Archive - Dezember, 2009

Grundlagen einer Social Media Strategie

strategyEs gilt stets der Grundsatz: „Wer begeistert ist, empfiehlt weiter“. Diese Aussage ist mit Sicherheit keine Neuigkeit. Jedoch bekommt sie durch Social Media eine andere Dimension. Vor allem die Geschwindigkeit und Transparenz der Informationsverbreitung werden deutlich gesteigert. Am Beispiel „Twitter“ lässt sich dieser Prozess eindrucksvoll darstellen:

Ein Produkt wird via Twitter empfohlen und erreicht 100 andere User, vielleicht auch 1000. Einige dieser User geben die Empfehlung weiter und erreichen erneut hunderte oder tausende – und das innerhalb weniger Minuten.

Der virale Effekt geht noch weiter… Produktinteressierte besuchen die Website und berichten wiederum selbst in ihren Social Networks über ihre eigenen Eindrücke. Dadurch lässt sich sehr schnell eine hohe Reichweite in der relevanten Zielgruppe aufbauen.

Im Folgenden werden die wichtigsten Grundlagen einer Social Media Strategie für Unternehmen aufgezeigt.

1. Die Eintauchphase

Jeder, egal ob geschäftlich oder privat, muss erst einmal eingetaucht sein in die Welt des Social Media, um dessen Relevanz, Chancen und Risiken spüren zu können.

2. Die relevante Zielgruppe

Zu Beginn der Strategie muss unbedingt die Zielgruppe(n) mit der größten Relevanz zum Erreichen der festgelegten Geschäftsziele bestimmt werden. Folgende Punkte sollten dabei nicht außer Acht gelassen werden:

a)    Zielgruppenbeteiligung an sozialen Netzwerken?

b)    Wie groß ist der Anteil der Blogger

c)     Wie groß ist der Anteil der Beobachter und Kommentatoren

Befinden sich in der Zielgruppe überwiegend Kommentatoren braucht man in seiner Strategie beispielsweise nicht zum aktiven Einstellen von Beiträgen im Rahmen eines Gewinnspiels oder Wettbewerbs aufrufen.

3. Definition der Ziele

Entscheidend für den Erfolg der Ziele, die ein Unternehmen erreichen will, ist deren genaue Festlegung und Definition. Beispiele für angestrebte Social Media Ziele und Taktiken sind:

a)    Zuhören, was über die Marke gesprochen wird

b)    Am Dialog teilnehmen und eigene kreative Impulse geben, um Einfluss zu nehmen

c)     „Empfehler“ als glaubwürdige Markenbotschafter einzusetzen

d)    Einbindung der „Mitmacher“ im Web in die Entwicklung neuer Services

4. Hindernisse, die dabei überwunden werden müssen:

a)    Die Planung des Engagements der „Mitmacher“ besitzt eine langfristige Facette

b)    Investitionen belasten das laufende Geschäftsjahr

c)     Es könnte erst der Nachfolger der derzeitigen Social Media Verantwortlichen profitieren und die

Früchte ernten

d)     Interne und externe Kapazitäten müssen geschaffen werden

5. Fazit und Prognose

Unternehmen sollten das Thema Social Media am besten jetzt angehen und zwar analytisch, strategisch und überlegt. Es wird sich in Zukunft nicht die Frage stellen „ob oder ob nicht Social Media“ sondern „wie geht man die eigene Social Media Strategie an“.

5 Tools zur User- und Trendanalsye im Social Web

Es ist enorm wichtig seine Interessenten, Kunden und Fans zu kennen, sei es um die richtigen Adressaten zu finden oder zielgerichtete Inhalte und Produkte zu liefern. Diese Tatsache macht auch bei Social Web Aktivitäten keine Ausnahme. Das Verständnis für den Kunden und seine Wünsche sowie das Erkennen von Trends und Sammeln von Consumer-Insights durch Monitoring sind klare Stärken des Social Web. Die Fülle an persönlichen Erfahrungen, Meinungen und Empfehlungen in Blogs, Tweets und Social Communities sind meist frei zugänglich und lassen sich heute immer besser für User- und Trendanalysieren nutzen. Dazu stehen eine Menge Tools und Dienste zur Verfügung, die das Durchforsten des Daten-Dschungels erleichtern sollen. Wir möchten in diesem Beitrag einige kostenfreie Einsteiger-MonitoringTools vorstellen, die trotz unkomplizierter Bedienung wertvolle Informationen liefern.

Newsshift – Der erste Überblick.


