Social Commerce in der Praxis Teil 4: Groupbuying

Zusammen geht es einfacher – diese Devise ist nicht neu, und hat sich stets bewährt. Eine Art dieses Konzept via Internet auf die breite Online-Shopping-Gemeinde anzuwenden entwickelte sich in den letzten drei Jahren unter dem Begriff „Groupbuying“. Anstelle der breiten Produktpalette üblicher Online-Shops werden den Interessenten einzelne Angebote offeriert, die nur eine begrenzte Gültigkeit besitzen (meist 24 Stunden), und erst ab einer bestimmten Anzahl an Käufern in Anspruch genommen werden können. So ergeben sich mehrere Vorteile: zum einen wird der Gemeinschaftsgedanke der Social Media genutzt, und zum anderen entsteht eine gewisse Exklusivität. Eine nahtlose Integration von Empfehlungen an Freunde über Social Media, nutzt zudem den Word-of-Mouth-Effekt voll aus, und belohnt den empfehlenden Kunden. Group-Buying Plattformen sind häufig auf das Anbieten von rabattierten Dienstleistungen spezialisiert, und bieten sie, lokal differenziert, über städtespezifische Versionen ihrer Portale an. Somit entsteht einerseits ein Markt für Angebote wie Wellness oder Freizeitaktivitäten, die vorher meist nicht online Verfügbar waren, und andererseits können lokal zugeschnittene Angebote neue Präferenzen bei den Nutzern schaffen. Die „Live-Shopping“- Komponente beeinflusst schließlich durch die zeitliche Limitierung der Angebote ebenfalls die Kaufentscheidung der Interessenten.

Best Practice

Einer der bekanntesten Group-Buying Dienste ist Groupon. Das Projekt entstand Ende 2008 in den USA aus der Kooperations- und Kollaborations-Plattform ThePoint und beschäftigt heute bereits über 300 Mitarbeiter in der Firmenzentrale in Chicago und über 600 weitere in Europa. Im Laufe des ersten Halbjahres 2010 übernahm Groupon schließlich auch die deutsche Group-Buying Variante „City Deal“, und ist nun nach eigenen Angaben der größte Group-Buying-Dienst weltweit. Der Name „Groupon“ setzt sich aus den englischen Wörtern Group und Coupon zusammen und beschreibt sehr treffend das Angebot des Portals: Als Gruppe vergünstigte Angebote (Coupons) erhalten. Dabei hält sich Groupon wie viele ähnliche Dienste zum einen an Dienstleistungen statt an einzelne Produkte und zum anderen auf eine lokale Ausrichtung über Subseiten für einzelne Städte.

Versöhnung von Online-Shopping und lokalen Dienstleistern

Group-Buying Dienste bieten durch ihre Ausrichtung auf Dienstleitung und regionale Differenzierung eine Art „Versöhnung von Online-Shopping und Lokalen-Dienstleistern“. Regionale klein- und mittelständische Unternehmen finden in Group-Buying-Portalen ebenso wie große, national agierende Unternehmen einen optimalen Partner für gezielte Verkaufsförderung und einen neuen Zugang zu tausenden potentiellen Käufern. Dabei profitieren die Unternehmen in vielerlei Hinsicht vom Group-Buying-System. Beispielsweise können spezielle Angebote erstellt werden, um ungenutzte Kapazitäten zielgenau auszuschöpfen, oder neue Dienstleistungen bzw. neue Unternehmen können einer breiten Masse vorgestellt werden und durch Kennenlernangebote ins Gespräch kommen.

Dabei wirken diese Angebote gleich in zweifacher Weise; zum einen erzeugen sie Werbekontakte, denn die Nutzer werden per Mail und die Portal-Homepage über den Dienstleister und sein Portfolio informiert, und andererseits werden direkt Verkäufe generiert, die Interessenten direkt zu (zahlenden) Kunden machen. Gleichzeitig besteht eine gewisse Sicherheit durch Planbarkeit für die anbietenden Unternehmen, da Mindest- und Höchstmengen angegeben werden können, vor deren Erreichung das Angebot nicht gültig wird bzw. nach deren Überschreitung das Angebot deaktiviert wird. Zudem wirkt auch die Live-Shopping-Komponente auf die Kaufentscheidung der Konsumenten. Die zeitlich limitierten Angebote fördern die, im Online-Shopping eher seltenen, klassischen Impulskäufe, da tagelange Produktrecherche, ausgiebige Preis-, Shop- und Produkt-Vergleiche in diesem System entfallen. Neben dem System der Portale selbst, kann letztlich auch der Betreiber den interessierten Unternehmen wertvolle Informationen liefern. Es können beispielsweise lokale und regionale Präferenzen identifiziert werden, generelle Tendenzen erkannt und der Mix der geschalteten Angebote ohne größere Aufwende optimiert werden.

Nächste Woche: (Private) Shopping Clubs

Hier geht’s zu den weiteren Teilen der Reihe:
Social Commerce in der Praxis Teil 1: Portable Social Graph
Social Commerce in der Praxis Teil 2: Social Media Stores
Social Commerce in der Praxis Teil 3: Co-Shopping

5 Gedanken zu „Social Commerce in der Praxis Teil 4: Groupbuying

  1. Pingback: Beliebteste Suchbegriffe im Internet Social Commerce in der Praxis Teil 4: Groupbuying | socialmedia … » Beliebteste Suchbegriffe

  2. Pingback: Social Commerce in der Praxis Teil 5: Shopping Clubs | socialmedia-blog.de

  3. Pingback: Social Commerce in der Praxis Teil 6: Social Shopping Portale | socialmedia-blog.de

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