, den Bloggern zumindest am Anfang einen professionellen Coach zur Seite zu stellen. Warum? So ist Learning by Doing gewährleistet – Artikel sollten meiner Meinung nach zudem nicht zu stark und ohne den ursprünlichen Verfasser von einer Marketingabteilung redigiert werden. Warum? Oft kennt der Marketeer das typische Wording der Zielgruppe nicht – dann geht die gut gemeinte Hilfe völlig daneben und die Authentizität ist weg.
    Unter einem Pseudonym zu veröffentlichen, sehe ich kritisch; ich bin eher dafür sowohl Namen als auch Unternehmen klar zu nennen.
    Was garnicht angesprochen wurde ist ein Arbeitszeitmodell, das das Bloggen beinhaltet. DENN Bloggen fürs Unternehmen ist KEINE Freizeitbeschäftigung – und der Vorgesetzte des Spezialisten wird sich bedanken, wenn sein Mitarbeiter/in einfach ein paar Stunden pro Woche oder Monat fürs Bloggen abgezogen wird. Und…ich bin keine große Perfektionistin, aber aus eigener Erfahrung weiß ich, Bloggen kostet Zeit!

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  5. Marcus Schlueter

    Toller Beitrag. Nicht zu unterschätzen ist die Motivation, als Mitarbeiter einen kleinen Beitrag zur Transparenz eines Unternehmens beigetragen zu haben. Weiter so!

  6. Annika Häuser

    Vielen Dank für diesen Beitrag, Albert!
    In der „Social-Media-Einführungs-Euphorie“ werden leider viel zu oft die eigenen Mitarbeiter als Zielgruppe vergessen.
    Allerdings würde auch ich eher davon abraten unter einem Pseudonym zu veröffentlichen. Durch meine Erfahrungen im B2B-Bereich kann ich davon abraten, vor allem je kleiner und überschaubarer der Markt ist.
    Ich würde dann eher empfehlen unter dem Namen des zuständigen Marketing-Mitarbeiters zu veröffentlichen, wenn andere Mitarbeiter Bedenken äußern. Im nächsten Schritt könnte man – wie du auch vorschlägst- kurze Interviews nutzen, um so schrittweise die Angst vor der Veröffentlichung im eigenen Namen zu nehmen.

  7. Pingback: Social Media Jahresrückblick 2010 aus HR-Sicht – Teil2 von Juli bis Dezember - Human Resource-Blog

  8. Deann Reese

    Vielen Dank für diesen Beitrag, Albert! In der „Social-Media-Einführungs-Euphorie“ werden leider viel zu oft die eigenen Mitarbeiter als Zielgruppe vergessen. Allerdings würde auch ich eher davon abraten unter einem Pseudonym zu veröffentlichen. Durch meine Erfahrungen im B2B-Bereich kann ich davon abraten, vor allem je kleiner und überschaubarer der Markt ist. Ich würde dann eher empfehlen unter dem Namen des zuständigen Marketing-Mitarbeiters zu veröffentlichen, wenn andere Mitarbeiter Bedenken äußern. Im nächsten Schritt könnte man – wie du auch vorschlägst- kurze Interviews nutzen, um so schrittweise die Angst vor der Veröffentlichung im eigenen Namen zu nehmen.

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