Newsshift

Newsshift ist ein Dienst der Finacial Times Group und bietet die Möglichkeit Online-Nachrichten, Nachrichtenportale, Tageszeitungen (online) und Blogs nach Begriffen zu durchsuchen. Im Ergebnis werden jedoch nicht nur die bloßen Artikel angezeigt, sondern ebenfalls eine sehr informative Trendanalyse mitgeliefert. Dabei wertet Newsshift die Stimmungslage nach positiv und negativ Beiträgen aus, zeigt die Verteilung auf die einzelnen Plattformen und identifiziert bei der Suche nach Marken oder Produkten die stärksten Konkurrenten. Außerdem steht eine sehr brauchbare Vorschlags-Funktion zur Verfügung, mit deren Hilfe relevante Begriffe mit dem Suchwort verknüpft und so spezifischere Ergebnisse erzielt werden können.

Technorati/GoogleBlogSearch – WER schreibt WAS über mich auf Blogs?


technorati

Mit Technorati und der Google Blog-Suche stehen zwei mächtige Blog-Suchmaschinen und -Indexer zur Verfügung, die es erleichtern, der riesigen Informationsflut der Blogosphäre Herr zu werden. Verschiedene Ranking-Systeme und Suchoptionen helfen dabei, Blogs und deren Hinhalte auf Meinungsführer, aktuelle Trends und Interessen der Community zu durchsuchen. Außerdem haben Blogger die Möglichkeit ihre Blogs einzutragen, um die eigene Bekanntheit zu steigern und andere, themenverwandte Inhalte zu entdecken.

Mentionmap – WER schreibt über mich und mein Themengebiet bei Twitter?


mentionmap

Das Twitter-Visualisierungstool von asterisq hilft dabei, User-Netzwerke zu analysieren und kann einige fundamentale Fragen für die Kommunikation mit der Community beantworten.

  • Wer sind meine Follower?
  • Mit wem stehen sie in Kontakt?
  • Über was tauschen sie sich aus?
  • Wem lohnt es sich zu folgen?

Dazu zeigt Mentionmap die Vernetzung der User durch Linien nach Häufigkeit der Kontakte, gemeinsamer Hashtags und Direct Messages. Es lassen sich so schnell neue User mit gleichen Interessen, aktuelle Themen und Querverbindungen erkennen – Wichtige Informationen für den erfolgreichen Einsatz von Twitter im Social Media Mix.

Tweet Grid – WER schreibt WAS über mich bei Twitter?


Tweet Grid

Twitter bietet bereits mit der eigenen Timeline und der neuen Listen-Funktion zwei einfache Möglichkeiten die Gedanken und Meinungen der eigenen Follower im Auge zu behalten. Wie steht es aber um unbekannte User, die weder selbst folgen, noch mit den eigenen Followern in Kontakt stehen? Tweet Grid ist hier ein sehr hilfreiches Tool wenn es um die Identifikation von unbekannten Twitter Usern geht, die sich mit bestimmten Themen befassen. Dazu bietet Tweet Grid die Möglichkeit Twitter in Echtzeit auf selbst definierte Begriffe zu durchsuchen. Der große Vorteil gegenüber anderen Tools wie z.B. search.twitter.com liegt neben der Möglichkeit bis zu 9 (!) Begriffe gleichzeitig zu suchen darin, dass die Ausgabe in Echtzeit aktualisiert wird und so die Inhalte über längere Zeit verfolgt und ausgewertet werden können.

Social Mention – Der Alles-Könner.


Social Mention

Socialmention stellt ein sehr ambitioniertes Social Web Monitoring Projekt da. Hier gibt es kein “entweder / oder”. Das Tool durchsucht über 80 verschiedene Dienste des Social Web auf gewünschte Begriffe. “Searching content from across the universe…” heißt es während die Suchanfrage bearbeitet wird, und dies scheint keines Falls eine Übertreibung zu sein. Socialmention durchsucht neben klassischen Blogs, Newsseiten und Twitter ebenfalls zahlreiche Communities wie Facebook oder YouTube. Entsprechend mächtig fällt auch die Präsentation der Suchergebnisse aus. Neben der klassischen Auflistung der Inhalte nach Aktualität, wird auch hier die generelle Stimmung (positiv/negativ) ermittelt und relevante Hashtags, User und Keywords angezeigt. Zusätzlich werden vier eigene Messgrößen (strength, sentiment, passion, reach) angegeben. Dabei wird der Anteil des Begriffes im Tagesgespräch, das Verhältnis von positiven Stimmen zu negativen Stimmen und der Grad des Einflusses im Social Web errechnet.

Diese Aufzählung stellt natürlich nur einen sehr kleinen Teil der verfügbaren Dienste da, und soll einen Einstieg in die User- und Trendanalyse im Social Web geben. Weitere Tools und Links sammeln wir auf unserer Facebook-Fanpage und möchten jeden dazu einladen, seine Erfahrungen und Top- bzw. Flop-Tools mit uns zu teilen.

