Wie Italiens Bürger Social Media gegen Berlusconi nutzen

Der Sturz des il Magnifico
Vor der Piazza San Giovanni ziehen Tausende von Menschen mit lilafarbenen Transparenten vorbei und versammeln sich zum „No-B-Day“. Nein, Berlusconis Tag ist das heute nicht, denn was die mehr als 200.000 Menschen erreichen wollen ist der Rücktritt ihres skandalträchtigen Präsidenten.

Doch es ist nicht die Opposition, die dem Regierungschef in diesen Tagen zu Leibe rückt, es sind Blogger, die mit einer Facebook-Gruppe zunächst eine Protestwelle lostraten, um nur kurze Zeit später auf einer Website tausende von Menschen zur gemeinsamen Demonstration in Rom aufzurufen.

Facebook-Gruppe gegen BerlusconiIn der „Gruppe zur Verlangung des Rücktritts Berlusconis“ haben sich zur Stunde 230.000 Menschen angeschlossen. Auf der Micropage www.berlusconisidimetta.org nutzen die Verantwortlichen die jungen Waffen der Demokratie, nämlich den transparenten Echtzeit-Dialog. In den Foren wurde die gestrige Veranstaltung organisiert, vorbereitet und koordiniert. Daneben gibt es Umfragen an die Nutzer und im Chat diskutieren die Italiener über die Zukunft ihres Landes. Es ist keine Partei, die hinter der Seite steht, sondern die Initiatoren der Facebook-Gruppe, die die Menschen parteiübergreifend zur Lila-Revolution aufrufen.

Das Beispiel Italien zeigt wie sich die Menschen Social Media zur Nutze machen, um sich einer gemeinsamen Sache anzuschließen. So wie es hier einem Politiker ergeht, könnte auch jedes Chemieunternehmen, jeder Discounter oder jedes beliebige andere Wirtschaftsunternehmen zur Zielscheibe werden – gut wenn Unternehmen darauf vorbereitet sind. Regel 19: Unterschätze niemals die Community.

Website berlusconisidimetta.orgAuf dieser Website (berlusconisidimetta.org) verabredeten sich die Protestler gegen den Staatschef.

berlusconisidimetta.org

Dieser Beitrag wurde am von in Facebook veröffentlicht. Schlagworte: , , , .

Über Albert Pusch

Albert Pusch ist Inbound Marketing Berater und hilft Technologie-Unternehmen bei der Online Lead-Generierung. Er ist Mitgründer von Socialmedia-blog.de und Autor zahlreicher Fachbeiträge auf den führenden Blogs zu Technologie und Marketing. Salesforce.com zählte ihn 2012 zu den Top5 Social Media Influencern in Europa. Bis 2012 verantwortete die Marketing-Abteilung eines Technologie-Unternehmens im eCommerce mit drei Geschäftseinheiten in neun Ländern. Er studierte Marketing-Kommunikation an der Hochschule Pforzheim und in Yogyakarta (Indonesien). Albert Pusch ist Diplom-Betriebswirt (FH) und zertifizierter PR-Referent. Google+

2 Gedanken zu „Wie Italiens Bürger Social Media gegen Berlusconi nutzen

  1. Annika

    Diese Beobachtung kann ich dank meiner italienischen Freunde nur bestätigen. Gerade Beppe Grillo nutzt das Internet für seinen Protest hervorragend. Vom Komiker zum Schrecken der italienischen Politiker!
    Hier sein Blog auf Englisch: http://www.beppegrillo.it/en/

  2. Albert Pusch Artikelautor

    Hi Annika,
    danke für den Link, schon spannend, wie sich solche Protestaktionen formieren. Bin schon gespannt, wer als nächstes dran glauben muss…:P Gruß, Albert

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>