Social Commerce in der Praxis Teil 2: Social Media Stores

Mit dem Social Media Store kommt der Berg zum Propheten. Er stellt die logische Konsequenz des aktuellen Social Media Booms für die Entwicklung des E-Commerce dar. Große Social Networks (primär Facebook) bieten seit einiger Zeit die Möglichkeit, Onlineshops innerhalb dieser Netzwerke zu integrieren. Damit wird den Nutzern ermöglicht, dort einzukaufen, wo sie sich primär aufhalten, austauschen und beteiligen. Gleichzeitig stehen ihnen die gewohnten Funktionen wie Bewertungen und Empfehlungen sowie das Teilen und Chatten mit Freunden zur Verfügung. Darüber hinaus ist, dank der Entwicklung neuer Technologien und Schnittstellen, auch die Integration von bestehenden Online-Shops in private Blogs oder Websites möglich. Dadurch können Nutzer von der Expertise eines Blogs oder einer Community profitieren und gleichzeitig relevante Produkte oder Dienstleistungen über Dritte beziehen.

Es lassen sich drei Arten von Social Media Stores beobachten:

1. Statische Shop-Elemente auf Social Media-Auftritten von Unternehmen, die lediglich auf den eigentlichen, externen Onlineshop verlinken.

2. Ein funktionsfähiger (Teil-)Shop auf Social Media-Auftritten von Unternehmen, der eine Auswahl oder die Gesamtheit eines externen Onlineshops bereitstellt, dabei jedoch meist keine Bezahlmöglichkeit im Store bietet. Onlineshops mit Schnittstellen zur Integration in Blogs oder Communities basieren meist auf diesem Verfahren, und leiten den Käufer im letzten Schritt (Bezahlung) auf den eigentlichen, externen Shop weiter.

3. Ein autarker Shop auf Social Media-Auftritten von Unternehmen, der den Einkaufsprozess komplett im Social Network ermöglicht und dabei ohne externen Shop oder externe Zahlungsabwicklung auskommt. Natürlich kann weiterhin ein primärer, externer Shop des Händlers parallel bestehen.


Best Practice


Mit YouTique startet das englische Modelabel French Connection eine der ersten Umsetzungen einer „YouTube Boutique“. Personal Shopping und Kaufberatung stehen im Mittelpunkt der mehrminütigen Clips, welche das YouTube Annotation Tool nutzen um einen „Buy-Button“ innerhalb der Clips zu generieren. Damit zählt YouTique zunächst zur ersten Kategorie der Social Media Shops. Es lässt sich jedoch leicht erahnen welches Social Commerce Potential auch in diesem Social Web Dienst steckt. Unternehmen können alle Vorteile einer Video-Produktpräsentation und -Beratung ausschöpfen, Sharing- und Kommentarfunktionen von YouTube nutzen und die virale Performance dieses beliebten Kanals voll ausschöpfen.

In Kooperation mit Amazon und Procter & Gamble ging vor Kurzem bereits der Facebook-Amazon-Store für die Marke Makeup Max Factor online – nur Wochen später folgt jetzt der Pampers Facebook Store, der, neben den bekannten Windeln, Produkte von 29 Procter & Gamble Marken über Amazons Webstore Schnittstelle auf Facebook anbietet. Dem User wird so ermöglicht über das Shopping- und Payment-System von Amazon innerhalb von Facebook einzukaufen. Lagerung, Bezahlung und Lieferung werden dabei von Amazon übernommen, wodurch diese Kombination sehr interessant für weiter (Marken-) Hersteller werden wird, denn im Gegensatz zu bisherigen Facebook-Shop-Lösungen ist es nun nicht mehr notwendig ein eigenes Shop- und Logistik-System zu unterhalten. So lassen sich Commerce-Funktionen ohne erhöhten Aufwand in bestehende Marken- und Unternehmens-Facebookseiten integrieren.

Wenn der Berg zum Propheten kommt

Social Media Stores, verlagern den Ort der Interaktion von der eigenen Shopping-Website auf Social Websites wie Social Networks, Blogs oder Communities. Trotz dieses vermeintlichen Nachteils für den eigentlichen Onlineshop, entstehen zahlreiche Vorteile für Unternehmen und Konsumenten.
Shopbetreiber können ihre Produkte nun zusätzlich Millionen von Nutzern offerieren und profitieren dabei ohne Mehraufwand von den Kooperations- und Kommunikationseigenschaften der Social Networks oder der Expertise von Blogs und Communities, die Kaufentscheidungen positiv beeinflussen können. Technologiedienstleister wie ShopShare, alvenda oder Payvment stellen dazu bereits vollfunktionsfähige und leicht anpassbare Systeme zur Verfügung, die eine Social Media-Store-Integation ohne größeren Aufwand zulassen.

Auf der anderen Seite ermöglichen die Social Media-Stores den Konsumenten dort einzukaufen, wo sie sich bevorzugt aufhalten, sich mit Freunden austauschen und über Produkte und Erfahrungen berichten. Sie können sich im gewohnten Umfeld und über gewohnte Funktionen von ihrem Social Graph beraten lassen, Produkte teilen oder gemeinsam einkaufen.


Hier geht’s zu den weiteren Teilen der Reihe:
Social Commerce in der Praxis Teil 1: Portable Social Graph
Social Commerce in der Praxis Teil 3: Co-Shopping
Social Commerce in der Praxis Teil 4: Groupbuying
Social Commerce in der Praxis Teil 5: Shopping Clubs

19 Gedanken zu „Social Commerce in der Praxis Teil 2: Social Media Stores

  1. Pingback: Social Commerce Best Practice Teil 1: Portable Social Graph | socialmedia-blog.de

  2. Daniel Hoffmann Artikelautor

    Hallo Timo,

    danke für Dein Feedback.

    Leider sind externe Links z.Z. nur für Non-Profit Accounts und bestimmte „Premium-Partner“ zugelassen. Für alle Anderen heißt es also: abwarten…

    Allerdings gibt es ein kleines Workaround-Tool:
    http://www.linkedtube.com

    Kommt leider nicht an die Annotations dran, aber einfach mal testen.

    Grüße

    Daniel

  3. Pingback: Social Commerce in der Praxis Teil 2: Co-Shopping | socialmedia-blog.de

  4. Timo

    Hallo Daniel,

    vielen Dank für Deine Antwort.
    linkedtube.com kannte ich schon.

    Hast Du eine Ahnung, wie man „Premium Partner“ wird?

    Beste Grüße

    Timo

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  6. Pingback: Social Commerce in der Praxis Teil 6: Social Shopping Portale | socialmedia-blog.de

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  10. Pingback: Social Commerce Best Practice Teil 2: Shopping 2.0 mit Youtique | MaWoGo GROUP

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  12. Pingback: 5 Gründe warum sich ein Facebook Shop für Ihre Marke lohnt | socialmedia-blog.de

  13. Lisa

    Ich bin davon nicht begeistert. Hier sollte man den Hype-Faktor abziehen. Dann kommt man schnell zu dem Ergebnis, dass diese 2. Welt nichts für ordentliche Geschäftsanbahnung ist.

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