Wie Italiens Bürger Social Media gegen Berlusconi nutzen

Der Sturz des il Magnifico
Vor der Piazza San Giovanni ziehen Tausende von Menschen mit lilafarbenen Transparenten vorbei und versammeln sich zum „No-B-Day“. Nein, Berlusconis Tag ist das heute nicht, denn was die mehr als 200.000 Menschen erreichen wollen ist der Rücktritt ihres skandalträchtigen Präsidenten.

Doch es ist nicht die Opposition, die dem Regierungschef in diesen Tagen zu Leibe rückt, es sind Blogger, die mit einer Facebook-Gruppe zunächst eine Protestwelle lostraten, um nur kurze Zeit später auf einer Website tausende von Menschen zur gemeinsamen Demonstration in Rom aufzurufen.

Facebook-Gruppe gegen BerlusconiIn der „Gruppe zur Verlangung des Rücktritts Berlusconis“ haben sich zur Stunde 230.000 Menschen angeschlossen. Auf der Micropage www.berlusconisidimetta.org nutzen die Verantwortlichen die jungen Waffen der Demokratie, nämlich den transparenten Echtzeit-Dialog. In den Foren wurde die gestrige Veranstaltung organisiert, vorbereitet und koordiniert. Daneben gibt es Umfragen an die Nutzer und im Chat diskutieren die Italiener über die Zukunft ihres Landes. Es ist keine Partei, die hinter der Seite steht, sondern die Initiatoren der Facebook-Gruppe, die die Menschen parteiübergreifend zur Lila-Revolution aufrufen.

Das Beispiel Italien zeigt wie sich die Menschen Social Media zur Nutze machen, um sich einer gemeinsamen Sache anzuschließen. So wie es hier einem Politiker ergeht, könnte auch jedes Chemieunternehmen, jeder Discounter oder jedes beliebige andere Wirtschaftsunternehmen zur Zielscheibe werden – gut wenn Unternehmen darauf vorbereitet sind. Regel 19: Unterschätze niemals die Community.

Website berlusconisidimetta.orgAuf dieser Website (berlusconisidimetta.org) verabredeten sich die Protestler gegen den Staatschef.

berlusconisidimetta.org

GoogleWave – Die Revolution?

Google Inc. stellte im Rahmen der Google I/O Konferenz 2009 GoogleWave vor. Den Teilnehmern der Konferenz wurde ein neues, revolutionäres Communication- und Collaboration-Tool versprochen, welches Open Source ist. Bei solch einer Ansage sind natürlich die Erwartungen der Presse und der Google Fangemeinde sehr groß.

GoogleWave soll es dem User ermöglichen, über den Internet Browser ein Interface zu öffnen, mit dem der Benutzer sich in Form von Waves unterhalten kann. Eine Wave ist eine Timeline eines Gespräches, was zwischen einer nicht begrenzten Nutzeranzahl geführt werden kann. Dies ist soweit nichts Neues bis auf den neuen Namen.

Google Wave

Neu ist jedoch z. B. das Realtimeschreiben. Bei den bisherigen Chatprotokollen wie ICQ wurde der geschriebene Text des Gegenübers erst sichtbar, wenn dieser durch bestätigen mit der Entertaste freigegeben wurde. Bei GoogleWave wird in Echtzeit das Geschriebene des Gegenübers bei einem am Bildschirm dargestellt. Ferner ist es in der Wave möglich, sämtliche Texte zu bearbeiten und zu ergänzen. Eine weitere Neuerung, ist die Möglichkeit, in Waves Videos, Bilder, Dateien, Maps von GoogleMaps usw. einzubetten. Wie beim Geschriebenen sieht auch hier der Gegenüber jegliche Einfügung und Veränderung in Echtzeit. Ferner besteht die Möglichkeit, eine Wave für seinen Twitteraccount oder Blog anzulegen. Jeglicher Text, der in dieser Wave geschrieben wird, taucht auch auf dem Blog oder in der Twitter-Timeline auf. Da es sich bei GoolgeWave um ein Open Source Web App handelt, werden in Zukunft wohl noch viele solcher Widgets von Dritten zu erwarten sein.

GoogleWave hat also viel zu bieten. Fraglich ist nur, ob die Usability gewährleistet ist, wofür Goolge bislang immer einstand. Hier lässt GoolgeWave in der Testphase noch einige Wünsche offen. Mal abgesehen davon, dass das Tool bei wachsenden Waves sehr langsam wird und auch die Widgets, wie der Twitter-Bot, bei weitem noch nicht so funktionieren, wie sie sollten, entsteht doch der störende Eindruck, dass GoogleWave bei weitem nicht so leicht zu bedienen ist, wie es die User von anderen Google-Projekten gewohnt sind.

