Archive - April, 2010

Soziale Netzwerke sterben – das Social Web nicht


Mit der werblichen Nutzung der Social Networks von Drittanbietern nehmen Unternehmen Risiken in Kauf. Was passiert wenn eine Plattform untergeht? Die Netzwerke unterliegen einem ständigen Wandel – aber die Community bleibt. Unternehmen sollten auf mehreren Beinen stehen – wenn sie ihre Community erhalten wollen.



Die Bedeutung der Plattformen im Social Web ist Trends unterworfen, die im Laufe der Zeit einzelne Netzwerke wachsen und wieder schrumpfen lassen. Als Beispiel für die Wettbewerbsverhältnisse auf dem deutschen Markt könnte hier die VZ-Gruppe des Holtzbrinck Verlags und das US-Unternehmen Facebook stehen. Facebook wuchs in den vergangenen Monaten auf weltweit über 400 Millionen aktive Nutzer an. Und auch in Deutschland legt Facebook zu und erreicht mittlerweile 8,5 Millionen Nutzer. Facebook Deutschland entwickelt sich mit moderaten zweistelligen Zuwachsraten. Aus der Erfahrung in anderen Ländern erwartet Facebook aber nach einem linearen Wachstum ein exponentieller Anstieg neuer Mitglieder. Dieses ist in Deutschland bisher nicht eingetreten. Grund dafür ist vermutlich die bisherige Marktmacht der nationalen sozialen Netzwerke der VZ-Gruppe (StudiVZ, MeinVZ, SchülerVZ).


Die Mitgliederzahlen Sozialer Netzwerke steigen mit dem Grad der Vernetzung, das Wachstum hängt also häufig mit der Angst der Zielgruppe zusammen, etwas im persönlichen Umfeld zu verpassen. Gleichzeitig schwindet der Nutzen sozialer Netzwerke, deren Mitgliederzahlen und Nutzungshäufigkeit sich verringert. In beide Richtung geht es meist in rasanter Geschwindigkeit.


Zwischen Netzwerken besteht ein Verdrängungswettbewerb um Marktanteile, der vom Innovationsgrad, der Usability und dem gelieferten Nutzen abhängt. Dadurch lässt sich der Markt der sozialen Netzwerke nur für einen kurzen Zeitraum voraussehen und keine langfristigen Prognosen treffen.


Gründe für die Vergänglichkeit von sozialen Netzwerken und Plattformen:


• Wettbewerbssituation der Plattformen untereinander
• Innovationgrad und Neuentwicklungen
• Gesellschaftliche Veränderungen und externe Faktoren (z.B. Datenschutzbestimmungen)


Die Plattformen sind also unbeständig, die Art der Social Media Kommunikation aber beständig. Als Schlussfolgerung daraus lässt sich ableiten, dass das Social Media Management einem permanenten Lern- und Anpassungsprozess unterliegt. Neue Plattformen bedeuten neue Funktionen und Verwendungsmöglichkeiten, die immer wieder neu gelernt werden müssen.


Um nicht auf Irrwege innerhalb des Social Media Marketings zu geraten sollten sich Unternehmen nicht zu sehr auf eine Plattform konzentrieren. Dies verbietet zum einen die Theorie der integrierten Kommunikation, als auch die Erkenntnis, dass einzelne soziale Netzwerke einem Lebenszyklus unterworfen sind. Zum anderen lassen sich Beziehungen zu den Meinungsführern auch auf mehreren Kanälen festigen, um Risiken zu minimieren – achten Sie auf Ihr Portfolio!

Social Media Nutzerzahlen und Trends in Deutschland 1/2010


10 aktuelle Zahlen zu Facebook, StudiVZ, Twitter & Co. sowie den Gewohnheiten der deutschen Onliner im Social Web.

(Update 18.04.2011) 76 Prozent aller Internetnutzer sind in Online-Communities, das sind 40 Millionen Deutsche.

 

Social Media Prisma – Eine bunte Welt und tolle PR

Dicht gedrängt teilen sich die Logos der Netzwerke die bunten Blätter der Social Media Blume von ethority. Das neue Social Media Prisma ist heute erschienen. In Anlehnung an Brian Solis und JESS3´s Conversation Prism: The Art of Listening, Learning and Sharing, hat das ethority-Team dieses Prisma für den deutschen Markt erstellt. Als Übersicht und für Ausschnitte hilft es vor allem neuen Social Media Enthusiasten einen Überblick über die bestehenden Netzwerke zu bekommen. Schade, dass es keinen Überblick über die Special Interest Communities gibt, denn auch die sind für Marketing und PR unterschiedlicher Branchen besonders interessant.

Das Prisma ist übrigens ein sehr gutes Beispiel, wie man durch eine Infografik zahlreiche Links auf seine Website bekommt. Zahlreiche Links und große Resonanz auf Twitter ist dem ethority-Team sicher – und das zu recht!