In der Befehlszeile, die sich über der Auflistung der Waves befindet, können zig verschiedene Befehle eingegeben werden, wie z.B. das Anzeigen von öffentlichen deutschen Waves. Dass Google den Usern „zumutet“, verschiedene Befehle auswendig zu lernen, finde ich schon sehr google-untypisch. Es bleibt nur zu hoffen, dass in der Endversion diese Idee aufgegeben wird und dass dafür diese Befehle in einem Drop-Down-Menu ausgewählt werden können. Dies würde die Bedienung erheblich erleichtern.

Ein weiteres Manko war bisher – da GoolgeWave momentan in der Testphase läuft -, dass einem die Pforten hierzu nur durch Invites geöffnet werden. Als ich ein Invite nach wochenlangen warten endlich bekam, war ich zuerst hell auf begeistert. Die Ernüchterung setzte aber schnell ein, da GoolgeWave nur halb soviel Spaß macht, wenn die Freunde nicht dabei sind. Erst jetzt treffen die ersten Bekannten ein, sodass der Spaßfaktor langsam ins rollen kommt. Goolge hat wohl auf seine Umfrage (Link) gehört und verschickt nun haufenweise Invites. Darauf hätte Google aber bereits früher kommen können, dass ein Communication- und Collaboration-Tool ohne eine große Anzahl an Usern nicht viel bringt.

Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie sich GoogleWave bis zur Endphase weiterentwickeln wird.

Wer nun Lust bekommen hat, auch einmal in GoogleWave hinein zu schnuppern, kann sich gerne bei uns melden. SocialMedia-Blog hat noch einige Invites zu vergeben.

In diesem Sinne, happy waving!

20 Regeln für die Krisenkommunikation im Social Web

Jako, Jack Wolfskin und Vodafone verbrannten sich im Social Web schon die Finger. Schuld daran sind meist ungeschickte Formulierungen und veraltete Schemata, mit denen Unternehmen vorgehen, um ihre Rechte geltend zu machen. Das Verhalten der Unternehmen ruft dabei den Beschützerinstinkt der Community hervor und sorgt damit für eine Eskalation, die im Web beginnt und im TV endet. Gerade Blogger sind dabei oft die treibende Kraft; über Tweeds, Blogposts und Kommentare werden Journalisten aufmerksam, die die Themen aus dem Netz ins Interesse der allgemeinen Öffentlichkeit befördern.

So reagieren Sie auf Vorwürfe des Social Webs:

  1. Die Community hat immer ein spezielles Interesse, warum sie etwas verbreitet. Finden Sie heraus, was es ist und antworten Sie darauf.
  2. Blogger suchen gerne die Fehler von Unternehmen, Organisationen und Institutionen. Damit nehmen Sie eine wichtige Aufgabe für die Gesellschaft wahr – respektieren Sie das.
  3. Vorwürfe sind oft undifferenziert und werden von einer großen Masse blind „geechot“.
  4. Nehmen Sie das Thema vom ersten Beitrag an ernst und gehen Sie es an.
  5. Skandale verbreiten sich unendlich schnell, müssen aber erst einen Tipping Point erreichen – seien Sie nicht der Tipping Point.
  6. Die Regeln der bestehenden Krisenkommunikation sind veraltet.
  7. Wie Sie auf einen Vorwurf reagieren sollten, erfahren Sie eher von Ihren Kinder als von Ihren PR-Beratern und Juristen.
  8. Suchen Sie zunächst den direkten Dialog.
  9. Argumentieren Sie menschlich, ohne juristisches Geplänkel, keine Behördensprache und ohne anonyme Bekundungen.
  10. Persönliches Ansprechen der Person, die im Web etwas über Sie geschrieben hat.
  11. Die Sprache sollte persönlich und authentisch sein.
  12. Emotionale Argumente, anstelle von rationalen.
  13. Das gefühlte Recht ist bedeutender als das juristische.
  14. Eine aufrichtige Entschuldigung wirkt Wunder.
  15. Gehen Sie auf alle Vorwürfe ein und benennen Sie diese. Offene Punkte bringen Sie später nur näher an die Eskalation.
  16. Oft lässt sich nicht abschätzen, wie verseucht ein Thema ist, also mit wie viel viralem Potenzial es sich durch das Web bahnt. Deshalb sollten Sie einen Plan B parat haben, um zu zeigen, dass Sie das Thema nicht vertuschen.
  17. Sprechen Sie Pauschalisierungen in den Vorwürfen ruhig an. Stellen Sie diese vergleichend heraus.
  18. Wenn Sie selbst Zweifel am richtigen Umgang mit einem Sachverhalt haben, dann sagen Sie das der Community und bitten Sie sie um Ratschläge. Binden Sie sie in den Problemlösungsprozess mit ein.
  19. Unterschätzen Sie niemals die Community.
  20. Seien Sie Mensch.
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