Bildquelle: ethority


10 Regeln für Marken im Social Web


Während wir unsere Marke früher fest in den Händen hielten, müssen wir jetzt dafür sorgen, dass die Teilnehmer des Webs unsere Produkte und Marken weiterempfehlen. Doch wer soll uns empfehlen? Fakt ist: Nie brauchten wir die Meinungsführer mehr als heute.

Bildquelle: Marloes*

Dieser Beitrag ist eine freie Übersetzung des Blog-Posts von Taddy Hall. Seine Daten sind einer Studie entnommen, die laut eigenen Angaben aus der Auswertung der Daten von hunderten unterschiedlicher Markenunternehmen verschiedener Branchen gewonnen wurden. Wir möchten seine zehn goldenen Regeln hier kurz wiedergeben. Für alle die das Original lesen möchten (und das empfehle ich dringend): 10 Essential Rules for Brands in Social Media

1. 1 % Ihrer Nutzer sind für die Verbreitung Ihrer Inhalte verantwortlich.

Bei der Auswertung der Daten fiel auf, dass nur ein kleiner Anteil der Seitenbesucher für einen großen Teil des absoluten Traffics verantwortlich war. Im Durchschnitt lag der Anteil der Influential-User (definiert als Besucher, die durch das „Teilen“ mindestens einen weiteren Besucher auf die Seite brachten) zwischen 0,6 % und selten über 4 % lag. Diese Besucher generierten zwischen 20%-50% des gesamten Traffics und einen weit höheren Teil an Conversions. Um Social Media Marketing effektiv zu gestalten müssen Marketer diese Nutzer identifizieren, beachten und „belohnen“.

2. Beeinflusser fördern heißt, den Umsatz zu steigern.

Die Conversionrate der Besucher, die über einflussreiche User auf die Seite gekommen waren, lag doppelt bis viermal so hoch, wie bei den Nutzern, die über andere Quellen auf die Seiten kamen. Das bedeutet, dass Ihre Landing-Page für Besucher, die über geteilte Links und soziale Netzwerke auf Ihre Seite kommen, wirklich interessante Angebote enthalten sollten und nicht nur zum Kauf verführe, sondern auch dazu animieren, diese Inhalte mit anderen zu teilen.

3. Es ist nicht wichtig, was Sie mit Ihren Inhalten tun.

Im Social Web geht es viel häufiger um die Frage, was User mit Ihren Inhalten tun, als was Sie damit anstellen. Dabei kommt es darauf an, was die Community über Ihre Marke sagt, als das, was Sie darüber sagen. Die Daten zeigten, dass Inhalte, die sich über Word-of-Mouth verbreiteten, sehr viel einflussreicher waren, wenn es um Markenpräferenz und Kaufentscheidungen geht. Wenn beispielsweise ein Unternehmen Inhalte auf seine Facebook-Fanpage stellt, ist es viel unwahrscheinlicher, dass diese Inhalte sich viral verbreiten, als wenn ein einflussreicher Konsument die gleichen Inhalte auf seine Webseite stellt oder die Inhalte in eine relevante Community einbringt.

4. Schmeißen Sie Ihre eigene Party.

Wenn Sie Social Media Kampagnen bei Drittanbietern durchführen (Facebook, Twitter), über die Sie keine Kontrolle haben, dann haben Sie vielleicht viele Teilnehmer, aber es ist schwer, diese „Partygänger“ in zahlende Kunden zu verwandeln. Wenn Ihre Ziele höher liegen, als „nur“ Markenbekanntheit aufzubauen, dann sollten Sie überlegen, eine eigene Plattform zu besitzen. Es ist besser ein eigenes Haus zu haben, wo Sie Ihre Freunde finden können. Beispiele hierfür sind eigene Contest-Sites, Kunden-Foren oder ein Social Media Hub / Corporate-Blog.

5. Nutzen Sie schwache Verbindungen.


Beeinflusser haben viele direkte Freunde und Follower, was diese aber wirklich wertvoll macht sind die entfernten oder indirekten Verbindungen.
Wie Albert-Laszlo Barabasi in “Linked” beschreibt, ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass Sie ihren nächsten Job über den Freund eines Freundes finden, als durch einen engen Kontakt. Die schwachen Verbindungen zählen Online umso mehr. Bildquelle: Steve took it

6. Folgen Sie den Freunden Ihrer Kontakte.

Die Konsumenten teilen gerne relevante, anregende, nützliche und unterhaltsame Inhalte mit ihren Freunden. Machen Sie es ihnen leicht Ihre Inhalte zu finden und sie zu teilen. Auf 90 % aller Webseiten verweisen weniger als 10 Links – das macht sie schlichtweg unauffindbar. Um diese Lücke zu schließen, bedarf es mehr Ideenreichtum und Aufwand als Sharing-Tools in die Webseite zu integrieren. Es bedeutet, dass Ihre Inhalte aktiv zusammengestellt werden müssen und nicht nur mit ihren direkten Kontakten verbreitet werden sollten, sondern auch mit den Kontakten Ihrer einflussreichsten Kontakte, Follower und Fans. Der einfachste Weg dies zu tun, ist das Folgen von Freunden Ihrer einflussreichsten Kontakte und das Verbreiten deren Inhalte durch Beiträge und Retweets.

7. Bewahren Sie bewährte klassische Maßnahmen.

Die Studien ergaben, dass E-Mail und Instant-Messaging für das Verbreiten von Inhalten immer noch populär sind. Also verwerfen Sie nicht Ihre E-Mail-Marketing- und Instand-Messaging-Maßnahmen, nur weil Facebook und Twitter (heute) die angesagtesten Kommunikationsplattformen sind. Die erfolgreich gelernten Methoden wie man Kunden dazu bekommt, seine Inhalte über Mails und IM zu verbreiten sind immer noch ein wertvoller Traffic-Treiber. Außerdem kann das Einbringen von “sozialen Elementen” in diese klassischen Aktionen, deren Wirkung noch verstärken, denkbar wären beispielsweise Incetive-Aktionen für geteilte Inhalte.

8. Reichern Sie Ihre Inhalte mit den Social Dimensions an.

Der Social Media Erfolg gelingt wenn Marken anfangen ihre Inhalte mit Social Dimensions zu füllen, das heißt nicht einfach nur Werbung und Inhalte auf Foren-Pinnwände zu kleben. Mit anderen Worten, wenn Sie wirklich Erfolg haben wollen, dann müssen Ihre Marke und Ihre Inhalt die richtigen Eigenschaften aufweisen – Inhalte, die es wert sind geteilt zu werden; Marken, die es wert sind, dass man über sie spricht; Webseiten, die zum Mitmachen und zum Dialog einladen. Wenn Ihre Social Media Strategie darin besteht, Werbung zu machen, dann sparen Sie lieber das Geld.

9. Umschiffen Sie PR-Fallen.

Das Anschreiben von Bloggern und “Seeding” sind sehr beliebt um Botschaften ins Social Web zu bringen, allerdings haben 90 % des Seedings keinerlei Einfluss. 5 % erzeugen einen Response, aber weniger als 2 % haben einen wirklichen Einfluss auf den Traffic. Wenn Sie keinen Erfolg solcher Bemühungen sehen, dann stören Sie sich nicht daran.

10. Sehen Sie Ihre Inhalte als Dienstleistung.

Social Marketing Programme sind erfolgreich, wenn sie einen echten Service für die Konsumenten darstellen. Traditionelle Mediaplannungsprozesse, mit Reichweiten- und Frequenz-Analysen sind in der Welt der Social Media größtenteils nicht hilfreich.
Reichweite und Frequenz sind ebenso, wie Einstellungen, Präferenzen und Conversion eine positve Konsequenz daraus, Konsumenten Inhalte zu liefern, die derart relevant und hilfreich sind, dass sie sie mit ihren Kontakten teilen. Konzentrieren Sie sich darauf, Ihrer Zielgruppe hilfreiche Inhalte und Angebote zu liefern und sie werden Ihre Botschaft für Sie weitertragen.

Social Media ist keine Wissenschaft, aber auf Fakten basierende Regeln liefern einen strukturierten Rahmen für Ihre Maßnahmen, der Ihnen dabei helfen soll, ihre Effektivität und Ihren ROI über die Zeit zu steigern. Wir leben in dynamischen Zeiten – finden Sie heraus was für Sie funktioniert und teilen Sie ihr Wissen…

Bildquelle: jeffmcneill

Regionale Nutzung von Social Networks in Deutschland

Die Agentur für interaktive Kommunikation Plan.Net (Agenturgruppe Serviceplan) hat eine Studie veröffentlicht, in der die regionale Nutzung von Social Networks in Deutschland untersucht wurde.
Die Auswertung bezieht sich auf die in der AGOF internet facts 2009-IV erfassten Social Networks und beinhaltet daher leider nicht die Nutzungsdaten von Facebook.

Nachtrag: Wir haben die User-Zahlen der Kollegen von facebookmarketing.de aus den vergangen drei Monaten genommen und den Durchschnitt errechnet. Somit lässt sich eine recht gute Aussage zur Position von Facebook in diesem Ranking machen.

In der Zusammenfassung ergibt sich folgende Rangreihenfolge (Deutschland gesamt) nach Unique Usern:

1. StayFriends (7,2 Mio.)

2. wer-kennt-wen.de (6,8 Mio.)

3. Facebook (6,7 Mio.) (Seit Januar einen Zuwachs von 1 Mio. User pro Monat! Quelle: facebookmarketing.de)

4. meinVZ (5,3 Mio.)

5. schülerVZ (4,8 Mio.)

6. studiVZ (4,8 Mio.)

7. myspace.com (4,79 Mio.)

8. XING (2,1 Mio.)

9. Lokalisten.de (1,8 Mio.)

10. last.fm (1,3 Mio.)

11. kwick! (1,3 Mio.)

12. Knuddels.de (1,2 Mio.)

13. schueler.cc (0,8 Mio.)

Welche Social Networks in den verschiedenen Bundesländern besonders häufig bzw. eher seltener genutzt werden
zeigt die komplette Präsentation:





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